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Sonntag, 1. April, 6.10 Uhr.

Minus ein Grad! Autoscheiben vereist. Himmel fantastisch schwarzblau, mit einer Ahnung von dunkelrot. Ehe ich lyrisch werden kann, schreie ich: SCHEISSE! Da schreib ich im Blog von der blitzenden Skulptur in Heuchelheim, nehme mir fest vor, daran zu denken, und jetzt rauscht der Schwarzblaudunkelrot-Lyriker ahnungslos schon wieder in die Radarfalle. Sie blitzt ihm in die Augen, die schnell auf den Tacho gucken: 70. Na ja, wird glimpflich. Im Ärger über vergeudetes Taschengeld in Gießen abgebogen, obwohl doch heute der erste Sonntag im Monat ist, schon steh ich im Antik&Trödel-Stau. Gewendet, Umweg über die Brücke. Im Radio singt Roy Orbison. You got it oder so, jedenfalls nicht nicht “Pretty Woman”, der alte Hit, bei dem man immer auf das “Rrrraauuuu” wartet. Wie bei Sam the Sham & The Pharaos (bitte nicht auf die Orthographie achten, ich schreibe sonntagmorgens aus der Lameng und prüfe hinterher auch nicht nach) auf deren “Walter mach die Tür zu” (wer erinnert sich?). Ach ja, Pharaos, Pharaonen, Ägypten, mein alter Sportfreund Atef – er hat sich nicht mehr gemeldet. Ob er wohl den Blog gelesen hat? Auch in der Redaktion schweinekalt. Heizung ist schon frühjahrsabgestellt, in unserer Branche muss gespart werden. Im Schrank hängt noch die Strickjacke,, sie wird über den Pullover gepuhlt, so geht’s. Nacht-Ernte in der Mailbox bescheiden. Ich soll ein “dominanter Hengst” werden.  In unserer Blog-Mailbox sind bessere Sachen zu lesen (Danke. Für die anderen: bitte reinklicken). Noch weiß ich nicht, was ich gleich für die “Montagsthemen” schreiben soll. Eventuell, Sensation!, über Fußball. Für “Ohne weitere Worte” ein Interview mit dem Mann beiseite gelegt, der Lehrmeister des Barca-Trainers gewesen ist. Passt mir gut ins Konzept, ist auch zu vielzeilig für die OWW-Kolumne. Aber vielleicht ergibt sich durch Frühlektüre (SZ von gestern, FAS, WamS von heute) und durch die aktuelle Nachrichtenlage was anderes. Die Nachtnachrichtenlage wird gleich gecheckt, nach diesem Blog-Geblubber. Randale in Frankfurt wird dabeisein. Gestern Abend, die allerliebste Zielgruppe kommt vom Shoppping mit Schwester aus Frankfurt zurück (ein Glück, nicht mitgemusst zu haben! Acht Stunden auf den Shopping-Beinen! Ich hätt’s nicht überlebt), erzählt sie von dieser Demo auf der Zeil. Fand sie gut, wäre am liebsten mitgelaufen. Ich: WAS?! Dann Erleichterung. In Frankfurt demots vielfältig. Sie meinte die Demo gegen den Hundemord in der Ukraine. So, warmgeschrieben, Strickjacke runter, ran an die Arbeit.

Baumhausbeichte - Novelle