Archiv für April 2012

Montag, 30. April, 18.25 Uhr.

Seit ein paar Minuten stehen sehr schöne Lösungen und Lösungsversuche einiger WBI-Teilnehmer in der Mailbox. Wer alles liest, kann auch ohne meine Auflösung auf die fünf richtigen Namen schließen. Diesmal geht Zeitung vor: Auflösungstext plus zwei Top-12-Ranglisten erscheinen am Donnerstag (voraussichtlich), online kann ich’s erst einen Tag später stellen, da on tour. Zuvor erscheinen am Mittwoch die Ohne-weitere-Worte-Zitate (online schon morgen), und am Samstag gibt’s ein Sport- und Kultur-Doppel mit Sport-Stammtisch und Nach-Lese. Bis dann!

Veröffentlicht von gw am 30. April 2012 .
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Sonntag, 29. April, 6.15 Uhr.

Gießen trauert, seine Basketballer sind abgestiegen, zum ersten Mal. Bin schon seit vielen Jahren nicht mehr bei einem Spiel gewesen, zu wenig Identifikationsmöglichkeiten. Irgendwelche Spieler von irgendwoher spielen irgendwielang, also nur kurz für den Klub. Nicht nur deswegen keine Wehmut, sondern auch: Irgendeine wilde Karte wird’s schon geben, abgestiegen ist noch lange nicht abgestiegen. In den 70er Jahren war ich bei jedem Spiel dabei, auch bei fast jedem Training, denn oft trainierte ich gleichzeitig mit den MTVern in der Osthalle, ich im Kraftraum. Zum Aufwärmen oft gegen einen MTV-Basketballer Eins gegen Eins gespielt. Gegen Kleine, Quirlige (Krausch & Co.) keine Chance, gegen Große, Kräftige oft gewonnen, sogar gegen den angeblich Besten des MTV in 1 gegen 1 (der Schorsch). Meine Spezialität: Der Körper und der Hookshot (an dem soll ja Nowitzki heimlich üben). Beim morgendlichen Dahinbrabbeln an Nestor denken, an das Zitat, das ich schön öfters verwendet habe, von den alten Kerlen, die sich ihrer früheren Taten rühmen. Oder an den Hessenspruch: Was san mir Kerle, was hun mir Bäusch! Auch Erinnerung an journalistische Anfänge, denn ich war nicht nur bei jedem Spiel und bei vielen Trainingseinheiten dabei, sondern schrieb die Spielberichte und viel Drumrum. MTV-1846-Basketball war mein (journalistisches) Leben! In dem ARD-Film über mich („Kraftproben“:  „Eine Kugel für Montreal“, oder hieß er „Der Atzbacher“?) , den ich nie gesehen habe und nie sehen wollte und nicht sehen will (obwohl ich gut bei weggekommen sein soll und der Film Preise gewonnen hat), soll auch eine Szene in der Osthalle sein, mit mir am Anschreibtisch „bei der Arbeit“. Mit „hier bei der Arbeit“ meldet sich auch Holger Geschwindner immer am Telefon. Wie hat heute Nacht sein Dirk gespielt? Mal schnell im Nachrichtenpool nachschauen, einen Moment bitte … noch kein Ergebnis da. Die Mavericks haben doch um 3 Uhr gespielt, oder erst nächste Nacht? Derrick Rose, Ass der Bulls,  Kreuzbandriss, Playoffs schon vorbei. Solche Meldungen tun einem immer selbst weh.

So, schon kurz nach halb sieben, viel zu tun bis Dienstag: Aktuelle Seitenarbeit, Montagsthemen, Feuilleton-Kolumne (Freibeuter), Wer-bin-ich?-Auswertung und -Kolumne usw. muss alles vorgeschrieben und fertig sein, da zwischen Dienstag Nachmittag und Donnerstag Abend on tour (ohne Mails lesen oder beantworten zu können). Wann die Wer-bin-ich-Kolumne mit der Auflösung erscheint, steht noch nicht fest, wahrscheinlich am Donnerstag. Vorher werde ich aber kommentarlos alle Lösungsmails in die Mailbox stellen, in denen die Lösungswege begründet werden, auch die falschen (auch auf falscher Fährte wird auf hohem Niveau gedacht, Respekt! Da tauchen Namen auf, die ich noch nicht einmal kenne). So, letzte Blog-Amtshandlung, noch mal nach Nowitzki schauen. Moment bitte … aha, haben erst um 4.30 Uhr gespielt, läuft also wohl noch. Ich lauf jetzt auch an die Arbeit. Wir lesen uns in den Montagsthemen wieder.

Nachtrag 7.15 Uhr:

Dallas verliert mit einem Punkt in Oklahoma, Durant macht den entscheidenden. Nowitzki 25.

Veröffentlicht von gw am 29. April 2012 .
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Freitag, 27. April, 15 Uhr.

Für den „Sport-Stammtisch“ (ist online) den Klopp-„Stern“ nur überflogen. Jetzt die Titelgeschichte komplett gelesen. Schönes Beleg-Beispiel für meine These vom Hinterherbescheidwissen. Bewiesen wird immer das, was sich erwiesen hat. Klingt gescheit und überzeugend, da wird eine scheinbar logische Motivations-Beweiskette geknüpft, über viele Seiten hinweg, en passant von Goebbels über Luther King bis Obama  die Wirkungsweise anderer Motivatoren erklärend und in keinem Punkt zu widerlegen, weil sich die Argumentation nur nach dem richtet, was sich ereignet hat. Was hätte in einer Klopp-Titelgeschichte nach der Europacup-Blamage gestanden? Was wird nächste Saison darin stehen? Gegen diese Art der Argumentation hätte auch der naivkluge Junge im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern keine Chance. Wenn er riefe: „Ist doch alles Nonsens, was ihr da schreibt“, erhielte er die Antwort: „Stimmt’s oder stimmt’s nicht?“ Und wenn nächstes Jahr alles ganz anders kommt, wird eben ganz anders argumentiert, dann wird ganz genau, völlig  überzeugend und auf  hohem intellektuellem Niveau wieder hinterher Bescheid gewusst. Und wir warten weiter auf den, der uns Bayern-Dominanz, Bayern-Schwäche, Bayern-Wiedergeburt, Dortmunder Euro-Blamage mit sofortiger, phänomenaler Liga-Siegesserie, Barcas Wunderfußball und Chelseas Sieg und und und erklärt. Und zwar vorher. 

Nur zur Sicherheit: Dies schreibt ein Bewunderer von Klopp und seinem BVB und ein Skeptiker der Bayern und ihrer Fußball-Philosophie.

Veröffentlicht von gw am 27. April 2012 .
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Sonntag, 22. April, 6.30 Uhr.

Pilawa-Quiz. Zum erstenmal so etwas komplett gesehen, nicht nur gezappt. Viel fremdgeschämt. Öffentliche Selbstinszenierung scheint das wichtigste Talent zu sein, das man heute haben muss. Wie sich ein Chefredakteur einer hessischen Regionalzeitung in Szene setzt, lässt mich fast hoffen, lieber mit Hape Kerkelings stellvertretendem Chefredakteur aus Grevenbroich gleichgesetzt zu werden als mit solch einem aufgesetzten Smartie. Eindruck: Er und im Einspielfilmchen seine Redaktion führen im Rollenspiel vor, wie sie wünschen, als Chefredakteur und als Redaktion nach außen zu wirken. Liebe Nicht-Chef- und sonstige Redakteure: Alles ganz anders! Auch eine junge Frau, promoviert, stellt dar, wie sie gerne sein möchte, und lässt dann Picasso die Mona Lisa malen. Was nicht schlimm ist, solche Aussetzer sind menschlich. Aber wenn man sich zuvor in der Selbstinszenierung witzig, klug, schlagfertig, attraktiv und überhaupt sowas von hip präsentiert hat, ist die Fallhöhe umso größer. Dann das Finale: Zwei Kandidaten, die beeindruckend viel wissen. Einer gewinnt 500000 Euro und wird gefeiert, der andere kriegt nix und steht betröppelt am Rande. The winner takes it all, the looser … wie heißt es bei Abba? … is standing small? Ach ja, eine der Fragen, die man beantworten musste, lautete: Wie heißt der hessische Ministerpräsident? Das ist ein Affront uns Hessen gegenüber, so etwas unter den schwierigen 500000-Euro- Fragen zu führen. Sorry, lieber Volker Bouffier, das wird ein Montagsthemen-Gag zu Ihren Lasten.

Noch ein Blick auf die Nachrichtenlage der Nacht: Netanjahu hält deutsch-israelische Beziehungen für einzigartig. Allerdings! Die Dorfkneipe ist tot, aber der Eichenprozessionsspinner breitet sich rasch aus. Ban Ki Moon gegen Zypern-Konferenz. Ban Ki Moon? Heißt so nicht  das Holz meiner Terrasse? Margot Käßmann tritt Amt als Botschafterin für das 500jährige Reformationsjubiläum an und nennt es (das Amt, nicht das Jubiläum) „eine spannende Herausforderung“. Meingottmargot!  Aber eines muss man ihr lassen: Im Ranking für das wichtigste Talent, das man heute haben muss  (siehe oben), bleibt sie die unbestrittene deutsche Nummer …. nicht 2, nicht 1,54, sondern 1.

Veröffentlicht von gw am 22. April 2012 .
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Freitag, 20. April, 17.30 Uhr.

Blog-Surfern, die auf ihren wilden Ritten im Netz zufällig  hier andocken, muss es ab und zu mal gesagt werden: Dieser Blog ist kein richtiger Blog (sonst müsste es auch „dieses Blog“ heißen, oder?), sondern der Schmierzettel für meine Zeitungskolumnen, die recht angelinkst werden können. Nee, rechts angelinkt (mit der Zugabe  Henni Nachtsheim als Eintracht-Gastkommentator). Mal kritzel ich was, mal sammle ich was, mal reiße ich ein Thema an oder schreibe es vor, um es später in die „richtige“ Kolumne reinzuredigieren, also in die Zeitung. Manches ist mir später zu blöd, um in die Zeitung zu kommen, aber im Netz bleibt es, gelöscht wird nichts, denn im Netz arbeite ich ohne Netz und ohne doppelten Boden sowieso. Wie’s gedacht ist und funktionieren soll, sieht man heute in der Sport-Stammtisch-Kolumne für Samstag (Also: recht anlinksen!)  in Kombination mit den letzten Blog-Einträgen (ach ja, das Bild, lieber Walther Roeber, bedeutet das, was Sie befürchten; aber kein weiteres Wort von mir dazu).

Warmschreiben für die Kolumne ist auch eine Funktion des Blogs, vor allem am Sonntagmorgen. Aber ich sollte vorsichtiger sein, sonst werde ich noch schlagzeilen-promiment als „Deutschlands dümmster Autofahrer“, der siebenmal in die selbe Blitzerfalle tappt (ja, es ist noch was dazugekommen). Der erste Blitz traf mich am 18. März, einem Sonntagmorgen, und wurde sogleich im Blog notiert. Die verwegene Hoffnung, der Kelch könnte an mir vorbeifahren, hat leider getrogen: Heute kam der erste Streich (25 Euro), sechs weitere folgen wohl sogleich. Das kostet mich das schöne Taschengeld bis Oktober.

Veröffentlicht von gw am 20. April 2012 .
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