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Mittwoch, 6. Juni, 18.00 Uhr

Bei der Veröffentlichung der nächsten “Wer bin  ich?”-Rangliste wird Manfred Stein einen Punkt besser platziert sein als zuvor. Da die Konkurrenz wachsam ist (und um Nachfragen vorzubeugen), folgt mit Zustimmung des Teilnehmers dessen Lösung und der daran anschließende Mail-Dialog. Zum besseren Verständnis vorab: Manfred Stein hatte seinen ersten Tipp (er war Messner auf der Spur) korrigiert, was immer erlaubt ist, und dann seine zweite, endgültige Lösung beschrieben:

Es ist nicht alles falsch an meiner ersten Antwort, der Berg stimmt und es ist viel einfacher, gemeint ist die Erstbesteigung des Mount Everest.
1. Der Freund ist Edmund Hillary
2. »Ich« ist sein Begleiter Tenzing Norgay
Einer muss ja der Erste auf dem Mount Everest gewesen sein, aber Hillary hat fairerweise stets betont, dass sie gemeinsam den Gipfel erreicht haben.Sie waren ein Leben lang gute Freunde. Was ich nicht wusste, Hillary hat das Geschehen am Mount Everest all die Jahre aufmerksam verfolgt und den zunehmenden Kommerz, Überehrgeiz und Egoismus der Bergsteiger kritisiert. Besonders deutlich im Jahr 2006, als sein Landsmann, der beidseitig Beinamputierte neuseeländische Extremsportel Mark Inglis, den Gipfel erreichte und seinen Ehrgeiz mit Erfrierungen bezahlen musste. (Manfred Stein)

Ich gab ihm einen Punkt für Norgay. Protest-Mail:

Ich verstehe nicht, warum Sie mir diesmal nur einen Punkt gegeben haben, denn ich habe doch meine erste (voreilig abgeschickte) falsche Lösung mit den Namen Messner, Habeler und Whittaker kurz darauf korrigiert. In der Korrektur nenne ich die gesuchten Namen und erst da auch den Namen Inglis. Warum also kein Punkt auch für den Namen Tensing?  Sollten Sie eine Korrektur überhaupt nicht akzeptieren, hätte ich natürlich gar keinen Punkt verdient. Also, überlegen Sie noch einmal. Mit freundlichen Grüßen bleibe ich natürlich Fan Ihrer Kolumne. (Manfred Stein)

Meine Rück-Mail:

Da Sie »1. Hillary« und »2. Norgay« schrieben, habe ich Ihnen nur den einen Punkt gegeben. Dass Sie den »richtigen« zweiten dann auch noch erwähnten, tat mir richtig leid. Da ich aber wohl das »1.« und »2″ falsch interpretiert habe (stimmt doch, oder?), gebe ich Ihnen nachträglich den zweiten Punkt.

Was nun hoffentlich nicht bei anderen Teilnehmern Proteste auslöst. In der Spitzengruppe wird zwar mit großem geistigen Einsatz gekämpft, aber . . . nein, beinahe hätte ich geschrieben: Es ist doch nur ein Spiel. Für diesen Satz wird man unter sportlichen Wettkämpfern gesteinigt. Zu Recht. Masochisten sei empfohlen, beim Gemeinsam-Gucken mit Fans am Samstag nach dem portugiesischen Siegtor in letzter Minute (das Neuer verhindern möge!) fröhlich trostvoll ins entsetzte Schweigen hinein zu rufen: Es ist doch nur ein Spiel!

Oh. Da hab ich mir selbst ins Knie geschossen statt ins portugiesische Tor: Falls Neuer das  portugiesische Siegtor verhindert, geht’s ja unentschieden aus! Selbst das wäre eine nationale Katastrophe, so, wie die nationale Erwartungshaltung sich hochgeschaukelt hat. Zum Glück haben wir die Schuldigen für den Fall der Fälle schon ausgeguckt: Capri-Schweini und Gina-Lisa-Boateng.

Baumhausbeichte - Novelle