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Montagsthemen (vom 19. März)

Die Bayern in der Krise: Nach zwei Siebener-Siegen nur sechs Tore in Berlin – was ist bloß los? So wird das nichts mit dem Triple!
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Mal unalbern: Die Leistungskurven von BVB und Bayern bewegen sich aufeinander zu. Wer die letzten Spiele gesehen hat, ahnt, dass die Kurven sich treffen werden.
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In Augsburg und gegen die extrem geschwächten Bremer sah man, dass die verspielte BVB-Meute ratlos wirkt, wenn’s nicht läuft, wie’s laufen sollte. Klopp weiß das: Schon gegen limitierte, aber »harte Jungs« in der Champions League, die »mit allen Abwassern gewaschen« sind, »hat es wumm gemacht. Dabei wollten wir doch nur spielen« (Spiegel-Interview).
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Der Punkt, an dem sich beschleunigte Kurven treffen, war einst der Punkt, an dem sich ein hilfloser Schüler geistig vom Mathe-Unterricht löste. »Lambda«, das griechische »L«, sei dieser Punkt, sagte der Lehrer. Fortan antwortete der Schüler auf jede Frage nach einer mathematischen Lösung: »Das kann eigentlich nur Lambda sein.« Nun aber ahnt der Ignorant, die wirklich richtige Antwort nach dem Kurventreffpunkt zu kennen: Nicht Lambda, sondern »BVBFCB11.4«. Nur wie’s dann weitergeht, das bleibt vorerst höhere Mathematik bzw. Kaffeesatzlesen.
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Ignoranz auch in Sachen Wintersport: Endlich darf auf- und tief durchgeatmet werden. Nur eine, eine Wunderbare, wird jetzt schon vermisst. Und die hört ja sogar ganz auf.
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Auch Ian Thorpe wird wohl ganz aufhören, nachdem er beim Comeback endgültig an der Olympia-Qualifikation gescheitert ist. »Endgültig«, das kategorische Wörtchen wird im Sport viel zu oft und meistens falsch benutzt, aber bei Thorpe dürfte es zutreffen.
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Dass Thorpe in seiner Glanzzeit in Australien trotz zu hoher Testosteron- und Wachstumshormon-Werte geliebt, verteidigt und kraft einhelliger Volksmeinung reingewaschen wurde, obwohl der Befund auf der Doping-Skala ungefähr bei sieben Ulle-Punkten lag, wird hiermit ebenfalls »endgültig« zu den Akten gelegt.
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Neue Diskussionen wird es um Oscar Pistorius geben, dem Befangenheit gegenüber Behinderten und politische Korrektheit erlauben, seine Leistung mit der anderer Sportler zu vergleichen, obwohl sie unvergleichbar sind. Mit 45,2 hat er die Olympia-Norm über 400 Meter erfüllt. Von vorn bis hinten haben wir das Thema schon durchbuchstabiert, auch die Historie der Hightech-Prothesen (erinnern Sie sich? Irak-Krieg!). Im Vorfeld von Olympia werden wir darauf zurückkommen (müssen).
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Größer als die sportliche Skepsis über den Vergleich von Unvergleichbarem bleibt aber der Respekt vor dem großen Sportler-Charakter Pistorius. Er hat Obamas Wahl-Spruch individuell verinnerlicht: »Yes, we can!«
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So packen sie es auch in Griechenland an, wo sich Selbsthilfe-Organisationen den Namen »Borume« (»Wir können«) geben. Und damit sollten auch wir in die Woche starten: »Nää, borume!« Aber bitte beachten: »Nää« ist kein hessisches »Nein«, sondern griechisch und heißt »Ja«. (gw)

Baumhausbeichte - Novelle