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Wer bin ich? (vom 8. März)

In der dritten und letzten Fragerunde der März-Ausgabe von »Wer bin ich?« kann nur noch ein Punkt gewonnen – oder zwei bzw. drei verloren werden. Noch einmal der Modus: Wer nach der Drei-Punkte-Runde einen Namen gemailt hat, durfte in der Zwei-Punkte-Runde und darf in der heutigen Ein-Punkt-Runde einen neuen nennen, verliert aber, wenn er zuvor richtig lag, diese Punkte.
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Um drei Punkte ging es mit diesen Informationen: Es handelt sich um einen Mann, der nicht durch eigene sportliche Leistungen, sondern – unter anderem – mit Beobachtungen und Einschätzungen der sportlichen Leistungen anderer aufgefallen ist. Er war schon früh ein scharfer Beobachter des Sports und seiner Rolle in der Gesellschaft. Später erinnerte er sich, wie er als Knabe das »Wunder von Bern« erlebte.
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Die Zwei-Punkte-Hinweise bestanden aus zwei aus Sicht des Fragestellers sehr verräterischen Zitaten: »Die Menschen lagen in den Fenstern und hatten Betttücher rausgehängt, Fahnen gab es wohl nicht mehr und noch nicht, ein uriges, von Alkohol getriebenes Geschrei hallte durch die Straßen. Fasziniert von dem Krach, mich ein wenig wohlig fühlend in der Volksgemeinschaft der Sieger, hatte ich dennoch ein bisschen Angst. Früh also war Misstrauen da, gerade auch wenn ich mich freute« (4. Juli 1954). Und über die WM 1970: »Ich weiß noch, dass wir in der Wohngemeinschaft, obwohl linksradikal, eine relativ starke nationalistische Begeisterungstour drauf hatten. Den einen oder anderen Kommunisten, der damals auch zu Besuch war, den hat die Fernsehgemeinschaft sofort rausgejagt.«
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In der ersten Runde nannten viele Leser einen Namen, was sinnvoll war, denn wer den Gesuchten nicht fand, konnte sich durch Raten nicht schaden. Seltsam aber, dass sich nach Runde zwei kaum jemand umorientierte – sind Sie sich, liebe Teilnehmer, wirklich so sicher?
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Mal sehen. Auf geht’s in die Ein-Punkt-Runde: In der Zwei-Punkte-Runde nahm ein »Anstoß«-Leser der ersten Stunde erstmals überhaupt teil und sicherte sich auf Anhieb zwei Punkte, weil er sich an eine alte Kolumne erinnerte. Das war durchaus ein erster Hinweis. Der zweite zählt drei Dinge auf, die der Gesuchte nicht hat oder hatte: den Büchner-Preis, das Bundesverdienstkreuz und ein eigenes Auto. Er war/ist auch weder Politiker, noch Filmstar oder die Erfindung eines Autors (wie zuletzt Colin Smith aus der »Einsamkeit des Langstreckenläufers« von Alan Sillitoe). Man hat in den letzten Jahren wenig von ihm gehört, gesehen oder gelesen, doch in diesem März taucht er nicht nur in der »Wer-bin-ich?«-Runde wieder auf. Wer den Gesuchten immer noch nicht findet, also bei uns nicht siegen wird, sollte im Sauerland suchen. Unser Mann stammt zwar nicht von dort, hat auch mit dieser Gegend nichts zu tun, aber während Olympia 2000 in Sydney, als »Bild« vergeblich das deutsche Sieger-Gen suchte, verriet er uns exklusiv, wo das Sieger-Gen zu finden ist: »Da muss man wohl nach Siegen geh’n.«
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Für einen Punkt mit einem dritten Namen umorientieren oder mit Risiko beim zweiten oder gar ersten bleiben? Mit den heutigen Hinweisen keine Frage. Oder? (Einsendeschluss: Montag, 12. März). (gw)

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