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Mittwoch, 14. März, 17.00 Uhr.

Auf den Medienseiten der großen Zeitungs-Kollegen müht man sich mit dem Gottschalk-Flop ab. Senf dazu: Thomas Gottschalk ist ein Guter. So schlau, wie Harald Schmidt sich fühlt, so klug, wie Günther Jauch gilt (oh, war das grammatisch richtig?). Einziger Kritikpunkt: Vielleicht ein bisschen zu selbstverliebt und selbstbezogen. Aber was er im Fernsehen macht, macht keiner besser. Lanz wird ein Flop, der Wetten dass schon längst ohne Gottschalk geworden wäre, weil im Prinzip Schnarchfernsehen mit Promi-PR und Gabelstapler-Irrsinn. Und nun also Gottschalk als Flop im Vorabendprogramm. Klar, alles andere hätte mich gewundert. Ich würde nie auf die Idee kommen, um diese Zeit fernzusehen, und wenn doch, dann nichts Kompaktes, keine richtige “Sendung”. Ich nehme an, nicht nur vom Alter her gehöre ich zur Gottschalk-Zielgruppe. Die guckt also prinzipiell nicht. Die anderen, die um diese Zeit fernsehen, schalten irgendwelche seltsamen Soaps, Realities oder sonstigen Unterschichtenmurks an, aber ganz sicher keinen Gottschalk. Ich muss nicht recht haben, aber falls doch, ist die Sache nicht zu retten.

Nachtrag zu Wolfgang Herrndorf: Nach der freudigen späten Überraschung “Tschick” wie angekündigt “Sand” und eine Kurzgeschichten-Sammlung bei Amazon bestellt und gelesen. Na ja, nicht alles. “Tschick” bleibt ein Solitär –  und Herrndorfs Blog “Arbeit und Struktur” sein literarisches Großwerk. Damit bleibt er. Beim Lesen vergisst man zu atmen und merkt es erst, wenn der Körper nach Luft schnappt.

Letzte Anmerkung zu Gottschalk und Herrndorf: Weit davon entfernt zu  glauben, mit der eigenen Einschätzung richtig zu liegen. Aber es ist die einzige, die ich habe, also stehe ich dazu, inklusive Option auf  Einschätzungsänderung. Zum Beispiel, wenn ich  irgendwann noch einmal “Sand” lese. Oder wenn Lanz zum Über-Gottschalk werden sollte. Das aber (Lanz, nicht “Sand”) ist ungefähr so wahrscheinlich wie der Aufstieg, die deutsche Meisterschaft im Durchmarsch und der anschließende Champions-League-Triumph der Frankfurter Eintracht, mit sieben Kittel-Toren im Finale gegen den FC Barcelona, bei dem Messi gegen den reaktivierten Uwe Bindewald kein Land sieht und weinend ausgewechselt wird.

Baumhausbeichte - Novelle