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Dienstag, 29. November, 18.00 Uhr.

Lange an Auflösungskolumne (für Donnerstag) und 18. Runde (für Freitag) gebastelt, mit einem (für mich) kompliziert zu bauenden Lösungs-Beispiel (Namen in waagerechten Reihen miteinander verschoben, so dass in einer senkrechten Reihe der gesuchte Name zu erkennen ist). Zu stolz, stur und verbissen, fachlichen Rat zu beanspruchen, daher dauerte es so ewig lange.

Fachlichen Rat hätte ich aber in Sachen “Respekt” einholen sollen, statt nur im Internet bei Wikipedia & Co. nachzugucken. Das holt ein geschätzter ehemaliger Kollege aus unserem Verlag nach. Danach folgen einige Mails von WBI-Teilnehmern mit ihren Lösungswegen zum “Neckar-Mann”.

Zu Ihren Anstoß vom Montag interessiert mich, woher Sie die Begriffe “Schmutztitel” und “Respektblatt” kennen; hier insbesondere Ihre Erklärung dazu. Der Begriff  “Respekt” als Bezeichnung des Seitenrandes ist mir neu, “Schmutztitel” kenne ich mit anderer Erklärung und für Ihr “Respektblatt” kenne ich den Begriff  “Schimmelbogen” (s. Anhang). Zum “Schmutztitel”: Dieser Begriff stammt aus der Frühzeit der Buchherstellung als Druckerzeugnis und bezeichnet die erste Seite des Buchblocks (dies ist das gesamte Buch ohne Einband). Diese erste Seite war keineswegs unbedruckt, sondern am Kopf (also oben) ist eine Zeile gedruckt, welche den Autor und den Titel beinhaltet. Dies hatte folgende Bewandnis: Die Bücher wurden damals ungebunden verkauft. Wenn ein Drucker auf die Messe fuhr, wurden seine Bücher in Fässern verpackt transportiert. Da waren leichte Beschädigungen und Verschmutzung nicht auszuschließen. Um später beim Verkauf aus der Vielzahl der Bücher das richtige zu finden, war der Titel klein, aber gut lesbar, aufgedruckt. Da diese erste Seite durchaus leicht  verschmutzt sein konnte, nannte man sie “Schmutztitel”. Übrigens: Bei “ordentlich” produzierten Büchern pflegt man diese Tradition (erste Seite des Titelbogens mit Autor und Titel in Grundschrift) immer noch. Was Ihre Erklärung des Begriffs betrifft, vermute ich, dass Sie ihn mit “Vorsatz” verwechseln. Das ist festes Papier, das im Format des Buchblocks zwischen ebendem und der Buchdecke geklebt wird (vorne und hinten) und damit die Verbindung zwischen Inhalt und Umschlag bildet (meist unbedruckt, ist Teil des Einbandes)  (Wolfgang Pappe)

 
Jetzt erst mal ein Dankeschön für dieses Rätsel, auf dessen Lösung mich – so hoff ich doch – mein Lieblings-Songwriter gebracht hat. Billy Joel, der Piano Man, dessen “River of Dreams” und “Honesty” (“such a lonely word”)  ich aus Ihrer Rätselstellung doch noch herauslesen konnte. Zugegebenermaßen melde ich mich jetzt erst vor Toresschluss, weil es mir beim ersten Lesen doch etwas zu verschachtelt war  (was will er denn diesmal von uns…?). Ach, Billy Joel, was waren das für wunderbare Konzerte in der Festhalle, auch das, in dem er im Oktober 1990 völlig verkatert auf die Bühne kam, und anlässlich des Todes von Leonard Bernstein ein “West Side Story”-Medley improvisierte,  was stecken da für Geschichten hinter seinen Liedern, beispielsweise “Vienna” mit einem starken Bezug zu seiner Familie…. Jetzt schweife ich aber mal ab, aber, Entschuldigung, beim erneuten Lesen des Rätsels und dem Blitz der Erkenntnis kamen diese Erinnerungen alle wieder hoch… Bevor ich die Lösung vergesse, es handelt sich wohl um Josef Neckermann, der aufgrund der Enteignung Karl Joels sich mit dessen Geschäft die Basis für seinen Neckermann-Versand unter die Hufe riss (Nachzulesen in “Die Neckermanns” und im Dokumentarfilm “Die Akte Joel” thematisiert). Aber ganz ehrlich, ohne Billy Joel wäre ich nicht drauf gekommen… (Norbert Fisch)
 
Es ist immer wieder interessant , wie Sie die Zusammenhänge darstellen. Bei dieser Runde ging es über “Mississipiman” Mark Twain und  “Piano-Man” Billy Joel , dessen Opa Kaufmann Karl Amson Joel  zu Neckar-Mann  Josef Neckermann. Der entscheidende Hinweis war für mich die Sache mit Ihrem Lieblingslied Honesty.
Der Weg zu Billy Joel war gegeben und damit quasi “de käs gegesse”.  (Paul-Gerhard Schmidt aus Mücke)
 
 
Jedesmal wenn ich Billy Joel im Radio höre oder einen Livemitschnitt im Fernsehen ( 3 Sat) sehe, ärgere ich mich über meinen, eigentlich nicht so ausgeprägten, Geiz. Bei seinem hoffentlich nicht letztem Auftritt in der Festhalle erschien mir der Preise für eine Karte einfach nur als Wucher. Nachdem ich aber mit Augen und Ohrenzeugen dieses und eines anderen Konzerts in Los Angeles gesprochen hatte,b iss ich mir im nachhinein in den Ar…..!  Da gibt man manchmal Geld für einen Mist aus und da packt einen der Geiz. In der Hoffnumg, dass Billy sich noch lange gut hält und er gehegt und gepflegt wird, spare ich jetzt schon mal für die Karte.  …..ach ja und sein Opa hatte wohl mit Josef Neckermann zu tun. (Andreas Kautz)

Das war (für mich) eine harte Nuss. Fast hätte ich aufgegeben. Ich gratuliere zur gekonnten Verrätselung des Gesuchten   (Josef Neckermann) . Mark Twain war kein Problem, aber führte überhaupt nicht weiter, schon gar nicht die “Flößerzunft”. Der Musiker musste noch leben, Amerikaner sein, ein bewegtes Privatleben haben. Da gibt es einige. Aber wie erfährt man etwas über die Familie und dann noch den Opa? David Hasselhoff kann es auch nicht sein. (Ob Herr Steines dessen Songs mag? Lange habe ich im Sportbereich gesucht, um einen historischen Zusammenhang zu Deutschland zu finden. (Olympia 1912  – 1936, Sportfunktionäre? – “deutscher Sport” – vielleicht ein Turner? Es blieb der Musiker (Pop? Jazz? Country?) , die Begriffe Alkohol, Scheidungen, Drogen – ein weites Feld. Kurz vor dem Aufgeben stieß ich heute auf die Zeile “Ohne die Nazis hätte es Billy Joel nie gegeben”, dann ging es ganz schnell. Ich habe auch einiges über Neckermann erfahren,was ich so nicht wusste, sogar die Neckarflößer ergeben jetzt einen Sinn. Leicht war’s nicht,  bis zum nächsten Mal. (Manfred Stein)

Lieber gw, hübsche Idee, den ” Mississippiman” Mark Twain und die Flößer vom Neckar, die “Neckarmänner”, in Beziehung zu setzen. Ein später Nachfahre der letztgenannten war ein gewisser Josef Neckermann, und dieser ist die gesuchte Person der aktuellen Rätselrunde. Ich konnte mich an ein Interview mit dem Sänger Billy Joel (“Honesty”; “Piano man”) erinnern, welches vor einiger Zeit durch die Presse ging. Darin war die Rede von einem Großvater des Künstlers, dem in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland großes Unrecht zugefügt worden war. Der Großvater, ein deutscher Jude, mußte damals seine florierende Textilhandelsfirma zwangsweise und zum Spottpreis an einen deutschen Arier verkaufen- eine Folge des Programms zur “Arisierung” der deutschen Wirtschaft. Josef Neckermann griff zu und übernahm den Betrieb, und nicht nur diesen, sondern noch einige andere, deren jüdische Besitzer ebenfalls zum Verkauf weit unter Wert gezwungen worden waren. Trotz dieser unrühmlichen Vergangenheit gelang es Neckermann nach dem Krieg, geschäftlich wieder Fuß zu fassen und ein beachtliches und lange erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Anfang der 1950er Jahre mußte er eine relativ geringe Summe an Billy Joels Großvater zahlen, von einer echten Entschädigungsleistung oder gar einer Rückgabe der Firma und ihrer interessanten Immobilien blieb er verschont. Übrigens hat sich Billy Joel vor einigen Jahren mit den Enkeln von Josef Neckermann getroffen. Man hat wohl über die damaligen Verwicklungen gesprochen, aber Billy Joel hat die Sache nicht weiter verfolgt, schon gar nicht auf juristischem Wege. Einen jahrelangen Prozeß mit letztlich unsicherem Ausgang muß sich ein Mann, der zig Millionen Platten, nein, Tonträger, wie das heute heißt, abgesetzt hat und noch weiter absetzt, nun wirklich nicht antun. Wie es mit Neckermann weiterging ist bekannt: unglückliche Geschäftspolitk, Überschuldung und der Verkauf des Unternehmens an die Karstadt AG. In Erinnerung geblieben ist Josef Neckermann aber in erster Linie als höchst erfolgreicher Dressurreiter und Medaillensammler, später dann als umtriebiger und fleißiger Spendensammler für die Deutsche Sporthilfe. Alles in allem eine zwiespältige Persönlichkeit , ein Lebenslauf mit Licht und viel Schatten, und gerade deswegen so interessant und der Beschäftigug wert. Es hat viel Spaß gemacht, und außerdem habe ich wieder einiges dazugelernt. (Dr. Paul Limberg aus Linden)

Vorab: ein wunderbares Spitzenrätsel!!! Ooonästiieeee... is such a lonely word, everyone is so untrue...

Wie oft habe ich das  mitgeschmettert!! Und das war mein Schlüssel zur Lösung!! 

Von Piano-man Billy Joel zu JOSEF NECKERMANN (der isses nämlich) war's dann nicht mehr schwer, dessen dramatische Familiengeschichte per Wikipedia zu recherchieren.

Nochmal: Super!! (Dr. Joachim Bille)

 

 

Über Redlichkeit, Anständigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit gelangt man zu
“Honesty” von “Pianoman” Billy Joel. Auch einer meiner Lieblingsmusiker.
Der Großvater von Billy Joel war der Deutsche Karl Amson Joel. Dieser
gründete eines der ersten deutschen Versandhäuser. Als Jude mußte er 1938
diesen Versandhandel an Josef Neckermann quasi verschenken. Womit wir bei
unserer gesuchten Person wären: Der zweifache Olympiasieger im
Dressurreiten Josef Neckermann.  Die Vorfahren von Herrn Neckermann waren Flößer und als “Männer vom  Neckar” in die Zunftordnung eingetragen.
Bei dem Floß-Fan dürfte es sich um Mark Twain handeln. (Andreas Hofmann)

 

Aufgrund ihrer (zu) vielen Tipps eine leicht lösbare Aufgabe. Bei der gesuchten Person handelt es sich um eine durchaus janusköpfige Persönlichkeit. Auf der einen Seite ist Neckermann als “honourable man”  bekannt, der im Sport als zweifacher Goldmedaillengewinner im Dressurreiten und als langjähriger Vorsitzender und fleißiger Spendensammler der Stiftung Deutsche Sporthilfe gefeiert wurde. Auf der anderen Seite steht der Unternehmer Neckermann, der als NSDAP Mitglied und SA Angehöriger im Dritten Reich zum Profiteur wurde. Er beteiligte sich an der Zwangsarisierung jüdischer Unternehmen und machte große Gewinne bei der Versorgung der Wehrmacht mit Uniformen und der Zwangsarbeiter mit Bekleidung. Eine von Neckermann arisierte Firma war z.B. das Textilherstellungs- und Versandhausunternehmen von Karl Joel, dem Großvater von “piano man” Billy Joel ( Lieblingssong von gw : “Honesty”). P.S.  - Die Beschreibung einer Floßfahrt wurde von Mark Twain verfasst, der sich 1878 auf Deutschland-, bzw. Europareise befand.  - Der Name Neckermann lässt sich zurückführen auf dessen Vorfahren, die als “Männer vom Neckar” Flößer waren. (Karola Schleiter)

 

 

Richtig schwer war das nicht: Der Ami ist Billy Joel, der “Piano Man”. Ihr Lieblingslied von ihm ist “Honesty” – meins übrigens “My Life”. Der Gesuchte ist Josef Neckermann, eine der Galionsfiguren des deutschen Sports, der einen Teil seines Vermögens der Arisierung des Vermögens der Großeltern von Billy Joel verdankt. Dank des “WELT”-Interviews weiß ich jetzt, dass ich am gleichen Tag Geburtstag habe wie Billy. Und was rate ich jetzt für den Rest des Monats ;-)? (Dr. Sylvia Börgens)

 

Neckermann macht’s möglich. Damit ist die Sporthilfelegende Josef Neckermann, der Gesuchte der 18. Runde – Wer bin ich ?, der als Firmenübernehmer von Karl Amson Joel dann auch mit dem deutschen Sport sehr viel zu tun hatte. Hier nun mein Lösungsvorgehen : Sehr schnell habe ich aus der Welt „Google“ Kugel „den Flößer“ und Floß-Fan Mark Twain , alias Samuel Langhorne Clemens, herausgefischt, der als Amerikaner „ Mississippiman“ den „Necker…“Neckar auf dem Floß hinab gefahren ist und so erlebt hat : „ Die Bewegung des Floßes ist gerade die richtige; sie ist träge, gleitend, sanft und geräuschlos; sie beruhigt alle fiebrige Betriebsamkeit, schläfert alle nervöse Hast und Ungeduld ein; unter ihrem beruhigenden Einfluß schwindet jeglicher Ärger, Verdruß, Kummer, der den Geist quält, und das Leben wird zum Traum.“ Nun galt es auf ehrliche Art die musikalische Ich-Person, den amerikanischen Landsmann des Flößers, herauszufiltern. Diese setzt ja eben auf auch Ehrlichkeit, die momentan insbesondere sehr einsam dasteht und insoweit als ein einsames Wort gilt. „Amerikanisch“ Englisch übersetzt heißt Ehrlichkeit „Honesty“, was die Ich-Person Billy Joel musikalisch beschreibt. Diese wiederum hat einen ganz ehrlichen Großvater, Karl Amson Joel, der 1938 auf ganz „..ehrliche“ Art von „Neckermann macht’s möglich“ beerbt worden ist. Die Ich-Person  Billy Joel und dessen Bruder Alexander haben das dann auch vor ein paar Jahren dank Beate Thalberg den Enkeln der Sporthilfelegende ehrlich wortlos wissen lassen. (Peter Storm)

 
 
 
Ich schreibe Ihnen zum allerersten Mal, weil ich glaube , die richtige Lösung Ihres Rätsels zu kennen.
Mein Vorschlag:Billy Joel -Piano Man – River of Dreams – Großvater Karl Amson Joel gründete 1938 gut gehendes Textilversandhaus in Nürnberg – da jüdische Familie Umzug 1934 nach Berlin – Versandhaus und Villa wird von Josef Neckermann zum Spottpreis erworben – Familie Joel flieht – nach 5o jahren kommt Enkel Billy zu Besuch nach Nürnberg und trifft Neckermann-Enkel – Wurzeln der Familie Neckermann:1508 – Männer vom Neckar – eingetragen in Zunftordnung als Flößer. Die Lösung ist :Josef Neckermann  -  Dressur-Reiten. (Beate Dachauer)

 

 

Nun hätte jedoch Ihre geradezu hochliterarische  und dazu voller Geschichtswahrheiten steckende Rätselkonstruktion mehr als lakonische Antworten verdient. Ich verkneife mir angesichts des naturwissenschaftlichen Diktums jede Weitschweifigkeit und wundere mich lediglich, dass derartige Rätsel von maßgeblicher Stelle politisch unwidersprochen bleiben. Ich widerspreche nicht, sondern betone ausdrücklich, dass solche Konstruktionen auch inhaltlich meine volle Zustimmung finden. Denn: es handelt sich doch nun immerhin um eine Kultfigur des deutschen Wirtschaftswunders ebenso wie des deutschen Sports. Und die Enkel dieser Figur haben dies ja wohl genau so gesehen: Als Julia Neckermann überzeugt behauptet, ihr Großvater habe “dadurch Widerstand geleistet, dass er Arbeit für die Gefangenen geschaffen hat”, ist das Gespräch sehr bald zu Ende. Und weiter: Der Musiker Billy Joel  berichtete von einem Treffen mit den Neckermann-Enkeln. Dabei hätten diese erklärt, ihr Großvater habe Gutes tun wollen, indem er die deutschen Soldaten in Russland mit Winterkleidung versorgte. “Und ich dachte: Das muss ja ein ungeheurer Trost für die russischen Soldaten gewesen sein, dass Neckermann die Firma meines Großvaters dazu gebrauchte, der Wehrmacht hilfreich unter die Arme zu greifen, die gerade in Russland einmarschiert war.” So weit so gut zu Josef Neckermann, der »Mississippiman«, der ja recht eigentlich ein Neckarmann war. Genau diese Maskierung des Neckars zum Mississippi bringt auf die Spur, denn dass Sie, lieber gw., das Rätsel, dem man ja sofort den Mark Twain ansieht, so leicht machen und Neckarmann schreiben, habe ich nicht angenommen. Die zugrund liegende Geschichte zu den Flößern auf dem Neckar stammt aus „A Tramp Abroad“.  (Dr. Hans-Ulrich Hauschild)

Baumhausbeichte - Novelle