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Sonntag, 5. Februar, 6.30 Uhr.

Kleine Freuden.  Auf  dem frühmorgendlichen Weg in die Redaktion ungefähr dort, wo im Sommer (oder war’s Frühjahr?) mein Fuchs grüßte, sehe ich von weitem ein dunkles Bündel am Straßenrand liegen. Ein Fuchs? Mein Fuchs? Nein, ein Ferkel. Ein Umwelt-Ferkel. Beziehungsweise seine Hinterlassenschaft, ein Müllsack.

Kein Fuchs, kein Ferkel, sondern ein Vogel (stabreimdich oder ich fress dich) spielt in den HR1-Inspirationen eine Rolle: Der Limburger Altbischof Franz Kamphaus erzählt seine Lieblingsfabel von dem Vogel, der auf dem Rücken fliegt, die Beine gen Himmel gestreckt. Warum?, fragt ein anderer Vogel.  Weil er so den Himmel stütze, der sonst zusammenbräche. Kaum gesagt, flattert ein Blatt raschelnd vom Baum, der Vogel erschrickt, dreht sich um und fliegt ängstlich davon, in Normalfluglage. Christliche Moral von der Geschicht’: Wer nicht überheblich glaubt, selbst den Himmel tragen zu müssen, sondern wer sich vom Himmel getragen fühlt, muss keine Angst haben und beim geringsten Problem davonflattern. Oder so.

Meldungs-Nachtlage: Monica Lierhaus bereut ihr Comeback nicht. Romney gewinnt auch in Nevada, in Passau erklärt eine Rektorin ihre Schule zur “Hallo”- und “Tschüss”-freien Zone.

Gleich folgt eine “Mailbox”, in der zu lesen ist, wie ein Schreiber, der überheblich glaubt, den Oberlehrer spielen zu müssen, von einem seiner Leser freundlich im Ton und peinsam in der Sache in die Angeber-Ecke gestellt wird. Um sich zu schämen. Aber Hallo! Na dann tschüss!

Baumhausbeichte - Novelle