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(Pfingst-)Montag, 28. Mai, 6.30 Uhr

Angenehm kühl am frühen Morgen. Tut auch dem Sonnenbrand gut, geholt auf  dem Main-Radweg zwischen Frankfurt und Wiesbaden. Nichts für Schnellfahrer, schmaler Weg, Betrieb wie auf der Zeil.

Mit dem aktuellen Pfingst-Material für die Ergebnisseite müsste man drei füllen, um den eigenen Anspruch auf Vollständigkeit zu erfüllen. Aber schon die eine vollgepackte und auf Layout-Verhübschung zwangsweise verzichtende Seite ist ja schon eine ästhetische Zumutung für Nichtalleswissenwoller. Für die anderen jedoch eine Unverzichtbarkeit. Oder? Hat sich der Lauf der Zeit derart grundlegend geändert, dass vollgepackte, gegliederte und geordnete Informationsvollständigkeit kein Muss mehr ist? Sollte/könnte man darauf verzichten? Wegen des Internets? Nein, das könnte der Grund nicht sein, denn wer alles, was auf dieser Seite steht, im Internet zusammensuchen müsste, hätte ein paar Stunden zu tun.

Für die eine Seite muss heute stark gesiebt werden. Kanu, Rudern, Schwimmen fallen vielleicht ganz weg. In der Leichtathletik bin ich ja noch einigermaßen fit und traue mir zu, die notwendigen  Kürzungen so hinzukriegen, dass auch LA-Freaks zufriedengestellt werden. Zum Beispiel Götzis: Natürlich die Einzelleistungen der beiden Deutschen, aber nicht die der beiden Erstplazierten, das spart drei, vier Zeilen, und deren Leistungen sind international nicht soo bedeutend, dass man sie kennen müsste. Und das, was auf der Seite fehlt und den einen oder anderen Spezialisten interessiert, kann er sich ja dann doch noch herbeiklicken, zum Beispiel direkt aus Götzis oder in der Ergebnisrubrik bei leichtathletik.de.

Pascal Behrenbruch: Vom Hessischen, der Größe und dem Talent her verblüffend einem Thorsten Dauth früherer Jahre ähnelnd. Vielleicht nicht ganz so talentiert, aber vielleicht mit etwas mehr Langzeit-Biss, siehe Training im Baltikum.

“In der Leichtathletik bin ich ja noch einigermaßen fit” . . . ist diesmal keine Selbstironie. Die ist sowieso Glücksache, jedenfalls ihre Akzeptanz. Am Samstag dachte ich, es sei vielleicht etwas zu holzhammerartig, die selbstironische Fallhöhe beim Thema “System 1″ und “System 2″ durch besonders großkotziges Auftrumpfen mit der falschen Baseball-Lösung  zu vergrößern, bevor ich mich im letzten Absatz plumpsen lasse. Es gab viele Reaktionen, die meisten hatten es richtig verstanden, nur einige wenige nicht (bislang drei). Einer ließ seiner anscheinend spontan geschriebenen Mail kurz darauf eine zweite folgen, als er den letzten Absatz gelesen hatte, ein anderer ebenfalls, aber erst, nachdem er die vorsichtig fragende  Rückmail (“Haben Sie den letzten Absatz gelesen”) erhalten hatte. Irgendwie werde ich es in die Montagsthemen einbauen, mit richtiger Fünf-Cent-Lösung. Etwas ratlos macht mich nur, dass die gewollt tumb-dumpf-arrogante Großkotzigkeit nicht sofort und von allen richtig verstanden wurde – unterschied sie sich etwa nicht von sonstiger gw-Art? Dann müsste ich mal ganz tief in mich gehen. Aber zunächst gehe ich mal ganz tief in den Ergebniswust, danach erst kommen die Montagsthemen dran, traditionell mit “Pfingsten pfing ja schon gut an”-Anfang. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle