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Dr. Sylvia Börgens zum “betröppelten” Kandidaten im Sonntagmorgen-Blog

Gestern haben mein Mann und ich eine Flasche Apfel-Prosecco geleert; der Anlass: Vor genau 25 Jahren ist die Familie Börgens nach Hessen gezogen. Wir haben die wichtigste Zeit unseres Lebens hier verbracht und fühlen uns wohl hier.
Jetzt zu Ihnen: Ich muss auf meinen Kommentar zu Hans-Jörg Butt verweisen, den Sie am 21. April 2004 abgedruckt haben. Butt war “bedröppelt” und das ist niederdeutsch. Weil ja Bilder mehr als tausend Worte sagen, schicke ich Ihnen mal ein Foto einer “Dröppelminna” aus dem Bergischen Land.

Ich erinnere mich vage . . . und hole den Text aus dem Archiv: Zum »betröppelten« (Montagsthemen) Butt schreibt Leserin Sylvia Börgens: »Hallo gw, die Neigung der hessischen Mundart, die harten Konsonanten p, t und k des Hochdeutschen zu den weicheren Varianten b, d und g abzuschleifen, versauert ja den hessischen Schulkindern den Rechtschreibunterricht. Die Idee, überall da, wo man >weich< spricht, >hart< zu schreiben, ist aber auch nicht frei von Fallen. Butt blickte nach seinem Wechselbad der Gefühle entweder niederdeutsch >bedröppelt< oder ober-/hochdeutsch >betröpfelt< (aber das Wort gibt’s eigentlich nicht) zum Himmel. Im Duden steht das Wort >bedröppelt< leider nicht, wohl aber das verwandte >bedripst< = ugs. bedrückt, niedergeschlagen (vgl. die englische Wortfamilie drop = Tropfen, drip = tropfen).

Baumhausbeichte - Novelle