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Mutig, bei dem Wetter und den Temperaturen schon wieder auf die Schleife zu gehen, aber den Wachhund wird die Ansprache gefreut haben. Halten Sie bei solchen Zwischenstopps (auch bei den “Kerlen”) Ihre Zeitnahme an oder ist die derzeit nicht aktiviert?

Da hat es Ihnen Dr. Czaplinski aber gegeben! Aber was will Dr. Czaplinski uns damit sagen??? Mir war der Name “geläufig”, da Dr. Czaplinski bereits verschiedentlich im “Meinungstreff” (Leserbrief-Seite der Wetterauer Zeitung) und als Mitglied der “Adolfsturm-Wetterfahnen-Rettungs-Initiative” auftauchte. Bei meinem Freund Google finde ich Dr. Czaplinski als “Redakteur” in Friedberg (in dem Schreiben an Sie sagt Dr. Czaplinski “ehemalig”). Es scheint, als ginge Dr. Czaplinski der Sinn für Satire/Ironie/Glosse/Humor ziemlich ab. Skeleton ist ja nun wirklich weniger als eine Randsportart und wird heute auf Kunsteisbahnen ausgetragen, für die der Klimawandel relativ wenig Bedeutung hat. Vielleicht hat Dr. Czaplinski aber an der atemberaubenden Abfahrt zur Seewiese in Friedberg schlechte Erfahrungen gemacht oder auch nie die Gelegenheit gehabt, Kopf voraus auf einem Schlitten zu liegen. Heute ist das mangels Schnee sowieso kaum noch drin. Ich erinnere mich allerdings auch noch an solche Abfahrten vom Johannisberg in Bad Nauheim (da gab es früher 3 beliebte Strecken: Südseite durchs Nizza, Nordseite vom Cafè und im Donnersgraben). Oder wollte Dr. Czaplinski Sie vielleicht bei der Chefredaktion anschwärzen als “Abschreiber” von sich selbst? Der böse gw (Dr. Czaplinski scheint sich sonst kaum mit Ihrer Kolumne und Ihnen befasst zu haben, ich finde die Schreibweise “ein (gw)” ziemlich herabsetzend; ich war fast versucht, überall vor Dr. Czaplinski noch “ein” einzufügen) benutzt also sein Archiv und gibt damit interessante Rückblicke auf Sichten und Meinungen von vor ca. 30 Jahren. Ich finde diese Rückblicke amüsant, manchmal irritierend, aufschlussreich… Dass ich Fan Ihrer Kolumnen und Ihres Stils bin, brauche ich wohl kaum zu betonen. Wenn Dr. Czaplinski sich etwas informiert hätte, hätte Dr. Czaplinski auffallen können, dass Sie Mitglied der Chef-Redaktion sind, aber vielleicht ist Recherche doch nicht so die Stärke des “ehemaligen ARD-Redakteurs” – in welchem Fachgebiet eigentlich?). Der abschließende Spruch von Dr. Czaplinski ist auch nicht weiter recherchiert. Mir ist er aus den Büttenreden von Herrn Dietz aus Mainz geläufig, Stefan Sulke hat es besungen, Grasschnitt regt das Wachstum an… Über manche Dinge sollte man den Mantel des Schweigens decken, so auch über diesen “Leserbrief”.  Damit hake ich diesen Teil mal ab…

 Zur Reklame-Reise der Bayern: Sie sind wieder mal zu ehrlich mit sich selbst und den Lesern. Dieser Trip war eine rein kommerzielle Angelegenheit, man könnte sagen, mit Sport hatte das nichts (oder nicht viel) zu tun. Ob sich Training und Reise bemerkbar machen, werden die nächsten Wochen zeigen. Immerhin sind es schätzungsweise 7 Zeitzonen (insgesamt hin und genauso zurück), was also z.B. Frankfurt – Chicago und zurück entspräche. Dass das kein reines Vergnügen ist, ist jedem Langstreckenflieger bekannt. Zum heutigen Anstoß nur soviel: Ich finde es immer wieder überraschend, wie Sie den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und den anderen Facetten schaffen! Lassen Sie sich nicht reinreden und bleiben Sie sich selbst treu! (Walther Roeber)

 

 

Eine kleine Einrede zum Anstoß von heute. Grundsätzlich haben offenkundig sog. Intellektuelle ein prekäres Verhältnis zum Sport. Da stellt sich jedoch sofort die Frage, ob sie wirklich »Intellektuelle« sind. Denn mindestens das, was Sie hier zitieren, stellt diesen Status doch erheblich in Frage. Dazu gleich noch ein wenig mehr. Was ich jedoch zuvor festzustellen habe ist die Wiedergabe einer Alltagsbeobachtung, die durchaus systematisierbar ist: die größte Feindschaft wird dem Sport von Menschen entgegengebracht, die »es zu etwas gebracht haben«, Geldmenschen, Aufsteigern, (Klein-) Bürgern, die allesamt häufig keinerlei Verständnis dafür haben, dass »man« zum Fußball geht, auch nur Interesse für dergleichen hat. Denn: Sport, zumal Fußball, ist etwas, mit dem man sich herrlich unterscheiden kann, und zwar negativ. Man ist Kulturträger, geht in’s Theater, macht Party, und besucht allenfalls Sportereignisse dann, wenn sie unschädlich für den Ruf sind; also wenn sie als Megaevents wieder Party sind, wenn man zum Kollektiv der Kulturträger – oder hier: der Lifestyle – Menschen – gehören kann.

Ich persönlich habe den Blick vieler Menschen in Erinnerung, der mich jeweils dann getroffen hat, wenn ich irgend einem dieser Kulturträger vermitteln musste, dass ich häufig Bundesligaspiele des 1. FC Köln (o.k.: tut man nicht, Bayern wäre besser und überhaupt: warum denn dieser Loser – Verein?) oder – noch schlimmer – Landesligaspiele des VfB Gießen besuche. Der Blick sagt: »der hat doch bei seiner Promotion auch betrogen«. Schlimmer zum Fußball zu gehen als geschickt (oder nichts weniger als geschickt) beim Promovieren betrügen – Namen nenne ich nicht.

Martin Mosebach beschreibt nicht wirklich Sport, sondern er kennzeichnet den Umgang von Life – Style Menschen mit Sport, denen es auf Sportausübung kaum ankommt. Sondern? Sondern auf die Verkleidung. Man spielt den Sportler, damit man sich auf das Sorgfältigste nachlässig kleiden kann; höchstens ist Sport für diese Menschen eben wieder Party. Ernst gemeint ist das alles nicht. Und genau deshalb trifft Mosebachs und anderer Kritik am Sport diesen am Ende gar nicht. Diese Art von Kritik aber ist nicht die Sprache eines wirklich Intellektuellen, denn dieser würde wenigstens den Versuch machen, seine vermeintliche Kritik zu begründen und in ein ganzheitliches Denken einzufügen. So ist es nur läppisches Geschimpfe ohne Substanz.

Das gleiche gilt für die »gute Beobachtung« des Opas mit seinem Enkel. Hier wird zunächst ein Popanz aufgebaut, um hinterher die Schädlichkeit des Umgangs mit dem Fußball behaupten zu können. Mag es geben, solche Menschen; ich habe aber noch keinen Opa – in Köln, Franfurt oder Gießen – gesehen, der dem Enkel die Feindschaft zum gegnerischen Verein beibringt oder gar das Spucken. Viele Opas jedoch, die dem Enkel zeigen, mit wie viel Freude, Friedfertigkeit und Sympathie man für etwas sein kann ohne das andere als Feind zu betrachten: nämlich für den Erfolg seines Vereins, mit dem man sich natürlich identifiziert. Und die ihren Enkel auch beibringen, dass diese Zuwendung zum Verein zwar ein Stück persönlicher Lebensvollzug ist, jedoch so wie andere Menschen etwas beliebig anderes in den Mittelpunkt ihrer frei verfügbaren Zeit stellen; will sagen: der Enkel lernt, in der Nachrangigkeit des Freizeitinteresses zwar etwas Gutes, Schönes und Erfreuliches zu sehen (das man übrigens im Leben unbedingt braucht), aber er lernt auch, dass nicht jedes Fußballspiel unbedingt der Übergang über die Beresina ist (sprichwörtlich für erzwungenen, hektisch – brutalen Erfolg; die Schlacht an der Beresina im November 1812).

In diesem Blog, den ich hier gerade wieder, sollte es dann erscheinen, überstrapaziere, gibt es viele, viele Menschen, vor allem die Leser/innen Ihres Anstoßes und des Blogs, die die Relation Sport – Geist – Geld viel besser beurteilen und beschreiben können (und es auch schon getan haben) als Ihre vermeintlichen Intellektuellen. Und: sind denn am Ende z.B. Steines und Nachtsheim nicht die viel authentischeren Vertreter einer intellektuellen Einordnung des Sportes als die beiden hier Zitierten? (Dr. Hans-Ulrich Hauschild)

Baumhausbeichte - Novelle