Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Dienstag, 13. Dezember, 18.15 Uhr.

Dass Guttenberg europäischer Sonderbeauftragter für die Freiheit im Internet wird, gehört zu den absurden Ausbuchtungen der Realität, die Kabarettisten das Leben so schwer machen. Dagegen haben Scherz, Satire, Ironie, Sarkasmus und wie sie alle heißen keinerlei Chance. Jetzt muss er aber auch Bundesvorsitzender der PIPI (PIratenParteI) werden, denn wer wenn nicht er gehört an die Spitze der Bewegung, die das Recht auf geistiges Eigentum auf den Papiermüllhaufen der Copyright-Geschichte werfen will.

Hape Kerkeling: Nach persönlichem Redaktionschluss am Sonntag noch in den ZDF-Jahresrückblick geschaltet. Spätestens jetzt sollten alle wissen, dass sein Verzicht auf die Gottschalk-Nachfolge ein sehr weiser ist. Hape ist in Rollen gut, ach was: genial, »Hurtz« bleibt ein ewiger Höhepunkt, aber ohne Rolle, als er selbst, im Gespräch mit Gästen, wirkt er unbedarft, ja ungelenk und fast sogar . . . ein bisschen arg platt. Liegt vielleicht daran, dass er als Mensch zu nett ist und die listige Bosheit, Originalität und den Witz, den seine Rollenspiele prägen, eben nur zeigen kann und will, wenn er aus sich selbst heraus und in eine Rolle hinein schlüpfen kann.

In Australien ist ein Fußballer wegen einer »Schwalbe« vom eigenen Verein intern bestraft worden. Der Spieler akzeptierte die Geldstrafe. »Ich wusste schon, dass ich etwas falsch gemacht habe, als ich den Boden berührte, deshalb bin ich aufgestanden, ohne einen Elfmeter zu fordern. Ich habe gedacht, er foult mich. Doch als ich zu Boden ging, wusste ich, dass er mich nicht getroffen hatte.« Archivnachweislich bin ich einer der größten Schwalben-Feinde überhaupt, weil sie so ziemlich die schlimmste und sportliche folgenreichste Betrügerei überhaupt ist und dennoch allgemein allenfalls als Kavaliersdelikt gilt, anerkennend augenzwinkernd sogar oft als Schlitzohrigkeit. Der vom Spieler beschriebene Fall aber ist die Ausnahme, bei der ich für Straffreiheit plädiere. Warum und wieso, habe ich vor einiger Zeit schon mal in der Kolumne geschrieben, wird vielleicht am Samstag wieder ein »Stammtisch«-Thema (wie auch KT und Hape zu den blogdahingeschriebenen Brocken im Steinesbruch für die Kolumne gehören).

Zu »Wer bin ich« jahresabschließend noch zwei Mails, nette Fazit-Worte von Peter Storm und für alle, die schon unter Entzugserscheinungen leiden, ein Bonus-Rätsel von Jochen Schneider (ich komm – noch? – nicht drauf, habe aber das Gefühl, dass die Lösung haarscharf hinter einer Gehirnwindung lauert) .

War das ein Rätsel für Sie ! ? Herzlichen Glückwunsch ! Sie haben es alteingesessenen Hessen und sehr klugen und irdischen Hessen aber gezeigt, dass fast niemand allwissend ist. Sie haben es aber auch der Allesbesserwisserin Google gezeigt, dass Menschen ihr überirdisch und überlegen sind. Dabei werden auch außergewöhnliche und kräftezehrende Anstrengungen in jeglicher Hinsicht, also zum Beispiel, was die enorme und gern in Kauf genommenen Überdienstzeit, Nervenanspannung, Reduzierung der Freizeit samt zugehörigen Annehmlichkeiten, geistige Überbeanspruchung ohne Hilfestellung Dritter, Schlafreduzierung und und und eben ohne Murren und Knurren in Kauf genommen. Ciao, Caio ! Sie haben es aber auch mir als Zugereisten, zugereist mit -ei-, aus der Landeshauptstadt Hannover gezeigt. Von wegen das « Wesen Google« weiß gleich alles über umfassende Frankfurter Sportverhältnisse auszuplaudern. Da gehört mehr als Zweitligatauglichkeit dazu ! Da sollte man auch noch den richtigen Zahnarzt kennen, der einem den »Googlezahn« ziehen kann. Diesen Zahn hat er übrigens schon einmal den Jochen Reinecke, FAS Oster-, Sommer-, Herbst- und dann wohl auch anstehendes Silvester-Rätsel, gezogen. Was sind demgegenüber schon ca. 40 Stunden »Googleei/Mogelei« in 9 oder 10 Tagen ! Die Fülle der erstellten Schmierzettel interessieren dabei schon einmal gar nicht, wobei ich auf das Vorbeibringen verzichte. Ich schlage selbst das Einscannen und »denglische« Zumailen aus, weil dies zu modern und damit auch allzu zeitsparend annehmlich wäre. Nur fast Burn Out – die Flasche leer-, den hatte ich übrigens auf einem Schmierzettel, erwähne ich hierbei. So habe ich Brennstoff erhalten, um sodann im Neuen Jahr dann hoffentlich Erstklassig dabei zu sein. Es grüßt Sie sehr herzlich, wünscht Ihnen ein gedeihliches Weitergehen mit der Zeit, ohne mit der Zeit zu gehen, verbunden mit guter Gesundheit für Sie und Ihre Angehörigen für das Neue Jahr 2012, und in der Hoffnung auch auf weitere gelungene schlüssige »Wer bin ich ? Wortgefechte Ihr (Peter Storm, Wißmar)

Zur »Strafe« für Sie habe ich mich auch einmal an die Formulierung eines WBI-Rätsels gewagt: »Wenn ich jetzt hier aus jenseitigen Gefilden mein Leben rückblickend betrachte, muss ich feststellen, dass ich trotz einer im Alter von 29 Jahren für die deutsche Mannschaft errungenen olympischen Goldmedaille wegen zweier spezieller Aspekte im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wurde und werde. Zum einen gab es eine Person gleichen Nachnamens, die in der Welt viel bekannter war als ich, obwohl ich eigentlich nicht nur die älteren Rechte an dem Nachnamen besaß. Zum andern wird mein Olympiasieg in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich übertroffen von den Umständen meines Todes – verursacht durch einen Berufskollegen von mir knapp acht Jahre nach meinem größten sportlichen Erfolg. Wer bin ich?«    (Jochen Schneider)

Baumhausbeichte - Novelle