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Mittwoch, 11. Juli, 22.00 Uhr.

Vor einigen Monaten über erste bedenkliche Anzeichen beim neuseeländischen Kugelstoß-Wunderkind Jacko Gill gemunkelt. Stellte keine Trainingsvideos mehr ins Netz, sondern ein Foto seiner neuen (ersten?) Freundin. Seitdem lasen selbst Interessierte sogar im geschwätzigen Internet nichts mehr über und von dem heute 17-Jährigen, der voriges Jahr mit 16 und mit unglaublichen 24,45 m mit der 5kg-Kugel einen ebenso unglaublichen Weltrekord aufgestellt hatte. Heute gewann Jacko Gill in Barcelona den WM-Titel der unter 20-Jährigen, mit etwas über 22 m, “nur” knapp einen halben Meter vor dem Zweitplatzierten (voriges Jahr mit der 5kg-Kugel vier Meter Vorsprung). Natürlich ausnehmend gut. Aber Stagnation, denn 22 m mit der 6kg-Kugel sind eher sogar schwächer als über 24 m mit der 5kg-Kugel. Mit der Männer-Kugel (7,26 kg) entspricht das knapp über 20 Meter. Stagnation aber ist in diesem Alter Rückschritt. Gut, dass er auf London verzichtet hat, so kann er seinen Sensations-Nimbus erhalten. Vielleicht kriegt er ja  wieder einen Schub, wenn die erste Sensation des Erlebens einer anderen Leidenschaft als der des Kugelstoßens abgeebbt ist. Wenn Jacko Gill auch nur annähernd das erfüllt, was sein Trainingsvideo vom letzten Jahr (bei youtube einzusehen) verspricht, wird er dann doch noch  ein Ausnahmesportler.

Baumhausbeichte - Novelle