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Freitag, 30. Dezember, 18.35 Uhr.

So, die 194. und letzte “Anstoß”-Kolumne des Jahres 2011 ist geschrieben und online gestellt. Dazu kommen noch mindestens genauso viele Blog-Einträge (erst ab Mitte des Jahres gezählt). Das ist und bleibt persönliche quantitative Bestleistung, mehr wird’s nicht mehr, soll’s nicht mehr werden. Aber keine Angst (oder keine Vorfreude, je nachdem), so weit runter wie beim Dax 2011 soll es bei der Kolumnenzahl 2012 nicht gehen. Toitoitoi.

Zu gerne hätte ich in die letzte Kolumne noch meinen urältesten Witz eingebaut, denn  zu London und den Pferdeäppeln hätte er schon gepasst: Warum dort der Schnee nicht liegenbleibt.  Kennt ihn irgendjemand noch nicht? Wenn er von Lesern angefordert wird, bringe ich ihn in die “Montagsthemen”. Für Stammkolumnenschaftler eine echte Drohung. Wie oft hab ich ihn schon erzählt? Mal ins Archiv klicken. Oh, seit 1997 erst dreimal! Ist ja noch fast jungfräulich! Und das Ziegenproblem, eine zeitlang der Hit der Silvester-Kolumne, das ich mir heute ebenfalls nur sehr mühsam verkniffen habe? Weia. Fast 50 Mal erwähnt, ca. 20 Mal durchgehechelt, zuletzt Silvester 2010 in der Bruchhagen-Messi-Variante. Ist also für die Kolumne verbrannt. Daher nur im Blog und nur für Neuhinzugelesene die Urversion von 1992 (!), über die “Anstoß”-Leser über die Jahrzehnte hinweg schon die tiefschürfendsten mathematischen Diskussionen (und Beweise) geführt haben:

  In einer Glücksshow steht der Kandidat vor drei verschlossenen Türen. Hinter zweien steht eine Ziege, hinter einer ein Luxusauto. Der Moderator lässt den Kandidaten eine Tür wählen. Nachdem der Kandidat seine Wahl getroffen hat (noch bleibt die Tür zu), öffnet der Moderator eine andere Tür, hinter der eine Ziege steht, und gibt dann dem Kandidaten die Möglichkeit, seine Wahl zu überdenken. Soll er bei seiner Tür bleiben oder die andere verschlossene nehmen? Ist doch egal, sagt der gesunde Menschenverstand, zwei Türen, ein Auto, die Chancen stehen 1:1, egal ob der Kandidat bei seiner Tür bleibt oder die andere nimmt.

Stimmt nicht, denn der gesunde Menschenverstand ist zumindest mathematisch nicht immer der gesündeste, und er versteht längst nicht alles. Zum Beispiel von dem, was 2011 so alles geschah. Ein Wahnsinnsjahr, gegen das die verblüffende Ziegenproblem-Lösung so simpel wirkt wie 1 + 1 = 2.

Stimmt das überhaupt? Bis dann, bis 2012!

Baumhausbeichte - Novelle