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Wer bin ich? 1. Juli Runde (Auflösung) + 2. Juli-Runde (Einsendeschluss: 23. Juli)

Der Gesuchte der ersten Juli-Runde, auf den immerhin 17 »Wer bin ich?«-Mitrater kamen, heißt nicht Prof. Jürgen Falter, Prof. Holger Schmidt, Dr. Peter Wastl und auch nicht Karl Ritter von Halt (einige der Irrwege), sondern . . . aber lassen wir ihn Dr. Paul Limberg finden, der weiterhin zusammen mit Walther Roeber die Jahreswertung anführt: »Ich weiß nicht mehr, ob es ein Interview mit dem Gesuchten oder ein Bericht über ihn war, den ich vor einiger Zeit gelesen habe. Jedenfalls ging es dabei am Rande um frühe sportliche Aktivitäten eines Mannes, der später auf ganz anderen Feldern Bedeutung erlangte. Er war als Kugelstoßer ein vielversprechendes Talent, musste den Leistungssport aber wegen einer schweren Knieverletzung aufgeben. Sein Name: Bert Rürup – und das ist auch die Lösung des Rätsels. So tragisch dies für den jungen Rürup damals war, im Nachhinein muss er sich meiner Meinung nach bei seinem lädierten Knie bedanken. Denn statt Ehrgeiz, Energie und Zeit mit fraglichen Erfolgsaussichten in den Sport zu investieren, konnte er nun sein komplettes Potenzial dem Studium widmen. Und dann der akademischen Karriere. Und dann auch noch politischen Einfluss nehmen als oberster Wirtschaftsweiser und Kanzlerberater mit hoffentlich klugen Vor- und Ratschlägen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik. Schließlich und endlich noch zur Optimierung der eigenen Altersversorgung bei AWD-Maschmeyer lukrativen Unterschlupf finden. Wenn das keine Erfolgsstory ist! Und das alles wurde nur möglich wegen eines kaputten Knies! Seltsam, wie das Leben manchmal so spielt. Da werden vermeintliche Verlierer doch noch zu Siegern, aber das Umgekehrte gibt es auch. Nebenbei bemerkt: Dass Bert Rürup wie der ältere Bruder von Piet Klocke aussieht, war mir noch gar nicht aufgefallen, stimmt aber.«
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Neben Dr. Paul Limberg (Linden) und Walther Roeber (Bad Nauheim) lagen mit Rürup noch richtig: Jost-Eckhard Armbrecht, Dr. Joachim Bille, Roland Bitsch, Wolfgang Glöckler, Thomas Koch (Wiesbaden), Ralf Kranich (Großen-Buseck), Manfred Merz, Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick, Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Friedberg), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Bernd Schulze, Peter Storm (Wißmar) und Rainer Struth. – Glückwunsch und Respekt, leicht war’s wirklich nicht!
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Wie versprochen, wird eine kurze, knackige zweite Juli-Runde angehängt. Sie beginnt mit einem Zitat aus einem Roman von Wolfgang Koeppen: »Sch. hat sich ihre Bilder verschafft, Fotografien aus Illustrierten. Meist sind sie in ihren Trikots abgebildet (…) in Turnschuhen. Der Fotograf hat sie gebeten, die Mütze abzunehmen (…) Sch. hat die Bilder über seinem Bett aufgehängt, vier schwarzweiße, zwei farbige Bilder: (…) ist noch nicht dabei.« Jener (…) wird gesucht.
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Da Koeppen, zum Leidwesen seines Förderers Marcel Reich-Ranicki, nur sehr wenige Romane geschrieben hat, sind fleißige Literatur-Leser diesmal im Vorteil. Aber auch andere Leser haben ihre Chance. In bunten Blättern outete die Tochter des Gesuchten ihren Vater nach dessen Tod als Sex-Monster: Der Papa-Patriarch hatte, auf seinem Landgut wie der Hahn im Korb lebend, mit Wissen der Ehefrau seine Stieftochter und seine Schwiegertochter geschwängert und gleichzeitig mit allen dreien ein Verhältnis.
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Auch als Sportler machte er sich nicht unbedingt beliebt, obwohl er in seinem Metier einer der Besten aller Zeiten war. Jedenfalls war nicht er, sondern ein anderer, den er stets besiegte, in seinem Land der Liebling der Massen. – Wie heißt der Sport-Held, der ein Sex-Monster war? Einsendeschluss: Montag, 23. Juli. Anschließend wird wieder eine »ewige« und eine Jahres-Gesamtwertung veröffentlicht. (gw)

Baumhausbeichte - Novelle