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Guten Morgen, alles alles Gute für das Jahr 2012. Nach dem Katerfrühstück gleich mal im Blog nachgesehen, Sie sind ja immer im Dienst!! Tja, das engumschlungene Pärchen zeigt uns ja auch, dass bei all den Katastrophenmeldungen, die uns auch dieses Jahr begleiten werden, die Liebe etwas WICHTIGES und WUNDERBARES ist, gelle? Herzliche Grüße. (Doris Heyer)

 

 

Was ist das für ein Gefühl, am Neujahrsmorgen mehr oder weniger allein durch die Redaktion zu streifen? Sie haben ja offenbar den »Dienst« für die ganze KW1 des Jahres 2012 übernommen :-) Zum »Trottwa« kann ich noch ein anderes Lehnwort beisteuern, hier gehört und noch mehr im Südwesten: das Wasch-Lafor (lavoir), ein Pleonasmus,  über den ich mich immer noch amüsiere. Frohes Schaffen! (Walther Roeber)

 

 

Natürlich: Da ist er schon wieder, der gw. Am Neujahrstag um 7.00 Uhr. Guten Morgen. Und vor allem: ein gesegnetes Neues Jahr 2012 Ihnen und – anmaßend einmal wieder – allen Lesern und Leserinnen sowie den Mittuenden hier im Blog »Sport, Gott und die Welt«. Dieser soll uns alle wieder durch ein Jahr begleiten: witzig, liebevoll, geistreich und anregend in vielerlei Hinsicht. Danke Ihnen dafür,  selbstverständlich ist das alles nicht.
Ist es vielleicht nicht so ganz abwegig, Ihnen genau den Leserbrief, den Ihr Blatt aus welchen Gründen auch immer, nicht abgedruckt hat, zur Kenntnis zu geben? Er passt ganz gut auf diesen Jahresanfang mit Ihnen, dem Blog, den Mitlesenden und -schreibenden und der Zeitung.  Ich will mich eigentlich – und wollte dies mit dem Brief tun – für die Arbeit der Zeitungsmenschen im Jahre 2011 bedanken. Wir haben diese Menschen dringend nötig. Herzliche Grüße (Hans-Ulrich Hauschild)

 

 

Ein Dank mit Falten: Da will sich einer wichtig tun? Will sich in der Zeitung sehen? Nein, will er nicht. Was er jedoch will ist, einen Dank an alle die abstatten, die uns – meiner Frau und mir – wiederum, wie schon seit 40 Jahren –  Nachdenkliches, Unterhaltsames, auch Kritikwürdiges  geboten haben. Angefangen nun aber bei den Austrägern/Austrägerinnen, die wiederum – zu meiner Verblüffung – absolut zuverlässig, pünktlich selbst für extreme Frühaufsteher die mit Freude erwartete Zeitung im Kasten hatten. Danke, keine Selbstverständlichkeit. Weiter geht es mit Ihnen, meine Damen und Herren Redakteure, Reporter, Fotografen und – nicht ganz zuletzt – Kolumnenschreiber. Keineswegs alles, was da zu lesen war, ist auf meine Zustimmung gestoßen – wenn es so wäre, wären Sie auch keine gute Tageszeitung. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass Sie alles ordentlich recherchiert hatten und damit Ihrer Aufgabe (als »Wächter« / es gibt sonst keine, also üben Sie ihr in der Verfassung nicht vorgesehenes Wächteramt weiter aus) sehr gut nachgekommen sind. Eine vorzügliche und vollen Umfangs unverzichtbare Einrichtung ist der Anstoß mit dem Internetblog »Gott, Sport und die Welt« – es lohnt sich, sich mit dessen Autor dort zu treffen.
Ihre Berichterstattung und Meinungskundgabe zum Gießener Thema Nr. 1, der Landesgartenschau, habe ich ambivalent empfunden. Ich habe den Eindruck, dass Sie die Menschen, ich glaube fest daran, dass es die deutliche Mehrheit ist, die dieses Megaevent ablehnen, nicht ernst nehmen wollen, im Gegenteil: mit Ironie und Begriffen, die ich bei Ihnen nimmermehr vermutet hätte, haben Sie eine Neigung zum Abwerten dieses »Widerstandes« gezeigt. Der Höhepunkt Ihrer verbalen Irrtümer war die Formulierung »Dampf ablassen«, als ob es damit getan wäre und als ob dies die Motive gewesen wären. Schwamm drüber; wichtiger ist die Frage, ob dieses und vieles Andere, was sich hier und in der weiteren Republik abspielt, noch als »repräsentative« Demokratie verstanden werden kann.
Repräsentativ kann allerdings auch in einer Art Wortsinn als »auf uns selbst zurückweisend« verstanden werden. Deshalb müssen wir wohl annehmen, dass alles das, was gegen die Überzeugungen, Wünsche und Vorstellung des eigentlichen Herrschaftsträgers, des Volkes, geschieht, letztlich wiederum doch diesen Vorstellungen entspricht. Mutmaßliche Vorteilsnahme des Herrn Wulff? Würden wir doch alle machen – und die, die es nicht tun, argumentieren, wie es die Stuttgarter Nachrichten wohl stellvertretend für viele ausgedrückt haben, moralinsauer, ein grässliches Wort, das alle »Menschen guten Willens« in eine Ecke rückt, die die Bezeichnung »Spinner« nur knapp verfehlt. Wir brauchen aber mehr Menschen, die vom »Prinzipiellen noch keinen Abschied genommen haben«, mehr Idealisten und weniger Pragmatiker.
Und dennoch: unsere sog. Eliten, in Gießen und anderswo meist selbsternannt, vertreten uns nicht wirklich. Insofern hat es den Anschein, als sei die repräsentative Demokratie erledigt, der Gesellschaftsvertrag einseitig aufgekündigt. Dies gilt besonders für die Gartenschau. Ich habe politologisch gesehen viele Jahrzehnte die Strukturprinzipien der repräsentativen Demokratie gegen das Plebiszit – aus historischen Erfahrungen und Erkenntnissen – hoch gehalten und vertreten. Im Angesicht der Ereignisse um Bankenrettung, Euro-Rettungsschirm, der richtig sein mag, aber nicht erklärt wird, Ausdünnung des Sozialstaates, Dominanz des Neoliberalen in der Politik und natürlich in Gießen der – so empfinde ich es – rigorosen und »gnadenlosen« Durchsetzung der Gartenschau mit parlamentarischen Kniffen und Ränkespielen (wohl im Interesse einer winzigen Minderheit in Gießen) muss man über plebiszitäre Elemente in der Politik noch viel mehr nachdenken. Wir sind mehrheitlich dazu durchaus in der Lage.
Bei all dem haben Sie uns begleitet, zu einer vergleichsweise fundierten Meinungsbildung – wenn auch kontrovers zuweilen – beigetragen, auch dann noch, wenn man sich über viele allzu stromlinienförmige Kommentare auf S. 4 ärgern kann. Aber alles, was wir etwa über die oben skizzierten Ränkespiele wissen, haben wir von Ihnen. Danke dafür.  (Dr. Hans-Ulrich Hauschild, Gießen)

Baumhausbeichte - Novelle