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Freitag, 1. Juni, 17.45 Uhr

Schaltauge sei wachsam! Oder: Großes Glück im kleinen Unglück. Mit dem selben Rad gefahren, auf dem ich mir im Herbst das Schlüsselbein gebrochen habe (vom Autofahrer die Vorfahrt genommen, die Geschichte steht auch im Blog, irgendwo hinten). Das Rad blieb heil, dachte ich. Hab’s nicht akkurat getestet, könnte ich auch mangels Fachwissen nicht. Motto: Hauptsache, die Räder drehen sich. Seitdem nur selten damit gefahren, weil es das “schnelle” Rad ist, im Winter und Frühjahr waren die beiden alten Klepper dran. Jetzt: Am steilsten der Morgenberge geschaltet, es krachte, dass Füchse, Rehe und Hasen in Kilometern Entfernung flüchteten (nehme ich an), alles blockiert, ich steige ab und sehe, dass hinten das komplette Schaltwerkzeug in den Speichen steckt. Bergrunter, mit Tempo, hätte es alle Speichen abrasiert und mich wohl auch. Das war das große, dann das kleine Glück im Unglück: Zurück zum Auto konnte ich im Leerlauf fahren, da fast durchgängig abwärts. Beim Reparateur meines Vertrauens, gegenüber der Redaktion, erfahren, dass es das Schaltauge war, dass es so etwas eigentlich gar nicht gibt, es muss mal einen mächtigen Stoß abgekriegt haben. Durch die Knall-Krach-Schaltung am Berg auch noch andere Teile beschädigt (komplette Shimano-Schaltung neu), Reparatur kostet soviel wie ein neues Fahrrad im Supermarkt. Warum ich das schreibe? Weil ich nach Mitleid heische? Ja, was denn sonst?

Immerhin weiß ich jetzt, dass es ein Schaltauge am Rad gibt und wo und was es ist. Ich weiß jetzt auch, welche Durchschnittsgeschwindigkeit … siehe Sport-Stammtisch (steht online) und Mailbox. Weil es mir und den Lesern so viel Spaß gemacht hat, steht auch einiges wieder in der Kolumne, leider zu Lasten anderer Themen bzw. Ergänzungen, zum Beispiel bei den Bayern: Dass jeder ihrer Nationalspieler in anderen Mannschaften wie der Nationalelf genauso oder sogar besser “funktioniert” als im Verein und dass es in Dortmund genau umgekehrt ist, spricht gegen die Bayern-Führung und vor allem gegen Heynckes und für die BVB-Führung und vor allem für Klopp. dazu noch ein bisschen was zu Hoeneß/Rummenigge, den Epigonen von Kaiser Lichtgestalt Franz, die in seinem Schatten stehen, immer stehen werden und darunter leiden. Und dass Beckenbauer nun den Schröder macht und russischer Sportsonderbotschafter in Diensten von Gazprom und zu Diensten von Putin wird, gehört zu den grotesken Realsatiren unserer seltsamen Zeit. Der Rest ist Schweigen. Für heute im Blog.

Baumhausbeichte - Novelle