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Freitag, 2. Dezember, 19.00 Uhr.

Im Fernsehen läuft die EM-Auslosung, die im Sport-Stammtisch (steht schon online unter “gw-Beiträge Anstoß”) aber keine Rolle spielt, nicht nur, weil er schon geschrieben ist (aber zugegeben, ein bisschen auch deswegen). Der Fernseher hängt in meinem Rücken an der Wand (aber nicht als Menetekel – dazu Angelesenes im Sport-Stammtisch) und ist stumm gestellt, lenkt mich also nicht ab. Wovon eigentlich? Ach so, “Lost”. Da ich die Rad-Freilichtsaison beendet habe (nachdem ich letztens gemerkt hatte, bei der Frühmorgenfahrt auf hauchdünner überfrorener Nässe zu fahren und ich nun wirklich keine Lust mehr habe, mein übervolles Bruch-Kontingent noch einmal zu erhöhen), strampele ich nun morgens vor dem Bildschirm, mit DVDs mir äußerst mühsam die bohrende Langeweile vertreibend. So konnte ich jetzt im Endspurt  die letzte “Lost”-Staffel angucken und feststellen, dass alles nach dem für mich Flugphobiker furchterregenden Absturz in Folge 1 nur nach Purgatorium war: eine Vorhölle, der Reinigungsort, wo bis zur letzten Folge in Staffel sechs  nur gebüßt und geläutert wurde, damit alle offenbar schon beim Absturz Gestorbenen trotz ihrer zum Teil grässlichen Sünden doch noch in den Himmel kommen. Oder so. Vielleicht war’s auch ganz anders und ich habe verstanden miss. Vielleicht gehe ich demnächst mal in den Tiefen des Internets auf Sinnsuche, da soll es ja immer noch tiefschürfende Lost-Foren geben. 

Und dann noch die neue Sängerin, im Sonntags-Blog fasziniert erwähnt, die ich mir jetzt bei youtube noch einmal angesehen und angehört habe. Die am frühen Sonntagmorgen auf noch etwas schlaftrunkener Fahrt durch die Dunkelheit übers Land in die Redaktion  so magisch empfundene Stimme verliert einiges, wenn man Lana del Rey sieht und sich wundert, dass zwischen ihren Ballonlippen Töne hindurchpassen. In der Ballon-Weltrangliste dürfte sie auf Platz zwei zwischen der Tochter einer deutschen “Charity-Lady” (ein Wort, dass mir Herpes auf die Lippen treibt) und einer italienischen Mode-Ikone liegen.

Mal rumdrehen und Ton anmachen. Holland wird vorgestellt. Unsere Gruppe? Was sagen die Agenturen? Niederlande, Dänemark, Portugal. Au weia. Da muss ich doch noch mal kurz an den Kolumnen-Einstieg ran.

Baumhausbeichte - Novelle