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Ohne weitere Worte (vom 24. Januar)

In erster Linie sind wir alle Fachleute, schon klar: Also nicken wir anerkennend, wenn der franko-bajuwarische Dribbler Franck Ribery gegen den Mensch gewordenen Windhund Marco Reus zum Start der Rückrunde beim Schlager Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München antritt. (Stern/dass Ribery gelbgesperrt nicht spielen durfte, war seit Wochen bekannt)
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Klaus Allofs – und nicht nur der – ist peinlich berührt. »Ich bin froh«, sagte der Bremer Geschäftsführer über seinen ehemaligen Angestellten, »dass er im Dschungel wenigstens kein Werder-Trikot trägt«. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über Ailton im RTL-Dschungelcamp)
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»Die große Hoffnung auf den rechten Fuß habe ich aufgegeben.« (Arjen Robben in der SZ über seine Bemühungen, den schwächeren Fuß zu trainieren)
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Fakt ist (…), dass vielleicht noch Bundespräsident Christian Wulff oder irgendein feister Führer aus Nordkorea schlechter bei einer entsprechenden Erhebung wegkommen würde. (Die Welt über das Abschneiden des VfL Wolfsburg in einer repräsentativen Umfrage zum Image der Bundesligaklubs)
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Er sah Boxen als einen Wettkampf, der ihm keinen Schaden zufügen sollte. Als ihn einmal jemand zum Football mitnehmen wollte, lehnte Ali ab. Seine Begründung. »Beim Football kann man sich verletzen.« (Der Spiegel)
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»Ich mache irgendwas, bei dem ich selber nachher so ein Aha-Erlebnis habe, wenn einer mich darüber aufklärt, was ich eigentlich aussagen wollte. (…) Die Intellektuellen haben auch Boxen ganz intelligent umgeschrieben. (…) Zum Beispiel Muhammad Ali: Egal, was der gemacht hat, da wurde unheimlich viel reininterpretiert. Das ist ja ein großer Philosoph, ein Kämpfer für die Rechte der Armen. Und der braucht nur einen Satz zu sagen, den man erst einmal gar nicht verstand, und trotzdem konnte man da etwas hineininterpretieren.« (Helge Schneider im WamS-Interview)
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Ein Polizist habe (…) sie gewarnt, dass ein nackter Mann an ihrem Haus (…) gesichtet worden sei. (…) Da habe ihre Tochter plötzlich gesagt: »Mama, war das nicht genau zu der Zeit, als du vom Schwimmen im Fluss kamst?« Dazu Thompson: »Ich dachte nur. Der geht jetzt zurück zur Polizeistation und sagt zu seinen Kollegen: ›Habt ihr schon mal diese Emma Thompson gesehen? Ihre Brüste müssen so weit unten hängen, dass sie von weitem aussehen wie Hoden.‹« (Süddeutsche Zeitung über die Schauspielerin Emma Thompson, die von Passanten in ihrem eigenen Garten für einen nackten Mann gehalten worden war)
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»Wir haben getrennte Schlafzimmer in unterschiedlichen Stockwerken. Also komme ich inzwischen mit dem Aufzug in ihre Gemächer. Fragen Sie nicht, womit ich den Liftknopf drücke.« (Thomas Gottschalk im Stern-Interview)
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Ich wundere mich nur, bei den Affären der letzten Zeit, über den selbstgewissen, eifernden Ton in den meisten Kommentaren, manchmal sogar in meinen eigenen. (Harald Martenstein im Zeit-Magazin) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle