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Ohne weitere Worte (vom 3. Juli)

Er sagt: »Spanien: Das ist so, wie wenn man der Oma beim Stricken zuguckt. Noch ’ne Masche, noch ’ne Masche. Dann geht man raus, Pippi machen, was essen, dann kommt man zurück und sieht, wie sie sich den Ball zuschieben: Iniesta. Busquets. Xavi. Busquets. Iniesta. Xavi. Busquets.« Pause. »Kalter Glanz.« (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung über einen Fernsehabend zu Hause bei Marcel Reif)
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Nach eingehenden Analysen steht fest, warum Deutschland gegen Italien verlieren musste. Jogi Löw hat versäumt, das Singen zu trainieren. (»Zipperts Wort zum Sonntag« in der Welt am Sonntag)
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Cassano hatte sich um Mats Hummels gewickelt wie eine Rolle Geschenkpapier. (…) Balotelli bringt die Wucht eines Raubtiers ins Spiel, Cassano die Frechheiten eines Straßenjungen. (…) Die Italiener spielten nicht nur den schlaueren und taktisch reiferen, sie spielten ganz einfach auch den besseren, den schöneren Fußball. (FAZ)
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Mario Balotelli verharrte mit aufgepumpten Muskeln, zusammengepressten Lippen und weit aufgerissenen Augen in der Pose eines Bodybuilders. (…) »Wer darüber wütend ist, ist nur neidisch auf meinen Körper«, tönte Balotelli. (Die Welt)
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Deutschland darf aber nicht mehr an der Hymne scheitern. Entscheiden wir uns wenigstens für den Text der DDR-Hymne, die mit den Worten »Auferstanden aus Ruinen« (Halbfinal-Aus!) beginnt und fortfährt: »Alte Not gilt es zu zwingen (kein Sieg gegen Italien bei Turnieren), und wir zwingen sie vereint (ohne Podolski), denn es muss uns gelingen, dass die Sonne (EM-Titel!) schön wie nie über Deutschland scheint (WM-Titel!).« (Zippert/WamS)
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Der Italiener ist ein Freibeuter. Der Italiener klaut dir deine Frau vom Badetuch – und genauso schießt er seine Tore. Der Italiener kniet vor der Jungfrau Maria, vor dem lieben Gott – und gleichzeitig ist er ein Killer. Was für ein Match erwartet uns? Ich habe Angst um unsere braven Jogi-Jungs. (»Post von Wagner« in Bild vor dem Italien-Spiel)
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Viele fragen sich, ob es richtig war, einen blinden Torrichter einzusetzen, der wegen des großen Lärms im Stadion nicht hören konnte, dass der Ball die Linie überquert hatte. (…) Andere geben das Tor erst, wenn der Linienrichter im vollen Umfang die Linie überquert hat. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Buffon (coolster Seniorensportler) – Gebr Selassie (coolster Name), Ramos (coolste Grätsche), Pique (coolste Freundin), Lahm (coolste Interviews), Pirlo (coolster Italiener), Iniesta (coolste Haken), Özil (coolste Ideen) – Ronaldo (zähneknirsch!), Cassano (zweitcoolster Problemkicker), Balotelli (coolster Problemkicker). (EM-»Dreamteam« der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Noch besser fängt die »Internationale« an: »Wacht auf, Verdammte dieser Erde« (kein Turniersieg seit 96) und geht weiter: »Reinen Tisch macht mit dem Bedränger! (Italien) Heer der Sklaven (Reus, Schürrle, Götze), wache auf! Ein Nichts (kein Turniersieg) zu sein, tragt es nicht länger. Alles (WM- und EM-Titel) zu werden strömt zuhauf!« (Zippert/WamS)
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Und die Deutschen? Werden sich grämen, werden Leitwölfe fordern, Drecksäue. Tiere aller Art. Und Löw, der gestern noch Magier war, ist morgen Depp. (…) Tja, sagt Marcel Reif, und: »Pffft.« (Gertz/Reif/SZ) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle