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Mittwoch, 18. April, 18.45 Uhr.

 

Aus gegebenem Anlass ein Rückgriff auf den Blog vom 14. März: “ Thomas Gottschalk ist ein Guter. So schlau, wie Harald Schmidt sich fühlt, so klug, wie Günther Jauch gilt (oh, war das grammatisch richtig?). Einziger Kritikpunkt: Vielleicht ein bisschen zu selbstverliebt und selbstbezogen. Aber was er im Fernsehen macht, macht keiner besser. Lanz wird ein Flop, der Wetten dass schon längst ohne Gottschalk geworden wäre, weil im Prinzip Schnarchfernsehen mit Promi-PR und Gabelstapler-Irrsinn. Und nun also Gottschalk als Flop im Vorabendprogramm. Klar, alles andere hätte mich gewundert. Ich würde nie auf die Idee kommen, um diese Zeit fernzusehen, und wenn doch, dann nichts Kompaktes, keine richtige “Sendung”. Ich nehme an, nicht nur vom Alter her gehöre ich zur Gottschalk-Zielgruppe. Die guckt also prinzipiell nicht. Die anderen, die um diese Zeit fernsehen, schalten irgendwelche seltsamen Soaps, Realities oder sonstigen Unterschichtenmurks an, aber ganz sicher keinen Gottschalk. Ich muss nicht recht haben, aber falls doch, ist die Sache nicht zu retten.”

Gottschalk kommt auf den Themenzettel für den Samstags-Stammtisch, dazu der Fernseh-Deal, der norwegische Massenmörder, der elefantenschießende spanische König und noch einige Kuriositäten aus aller Welt. Am meisten schreibtjuckt mich aber, dass die Intellektuellen inner- und außerhalb der Kulturszene langsam doch auf den Trichter kommen, was mit den von ihnen (und dem gesamten Politik-Establishment) hofierten Eigentums-Freibeutern wirklich los ist: Verzogene Kinder der Geiz-ist-geil-Generation, von Revolution so weit weg wie vom Mond und “erfrischend” wie abgestandener Alkopop. Schlimm aber sind nicht die verzogenen Kinder, sondern die, die auf deren Spielzeugeisenbahn springen und am liebsten selbst im Führerhaus der vermeintlichen Wahllokomotive säßen. Mehr dazu demnächst in der “Nach-Lese” unseres Feuilletons.

Baumhausbeichte - Novelle