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Dienstag, 22. Mai, 12.15 Uhr

Der Rück-Blog fürs Blatt steht online, mit einer einzigen Korrektur (Kollege htr hat’s gemerkt, Danke): Der für Müller eingewechselte van Buyten spielte zuletzt als Rekonvaleszent natürlich nicht in der dritten Mannschaft, sondern in der zweiten und mit ihr in der vierten Liga. Im Blog lass ich den Fehler – nachträgliche Verschönerungen sind verboten (von mir für mich).

Wenn ich’s nicht erst soeben bei SZ.de (http://www.sueddeutsche.de/sport/dfb-weist-hertha-einspruch-zurueck-tatsachenentscheidung-ist-der-heilige-gral-1.1363042 ) gelesen hätte, wäre der Kistner-Kommentar natürlich  erwähnt worden, sehr lobend, zähneknirschend lobend, denn Thomas Kistners Doping-Journalismus nervt mich seit Jahren, er hilft nicht dem Sport, sondern der Positionierung des Autors im Anti-Doping-Ranking des deutschen Sportjournalismus. Wenn ich jetzt lese, mit welch neutraler Nüchternheit Kistner die Relegations-Sachlage gleich zu Beginn seines Kommentars zusammenfasst, wundere ich mich um so mehr, dass er in Sachen Doping nicht die gleiche Nüchternheit an den Tag legt: Dass Doping “nur” ein Regelproblem des Sports ist und überhaupt nur existiert, weil der Sport ein Regelwerk besitzt. Das Regelwerk muss geschützt werden, denn Einhaltung der Regeln (bzw. Ahndung der Nichteinhaltung) ist die Grundlage des Wettkampfsports, seien es Fehlstart-, die Drei-Versuche- oder die Doping-Regeln. Das ist im Fall des Dopings nur mit mühseliger Kleinarbeit zu schaffen, mit Modifizierung von Regeln und, eine Selbstverständlichkeit, mit weltweit auf gleichem Niveau durchgeführten Kontrollen für weltweite Leistungsvergleiche. Das einigermaßen hinzukriegen, wäre eine lohnende, aber sehr aufwändige und langwierige Sache, zudem vergleichsweise unspektakulär, damit könnte man nicht mehr in seinem Fachgebiet als Doping-Experte Ruhm und guten Verdienst ernten. Dann also lieber: Skandale aufdecken, auch wenn’s keine sind, und unter dem ethisch-moralischen Deckmäntelchen Schlagzeilen produzieren. Aber bevor ich mich wieder aufrege und bei Adam, Eva und Katrin Krabbe beginne, mach ich lieber einen Punkt und wiederhole, immer noch zähneknirschend, das hohe Lob auf den Kistner-Kommentar.

Baumhausbeichte - Novelle