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Ohne weitere Worte (vom 22. November)

Zwanzigers Duktus war wie immer getragen-pastoral (…), das Bewusstsein der eigenen Bedeutung ist ihm anzusehen. Er wirkte trotzdem überfordert (…) »Ich würde Sie bitten, mir Einzelheiten zu ersparen«, sagte er  und versorgte die Journalisten dann mit Einzelheiten  über die Zustände in dem Hotelzimmer. (Süddeutsche Zeitung)

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Der Mann, der in Altherren-Spielen nach wie vor mit seiner hohen Stimme lautstark den absoluten Führungs-Anspruch einfordert, hat vereinsinterne Diskussionen auch schon mal gerne mit dem Satz beendet: »Wer ist hier der Weltmeister – du oder ich?« (Bild-Sportchef Alfred Draxler über Wolfgang Overaths »stillosen Abgang« in Köln)
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Womöglich wird er künftig Neider haben, vielleicht wird er polarisieren wie Real Madrids Pomadenhengst Cristiano Ronaldo. Mario Götze sieht nicht mehr so normal wie möglich aus, dafür sind die Augenbrauen zu perfekt modelliert, ist der Oberkörper zu üppig gestählt. Die Strähnchenfrisur ist sorgsam zurechtgepflegt wie ein Blumengesteck, wenn er vom Training kommt. Mittags beim Italiener trägt er ein enges, hauchdünnes Shirt, dazu Silber am Hals und am Handgelenk. (Spiegel)
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Adi Pinter ist 63, er war bei 18 Profivereinen in Österreich, doch auf den letzten hatte er keine Lust mehr. Vor Anpfiff des Regionalligaspiels mit dem FC Superfund Pasching bei seinem Lieblingsverein Grazer AK warf er letzten Sonntag die Oberbekleidung von sich und zeigte den begeisterten Heimzuschauern seinen nackten Rücken. Auf dem war der Schriftzug »GAK« aufgemalt. Pasching verlor 0:6, Pinter wurde gleich nach dem Schlusspfiff rausgeworfen. Und war zufrieden. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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»Die Kinder kriegen bei uns alle einen Pokal. Ich hab immer gesagt: Kinder, wenn ihr heim kommt, stellt ihr den Pokal auf den Fernseher. Und wenn der Vater euch fragt: Wohin gehen wir in den Skiurlaub?, zeigt ihr auf den Pokal: Na, dahin, wo wir den gekriegt haben. Mein Sohn, der jetzt die Skischule leitet, ist verzweifelt: Die Leute haben alle Flachbildschirme.« (Skilehrer Willi Mathies im SZ-Magazin)
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»Männer, die Macht haben, die Welt zu verändern, üben einen starken sexuellen Reiz auf mich aus. (…)« – Die Kennedys haben Sie nicht gereizt? – »Oh doch. Aber ich war für sie das Mädchen, mit dem man redete. Marilyn Monroe war die, mit der man ins Bett ging. Ich erinnere mich an eine Party. Marilyn war auch dort, und ich sah, wie sie mit John im Separee verschwand. Nach einer Weile kam er wieder heraus, und Bobby ging hinein. Ich glaube nicht, dass sie dort die politische Lage diskutiert haben, das taten sie lieber mit mir.« (Shirley MacLaine in der BamS)
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Frei von allen orthografischen Regeln und einem intellektuellen Anspruch haben Stars aller Sportarten Twitter als Instrument der Selbstinszenierung und Imagepflege entdeckt. (…) NBA-Profi Dwight Howard, hünenhafter Center der Orlando Magic, beklagte sich über die Online-Plattform über seine Flatulenz: »Oh mein Gott, ich brauche Hilfe. Ich habe Blähungen. Ich musste den ganzen Tag pupsen, sogar während des Spiels heute.« (Welt am Sonntag) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle