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Ohne weitere Worte (vom 31. Januar)

Durch die Verpflichtung von Ballack wurde die Balance in Leverkusen, das eine junge, aufstrebende und entwicklungsfähige Mannschaft besaß, außer Kraft gesetzt. (…) Was ich bei Ballack festgestellt habe, ist ein fehlendes Erkennen seiner Situation. (Günter Netzer in seiner Bild-am-Sonntag-Kolumne)
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In einem Anflug von Verzweiflung testete er (Anm.: Trainer Veh) schon Caio als Spitze. »Ein Experiment«, sagte er lächelnd. Er weiß, er wird den phlegmatischen Brasilianer nicht mehr ändern. »Er ruht in sich, wie andere mit 60 oder 70.« Caio ist 25. (Frankfurter Rundschau)
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Lothar Matthäus bekommt eine eigene Dokusoap auf Vox. (…) Die Sendung wird Matthäus in seinem Alltag zeigen. (…) We only hope, he has a little bit lucky. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Was die in feineren Kreisen übliche Sprache angeht, so soll es hier einmal eine Dame gegeben haben, die ihre Gäste fragte, ob sie ihnen zum Nachtisch »Kompó« reichen dürfe. Man war damit einverstanden, nur einer wollte es genauer wissen: »Was haben Sie denn anzubieten, Apfelmú oder Ananá?« (aus Hermann Unterstögers SZ-Kolumne »Modernes Leben«)
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Es wird auch überlegt, Menschen einzuladen, die eine Herz-OP mit einem Gabelstapler durchführen oder mit einem Lkw über zehn Weinköniginnen springen können. (…) Als Sofortmaßnahme hat man eine Selbstanzeige beim Verfassungsschutz gemacht, damit Gottschalk wenigstens von dieser Behörde regelmäßig beobachtet wird. (»Zippert zappt« in der Welt über das Quotentief der neuen Gottschalk-Sendung in der ARD)
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Gottschalk: »… der alte Katschenbeck saß noch da, ich …« – Beckenbauer: »Schwarzenbeck.« – Gottschalk: »Schwarzenbeck, ja. Katsche, wer war Katsche?« – Beckenbauer: »Katsche.« – Gottschalk: »War auch da?« – Beckenbauer: »Schwarzenbeck.« (Dialog bei Gottschalk, protokolliert von der FAS)
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Wenn jemand daherkommt, dachte Hunkeler, und behauptet, im Besitz der Wahrheit zu sein, so gibt es nur eines. Sofort wegrennen. Als Nächstes wird er einem nämlich, wenn man ihm nicht glaubt, ein Messer in den Bauch stoßen. (aus Hansjörg Schneiders neuem Hunkeler-Krimi »Hunkeler und die Augen des Odysseus«)
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Politiker und Prominente beklagen sich ja oft darüber, falsch zitiert worden zu sein. Den Satz ›Ich habe heute leider kein Foto für dich‹ zum Beispiel hat Heidi Klum nie gesagt, jedenfalls nicht zu ihrem Ehemann Seal, um ihm zu bedeuten, dass er es nicht in die nächste Runde geschafft hat. Und ob Goethes letzte Worte tatsächlich ›mehr Licht‹ lauteten oder »Mer licht hier so schlecht«, ist bis heute umstritten. (SZ-»Streiflicht«) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle