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Jörn Jörren zum Rad-Rätsel

Im „Anstoß“ vom 31.05. gaben Sie dem Leser eine Nuss zum Knacken. Es ging um die Ermittlung der Durchschnittsgeschwindigkeit aus Einzelgeschwindigkeiten. Der Hinweg des Radlers sollte bergab führen und mit 100 km/h bewältigt werden. Auf dem Rückweg war der Radler wegen dem Anstieg mit nur  50km/h unterwegs. Die gemittelte Geschwindigkeit sollte, leicht nachvollziehbar, 75km/h betragen. Gefühlt war das Ergebnis falsch. Mit diesem berechtigten Zweifel ließ (gw) den Leser allein.

Gehen wir von der gefahrenen Strecke aus. Diese wurde allerdings nicht mitgeteilt. Ich lege sie  willkürlich, jede andere Zahl tuts auch, auf  200km (2 mal 100 km) fest. Auf dem bergab führenden Hinweg benötigt der Radler für die ersten 100 km eine Stunde. Bergauf, mit nur 50km/h unterwegs, benötigt er die doppelte Zeit, für die 100 km also zwei Stunden. Damit ist unser Radler für die 200 km drei Stunden unterwegs. Teilt man die gefahrenen km durch die benötigten Stunden, so erhält man die im Straßenverkehr heilige Kuh, die gewünschten km/h. Den Rest macht der Taschenrechner (200 : 3 = 66,66 periode). Die gesuchte Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt  66 km/h.

Die angestellte Betrachtung hat jeder Langstreckenläufer im Urin: um eine hohe Durchschnittsgeschwindigkeit und damit eine gute Zeit zu erreichen, muss er gleichmäßig laufen. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen man unterschiedliche Geschwindigkeiten  zum Mittelwert verrechnen kann. So darf der Polizist  bei der Geschwindigkeitskontrolle die gemessenen km/h Werte durch die Anzahl der Geblitzten teilen, um zu sagen, welche Durchschnittsgeschwindigkeit die Verkehrssünder auf dem Abschnitt gefahren sind. (Jörn Jörren)

Baumhausbeichte - Novelle