Archiv für April 2012

Montag, 30. April, 18.25 Uhr.

Seit ein paar Minuten stehen sehr schöne Lösungen und Lösungsversuche einiger WBI-Teilnehmer in der Mailbox. Wer alles liest, kann auch ohne meine Auflösung auf die fünf richtigen Namen schließen. Diesmal geht Zeitung vor: Auflösungstext plus zwei Top-12-Ranglisten erscheinen am Donnerstag (voraussichtlich), online kann ich’s erst einen Tag später stellen, da on tour. Zuvor erscheinen am Mittwoch die Ohne-weitere-Worte-Zitate (online schon morgen), und am Samstag gibt’s ein Sport- und Kultur-Doppel mit Sport-Stammtisch und Nach-Lese. Bis dann!

Veröffentlicht von gw am 30. April 2012 .
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Lösungen, Lösungswege und Irrungen von WBI-Teilnehmern

Es ist der 28.04., die Lösung muss weg. Leider war meine Nachforschung nicht besonders ergiebig, ich habe nur 3 Vorschläge, von denen ich hoffe, dass sie passen könnten:
A – Thomas Burke, der den Tiefstart »erfand«;
C – Dick Fosbury, der den Flop »machte«;
E – Jan Boklöv, der versehentlich den V-Stil »sprang«.
(Dr. Gerd-Ludwig Fängewisch, Heuchelheim)

Meine Lösungsvorschläge:
A: Federico Capilli
B: Edwin Moses
C:Greg Fosbury
D:?
E:Jan Boklöv

Übrigens, Matthias Beltz als Gesuchter beim letzten Mal war ziemlich gemein, da er schon zum zweiten Mal vorkam!! Oder gehen unserem Lieblingskolumnisten schon die Fragen aus? Das ist eigentlich zu bezweifeln, wenn man sich die neue Runde so ansieht. Zu D habe ich zwar eine Idee, aber ich bin mir nicht sicher, und lieber keinen, als einen Minuspunkt.
(Uwe Lemke, Wöllstadt)

Immer weniger Ahnung, aber süchtig, vielleicht bekomme ich ja einen Punkt? Wenn nicht, habe ich Ihnen ja schon oft geschrieben, es macht trotzdem Spaß und ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Sommer-Sonntag.
Meine Lösungen: (wahrscheinlich amüsieren Sie sich, aber trotzdem):
A: Axel Paulsen
B: Parry O Brien
C: Dick Fosbury
D: Mitsuo Tsukahara
E: Carl Benzing
Und nun geht es auf die Terrasse, um diesen wunderschönen ersten Sommertag »gebührend« ausklingen zu lassen.
(Doris Heyer)

Schön, dass es jetzt wieder eine neue Rätselrunde gibt. Ich hatte schon darauf gewartet. Wieder ist es Ihnen gelungen, interesssante Persönlichkeiten der Sportgeschichte aufzuspüren und in Erinnerung zu bringen. Dafür ein großes Dankeschön! Die Aufgaben waren teils leicht und teils schwieriger; insgesamt eine ausgewogene Mischung, und es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Hier nun meine Lösungsvorschläge:
A) Axel Paulsen, Eiskunstläufer, Erfinder des heute kurz »Axel« genannten Sprungs.
B)Parry O’Brien, Leichtathlet, entwickelte die Angleittechnik im Kugelstoßen.
C)Dick Fosbury, Leichtathlet, landete mit seinem »Flop« im Hochsprung keinen Flop.
D)Mitsuo Tsukahara, Kunstturner, kreierte den nach ihm benannten spektakulären Pferdsprung.
E)Jan Boklöv, Skispringer, sprang als erster im V-Stil von der Schanze, konnte damit aber selbst keine victories feiern.
Jetzt wird’s aber höchste Eisenbahn, die E-Mail abzuschicken!
(Dr. Paul Limberg, Linden)

Ihr « Wer bin ich?«-Rätsel macht wirklich Spaß,aber manchmal kann man auch verzweifeln.
Hier meine Lösungsversuche:
A. – Axel Paulsen Eiskunstlaufsprung : Axel
B. – Parry O’Brien Kugelstoßen O’Brien-Technik – Rückstoßtechnik
C. – Dick Fosbury Hochsprung Fosbury-Flop
D. – musikalisches Vater-Sohn-Duo – keine Ahnung
E. – Jan Boklöv Skispringer V-Stil
(Beate Dachauer)

Die Lösungen der 4.Raterunde muss ich nochmal korrigieren. Hier meine neuen Lösungen
A: Axel Paulsen
B: Parry O’Brien
C: Richard Fosbury
D: Mitsuo Tsukahara
E: Jan Boklöv
Wie Sie sehen habe ich nur Antwort B geändert (vorher:Edwin Moses). Mit der vorherigen Lösung war ich mir von Beginn an nicht sicher, da die Eigenschaften arrogant und überheblich sicher nicht auf Edwin Moses zutreffen. Aber die Sache mit den 122 Siegen war schon ein bedeutender Hinweis. Die Tatsache, dass er die 13er Technik als erster während des ganzen Rennens beherschte, war eigentlich keine Erfindung sondern eher seiner Physis geschuldet. Nach weiterer Recherche bin ich dann auf Parry O’Brien gestoßen, der in den Fünziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Angleittechnik im Kugelstossen erfunden hat. Er siegte 116 mal hintereinander (1952-1956) und war wegen seiner Arroganz und Starallüren unbeliebt. Er wurde »Garbo der Arena« genannt. Sein Name wird heute kaum noch im Zusammenhang mit den Kugelstosstechniken genannt.
(Paul-Gerhard Schmidt, Mücke-Nieder-Ohmen)

Bei der Aufgabenstellung sind mir sofort Begriffe wie Axel, Lutz und Fosbury-Flop eingefallen. Bei »A” liege ich damit hoffentlich schon recht nahe. Denn sprunghaft vorwärts geht’s beim Eiskunstlauf. Also einmal nachgesehen, wer wann welchen Sprung erfunden hat. Der erste Eiskunstlauf-Springer war Axel Paulsen 1882. Nach ihm wurde der »Axel« benannt. Dieses ist meine Lösung »A”.
Zu »B”: Den Beschleunigungsweg besser ausnutzen kann man bei den Wurfdisziplinen in der Leichtathletik. Also mal beim Kugelstoßen nachgesehen (warum wohl?). Dort hat ein gewisser Parry O’Brien Anfang der 1950er Jahre die O’Brien-Technik entwickelt. Dabei wird die Kugel aus einer halben Drehung heraus gestoßen und so der Beschleunigungsweg verlängert.
C: Das müsste der schon o.g. Fosbury-Flop sein, der 1968 von Dick Fosbury entwickelte und noch heute gebräuchliche Hochsprungstil. Hall of Fame passt, Schwerkraft überlisten passt auch.
Bei »D” bin ich mir unsicher. Sprunghaft vorwärts deutet eventuell auf eine Sprungdisziplin der Leichtathletik hin. Da wir Hochsprung schon hatten, kommt hier Stabhochsprung infrage. Hierbei war Anfang der 1960er-Jahre ein gewisser John Pennel sehr erfolgreich mit den neuen Aluminium- und GFK-Stäben. Ob er dabei einen neuen Stil erfunden hat, konnte ich nicht nachvollziehen. Sein Sohn Shawn war allerdings ebenfalls erfolgreicher Stabhochspringer. Der Hinweis mit dem Musikfestival hat mich etwas irritiert. Über ein Pennel-Festival habe ich nichts gefunden.
Bei »E” dürfte es sich um Jan Boklöv handeln. Um nach einem Fehler beim Skispringen nicht abzustürzen, öffnete er die Ski V-förmig, konnte damit noch einige Meter weiter springen und sicher landen. Er entwickelte daraus die Boklöv-Schere, den Vorläufer des V-Stils. Das war Anfang der 1980er-Jahre.
(Andreas Hofmann)

Meine Lösungen für die April-Runde
A: Axel Paulsen Eiskunstlauf »Axel« (Vorname) 1882
B: Parry O’Brien Kugelstoßen »O›Brien« Technik (auch: Rückenstoß- oder Angleittechnik) (Nachname) 1952/1956
C: Dick Fosbury Hochsprung »Flop« 1968
D: Tony Hawk Skateboard « Vert-Style« ab 1980 + Sohn: Riley Hawk + Tony Hawks MTV Music Festival + »Slam« von Nick Hornby (some of gw’s favourites?)
E: Jan Boklöv Skispringen V-Stil 1986-1993
bei vieren bin ich mir eigentlich 100 prozentig sicher.
bei D: passt es nicht zu den Vorgaben, dass 2 winter -(Skispringen/Eiskunstlaufen) und 3 sommerolympische Sportartenvertreter gesucht werden. Da Skateboarden aber erst in Zukunft olympisch wird, hoffe ich es war ein kleines Versehen des Autors.
(Karola Schleiter, Florstadt)
p.s. in der letzten Runde hatte ich Matthias Beltz auf dem Zettel, konnte mir aber nicht vorstellen das jemand ein zweites Mal zu erraten war. Dies fand ich ein bisschen unfair und tricky. Mein Mann hielt mich übrigens davon ab, mit dem Argument « so blöd wird der ja wohl nicht sein«.
Also gut, jetzt geb ich’s auch blogöffentlich zu: Es war weder unfair noch tricky, sondern reine Vergesslichkeit. Erst am Tag der Veröffentlichung fiel bei mir der Erinnerungs-Groschen – zu spät.

Hier mein Lösungsvorschlag:
A: Torju Torjussen (Skispringen)
B: Parry O’Brien (Leichtathletik-Kugelstossen)
C: Dick Fosbury (Leichtathletik- Hochsprung)
D: Hansi Schmidt (Handball)
E: Pauli Siitonen (Skilanglauf)
Bin mir eigentlich nur bei Lösung C sicher, sollte die auch falsch sein, war es tatsächlich ein totaler Flop.
(Uwe Paulus)

Es hat ein wenig gedauert.Da ich im Urlaub war, hatte ich den Kollegen Armin Lothwesen aus Leihgestern,ein langjähriger Abonnent Ihrer Zeitung, sportbegeistert, aber zu bequem hier mitzumachen, gebeten, für mich diesmal die Recherche zu übernehmen. Vom Ehrgeiz gepackt hat er sich an die Arbeit gemacht (den ganzen Donnerstag) und mir fünf Namen präsentiert. An einer Stelle war ich anderer Meinung A (Sommer/ Winter) ,was natürlich ein weiteres Problem nach sich zog. Gemeinsam sind wir dann auf Turnen gekommen, nicht so unsere Sportart , und können stolz die fünf Namen präsentieren. Hier unser Ergebnis Manfred Stein/Armin Lothwesen:
A Axel Paulsen (Eiskunstlauf)
B Parry O’Brien (Drehstoßtechnik)
C ›Dick‹ Fosbury (Fosbury-Flop) (gefunden wurde auch der Name Fritz Pringl)
D Mitsuo Tsukahara (Sprung,Turnen)
E Jan Boklöv (Skispringen V-Stil)
(Manfred Stein)

Gestern und heute habe ich mich nun mit der neuesten Wer bin Ich ? Runde beschäftigt und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen.
A) Torju Torjussen
Er ist der Älteste und seine Erfindung ist ohne seinen Namen damit sozusagen namenlos. Er hat  die Telemarklandung Ende des 19 Jahrhunderts – 1883- erfunden. Telemark ist eine norwegische Provinz. Der Sprungstil bei der Landung gehört zum Skisprung, der eine olympische Winterdisziplin ist.
B) Parry O’Brien
Er war Kugelstoßer. Diese leichtathletische Disziplin ist eine sommerolympische. Er war 116 mal hintereinander unbesiegt und galt als arrogant und überheblich. Er erfand die Rückenstoß-Angleittechnik, um den Beschleunigungsweg besser ausnutzen zu können. Die O’Brien Technik verlor dann dessen Namen.
C) Richard Douglas Fosbury
Er ist Erfinder des Fosbury Flops im Hochsprung, einer sommerolympischen Leichtathletikdisziplin. Er war 1968 in dieser Disziplin in Mexiko Olympiasieger. Sein Sprungstil wurde anfangs belächelt und er galt zunächst als wenig hochleistungstalentiert und trainingsfaul. 1992 wurde er in die Hall of Home aufgenommen. Der Name Fosbury Flop existiert noch.
D) Mitsuo Tsukahara
Er erfand den Tsukahara, den Doppelsalto rückwärts gehockt….mit ganzer Längsachsen Drehung, der zum sommerolympischen Pferdsprung gehört und kam somit »sprunghaft vorwärts«. Er und sein Sohn Naoya waren Olympiasieger. Es gibt das musikalische Tsukahara Festival. Der Tsukahara – Vorname – Sprung ist namentlich so auch noch bekannt.
E) Jan Boklöv
Er erfand im Skisprungtraining bei einem Absprungfehler versehentlich die V-Sprungtechnik, die Boklöv – Schere. Skisprung gehört auch hier zur Winterolympiade. Der Name Boklöv zu diesem Sprungstil verlor sich.
(Peter Storm, Wettenberg)

Ansonsten fürchte ich, dass auch diese Runde trotz der Verteilung von 5 Punkten keine Trennung von Spreu und Weizen bewirken wird. Ich persönlich fand es diesmal sogar relativ einfach. Mein übliches Vorgehen und nach knapp 3 Stunden (inklusive aller Bedenkzeiten und Abschweifungen beim Recherchieren) hatte ich folgende Lösung beisammen:
A: Axel Paulsen (18. Juli 1855 in Kristiania (heute Oslo),Norwegen gestorben 1938 ich habe kein Datum gefunden) , Erfinder des einzigen vorwärts abgesprungenen Sprungs im Eiskunstlauf (Winterolympisch). Lustig finde ich dabei, dass keiner vom Werner (Rittberger) oder Ulrich (Salchow) spricht. Überrascht hat mich, dass er den Sprung schon 1882 kreiert hatte. Ansonsten auch ein interessanter Lebenslauf. Ich stelle mir gerade vor, wie auf heutigen Eisschnelllaufschlittschuhen eine Pirouette auf der Ziellinie aussehen würde… oder gar ein Axel.
B: William Parry O’Brien, Jr. (January 28, 1932 – April 21, 2007 USA – übermorgen 5 Jahre) , Kugelstoßen (Sommerolympisch), er erfand den O’Brien glide, die Angleittechnik. 4-facher Olympiateilnehmer, gewann 116 Wettbewerbe in Folge. Er muss Honigliebhaber gewesen sein und fast so trainings«verrückt« wie Sie es von sich selbst beschreiben. Starb mit 75 Jahren bei einem Schwimmwettbewerb im Becken. Und hält immer noch einen Altersrekord im Kugelstoßen!
C: Richard Douglas »Dick« Fosbury (geboren 6. März 1947 USA) erfand den Fosbury Flop (Hochsprung Sommerolympisch), bei dem angeblich der Körperschwerpunkt unterhalb der Latte bleibt. Im Gegensatz zum Wort im wörtlichen Sinn war sein Flop höchst erfolgreich, heute wüsste ich keinen Springer mehr, der noch per Straddle die Latte überquert. Etwas überrascht hat mich, dass ich beim Suchen nirgends eine Erklärung dafür gesehen habe, warum dieser so erfolgreiche Flop als »Versager« bezeichnet wurde.
D: Mitsuo Tsukahara, 22. Dezember 1947 geboren Japan) entwickelte den Tsukahara-Salto, den wohl auch sein Sohn Naoya Tsukahara turnt. (Turnen Sommerolympisch, das war eine kleine Klippe beim Nachdenken) Allerdings half mir meine »Erinnerung« an den Gienger-Salto… und die Überlegung bei welchen Sportarten in Sommerspielen es denn noch »benamte« Figuren geben könnte. Denn E hatte ich auf Grund der Hinweise schon vorher gelöst. Das Tsukahara-Musikfestival dann zur Bestätigung zu finden, war kein großes Problem.
E: Jan Mauritz Boklöv (14. April 1966, in Schweden) »erfand angeblich in Folge eines Absprungfehlers im Training versehentlich den V-Sprungstil im Skispringen« (Winterolympisch). Ulkigerweise widersprechen sich die Quellen da etwas, denn an anderer Stelle fand ich, dass seine natürliche (?) Beinstellung daran schuld gewesen sei. Natürlich ist Ihr Hinweis auf das »V-Zeichen« ( Victory bei Churchill, Ackermann) ziemlich deutlich.
So denke ich mal, dass ich weiter in der Spitzengruppe bleiben werde, bezweifle aber, dass die gewieften Mitspieler Punkte liegenlassen werden. Aber es hat wieder Spaß gemacht!
(Walther Roeber)

Veröffentlicht von gw am 30. April 2012 .
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Dr. Sylvia Börgens zum Elefanten- und Bärentöter Juan Carlos

“Juan Carlos? Da war doch mal noch was ganz anderes? Ach ja:” … am Nachmittag des 23. Februars 1981 besetzte ein Trupp der Guardia Civil unter Führung des Oberstleutnants Antonio Tejero das spanische Parlament, in dem gerade der neue Ministerpräsident gewählt werden sollte. Mit Waffengewalt zwangen sie die Abgeordneten und die amtierende Regierung in Deckung. Das Foto des Anführers, wie er mit der Waffe am Rednerpult stand, ging um die ganze Welt. Die Situation war krisenhaft, ein Armeegeneral in Valencia, Milans del Bosch, schloss sich dem Putschversuch an. In der Nacht wandte sich der König in Uniform in einer Fernsehansprache an die Spanier, versicherte der jungen spanischen Demokratie seine vorbehaltlose Unterstützung und befahl allen Armeeangehörigen, in die Kasernen zurückzukehren. Darauf fiel der Putsch in sich zusammen.
Dass in der jetzigen Wirtschaftskrise Spaniens demokratische Institutionen unangefochten dastehen, ist auch ein Verdienst des Königs. Ich finde, das wiegt manche Eskapaden auf, oder? (Dr. Sylvia Börgens)

Veröffentlicht von gw am 30. April 2012 .
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Montagsthemen (vom 30. April)

Es sieht gut aus für den »Montagsthemen«-Wunschzettel vom Februar, auf dem wir notierten: München möge bitte die Champions League gewinnen, Dortmund die Meisterschaft, Gladbach den Pokal, Schalke soll Vizemeister werden und alle vier, weil sie es verdient haben, in die Champions League kommen. Mit kleinen Änderungen: Voilà!
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Schön auch . . . »Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht« . . .  nein, heute nichts zum Wetter, auch nicht von Klopstock, den gebildete Hessen lieber Klopfstock schreiben würden. Auch Mörike vergessen wir wieder nach diesem traumhaften Wochenende, denn wenn seine Veilchen schon träumen, denken wir noch an das von Robben, und der leise Harfenton, dem wir von fern horchen, hört sich nach BVB-Pauken (Pokalfinale), Bayern-Trompeten (Champions League) und DFB-Schalmeien (EM) an. Das blaue Band, das der Frühling wieder durch die Lüfte flattern lässt, hat nun mal andere Vereinsfarben.
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Zum Beispiel die der Augsburger, wie immer sie auch sein mögen . . . mal schnell online nachschauen . . . aha, Rot und Gelb dominieren, also eine Bayern-BVB-Mischung, das passt, denn der FC Augsburg und sein – ähnlich wie der Freiburger Streich – toller Trainer Luhukay haben ein echtes Meisterstück vollbracht, mit dem der wahre Sport und die Ware Sport (auch der FCA spielt für Geld) sich vereinbaren lassen. Also: »Schön auch . . . «, dass Augsburg nicht an der Tabellenstelle von Berlin steht, das wiederum dort steht, wo es hingehört und den gleichen Weg zu nehmen scheint wie vor einem Jahr die Eintracht nach einem ähnlich verzweifelten Griff in die Mottenkiste.
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Aber nun nichts mehr zum Fußball. »Nada«, wie der Spanier sagt und die Nationale Anti-Doping-Agentur heißt, die sich unsterblich blamiert hat, was aber medienmainstreamig nur ungern thematisiert, also wegschwadroniert wird. In der Erfurter UV-Blutaffäre hat sich die NADA jedenfalls wie ein blutiger Laie angestellt, was uns hier und heute aber nicht interessiert, denn das Thema D. haben wir durch. Der »blutige Laie« lässt uns aber an Lars Riedel denken, der einmal als »begnadeter Körper« galt und sich jetzt plötzlich beim Zappen in einer RTL-Tanzshow als »dappischer« Körper rematerialisierte. Nur eine oder zwei Sekunden ausgehalten, dann fremdschämend weggezappt. Bei Wikipedia nachgeschaut, was der einst fast überlebensgroße Diskuswerfer heute noch so alles macht: Beim B-»Promi-Boxen« von ProSieben knockout geschlagen von einem C-Prominenten, der »es mag, Leute zu schockieren, indem er Insekten isst oder während Konzerten auf seine Bandkollegen uriniert. Andere typische Aktionen sind, dass er eine Flasche Jägermeister durch eine sogenannte Bierbong auf ex trinkt«.
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Riedels nachsportlicher Lebensweg führt also von höchsten sportlichen Höhen in peinlichste Privatsender-Niederungen, und wir erinnern uns an seine letzten sportlichen Zuckungen, als er nicht aufhören wollte und konnte, weil: »Ich habe noch keine konkreten beruflichen Pläne geschmiedet.« Da war Riedel bereits 40 Jahre alt. Und dann demnächst auf Sky11Zock: »Das große Poker-Duell Boris B. vs. Lars R.«?
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Das große Duell um den Klassenerhalt hat Gießen verloren, aber im Basketball wird der Abstieg nicht so heiß gegessen, wie er am Samstag gekocht wurde, Stichwort: die »wild’ Katt«. Warum sich nicht nur deswegen die Wehmut des dem Gießener Basketball journalistisch-historisch eng verbundenen Kolumnisten in Grenzen hält, ist im Blog »Sport, Gott & die Welt« zu lesen. Klicken Sie doch mal rein!
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Selbst reingefallen auf die eigene Veralberung der so beliebten wie unfreiwilligen Subjekt-Objekt-Vertauschungen? »Das große Duell um den Klassenerhalt hat Gießen verloren«? Wer wen? Na ja, in diesem Fall ist es fast egal und sowieso freiwillig, um den passenden Übergang zum Schlusssatz zu finden, denn beim Suchen nach dem Riedel-Zitat fand sich bzw. ich diese Behauptung der Süddeutschen Zeitung über den türkischen Staatspräsidenten Gül wieder: »Seine Frau hat die Mutter für ihn ausgesucht.« Eine nicht nur für Grammatik-Freunde, sondern auch für Zeitreisen-Fans ziemlich vertrackte Geschichte. (gw)

Veröffentlicht von gw am 29. April 2012 .
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Sonntag, 29. April, 6.15 Uhr.

Gießen trauert, seine Basketballer sind abgestiegen, zum ersten Mal. Bin schon seit vielen Jahren nicht mehr bei einem Spiel gewesen, zu wenig Identifikationsmöglichkeiten. Irgendwelche Spieler von irgendwoher spielen irgendwielang, also nur kurz für den Klub. Nicht nur deswegen keine Wehmut, sondern auch: Irgendeine wilde Karte wird’s schon geben, abgestiegen ist noch lange nicht abgestiegen. In den 70er Jahren war ich bei jedem Spiel dabei, auch bei fast jedem Training, denn oft trainierte ich gleichzeitig mit den MTVern in der Osthalle, ich im Kraftraum. Zum Aufwärmen oft gegen einen MTV-Basketballer Eins gegen Eins gespielt. Gegen Kleine, Quirlige (Krausch & Co.) keine Chance, gegen Große, Kräftige oft gewonnen, sogar gegen den angeblich Besten des MTV in 1 gegen 1 (der Schorsch). Meine Spezialität: Der Körper und der Hookshot (an dem soll ja Nowitzki heimlich üben). Beim morgendlichen Dahinbrabbeln an Nestor denken, an das Zitat, das ich schön öfters verwendet habe, von den alten Kerlen, die sich ihrer früheren Taten rühmen. Oder an den Hessenspruch: Was san mir Kerle, was hun mir Bäusch! Auch Erinnerung an journalistische Anfänge, denn ich war nicht nur bei jedem Spiel und bei vielen Trainingseinheiten dabei, sondern schrieb die Spielberichte und viel Drumrum. MTV-1846-Basketball war mein (journalistisches) Leben! In dem ARD-Film über mich (“Kraftproben”:  ”Eine Kugel für Montreal”, oder hieß er “Der Atzbacher”?) , den ich nie gesehen habe und nie sehen wollte und nicht sehen will (obwohl ich gut bei weggekommen sein soll und der Film Preise gewonnen hat), soll auch eine Szene in der Osthalle sein, mit mir am Anschreibtisch “bei der Arbeit”. Mit “hier bei der Arbeit” meldet sich auch Holger Geschwindner immer am Telefon. Wie hat heute Nacht sein Dirk gespielt? Mal schnell im Nachrichtenpool nachschauen, einen Moment bitte … noch kein Ergebnis da. Die Mavericks haben doch um 3 Uhr gespielt, oder erst nächste Nacht? Derrick Rose, Ass der Bulls,  Kreuzbandriss, Playoffs schon vorbei. Solche Meldungen tun einem immer selbst weh.

So, schon kurz nach halb sieben, viel zu tun bis Dienstag: Aktuelle Seitenarbeit, Montagsthemen, Feuilleton-Kolumne (Freibeuter), Wer-bin-ich?-Auswertung und -Kolumne usw. muss alles vorgeschrieben und fertig sein, da zwischen Dienstag Nachmittag und Donnerstag Abend on tour (ohne Mails lesen oder beantworten zu können). Wann die Wer-bin-ich-Kolumne mit der Auflösung erscheint, steht noch nicht fest, wahrscheinlich am Donnerstag. Vorher werde ich aber kommentarlos alle Lösungsmails in die Mailbox stellen, in denen die Lösungswege begründet werden, auch die falschen (auch auf falscher Fährte wird auf hohem Niveau gedacht, Respekt! Da tauchen Namen auf, die ich noch nicht einmal kenne). So, letzte Blog-Amtshandlung, noch mal nach Nowitzki schauen. Moment bitte … aha, haben erst um 4.30 Uhr gespielt, läuft also wohl noch. Ich lauf jetzt auch an die Arbeit. Wir lesen uns in den Montagsthemen wieder.

Nachtrag 7.15 Uhr:

Dallas verliert mit einem Punkt in Oklahoma, Durant macht den entscheidenden. Nowitzki 25.

Veröffentlicht von gw am 29. April 2012 .
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Baumhausbeichte - Novelle