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Sonntag, 20. November, 6.30 Uhr.

Auf dem Weg in die Redaktion von einer neuen außergewöhnlichen Stimme beeindruckt. Auf dem Display steht »Video Games von Lana Del Rey.« Lana Del Rey? Noch nie gehört. Kommt auf den Wunschzettel. Mal sehen, was Wikipedia zu ihr weiß.

Lana Del Rey, geboren am 21. Juni 1986[1] als Elizabeth »Lizzy« Grant in New York[2], aufgewachsen in Lake Placid, ist eine US-amerikanische Singer-Songwriterin.[3] Ihr Künstlername setzt sich aus dem Namen der Schauspielerin Lana Turner und Ford Del Rey zusammen. (…)  Bei YouTube erreichte ihr Titel Video Games innerhalb eines Monats über eine Million Aufrufe.[4] Ihren ersten Auftritt vor deutschem Publikum hatte Lana Del Rey im deutschen Fernsehen am 12. November 2011 in der ARD-Sendung Inas Nacht[5] sowie bei zwei ausverkauften Konzerten ebenfalls am 12. November 2011 in Köln und am 14. November 2011 Berlin. Ihr Debütalbum Born to Die erscheint am 20. Januar 2012.

Aha. »Neue außergewöhnliche Stimme«? Außer mir kennt sie anscheinend schon jeder.

In der Mailbox, gestern spät am Abend geleert, früh am Morgen neben dem üblichen Müll schon eine Mail von der Art, die immer wieder neue Motivation gibt, für solche Leser zu schreiben

Gurren GW,
komme gerade aus Köln zurück, wollte dort das Spiel Köln – Mainz anschauen. Über die evtl. Motive von Herrn Rafati zu spekulieren, verbietet sich selbstredend.Gleichwohl hat man – selbst im seriösen hr1 – bereits damit begonnen. Bzgl. Spekulation hat mir Herr Zwanziger im Interview für das Sportstudio bei entsprechender Nachfrage von Herrn Poschmann recht gut gefallen.
Als der Stadionsprecher im Stadion die Nachricht bekannt gab, hielt ich das erst für einen schlechten Scherz und habe in erster Erregung Richtung Spielfeld gerufen: »Ach Kerle, soll ich peife?« Dann wurde mir aber recht schnell klar, daß dem Schiedsrichter etwas sehr schlimmes zugestoßen sein muß, denn ohne triftigsten Grund sagen DFB / DFL ein Bundesligaspiel nicht ab. Als mich dann ein Kölner Ordner über die Hintergründe aufklärte dachte ich dann, daß die Entscheidung zwingend war.
Bereits kurz nach verlassen des Stadions kam in mir der Gedanke hoch, daß der gute Herr Zwanziger maßgeblich an der Absage beteiligt war. Und tatsächlich, auf der Heimfahrt wurde man via hr1 mit den Statements des DFB Präsidenten versorgt. Recht seltsame Aussagen: »Ersparen Sie mir die Details. Er lag in der Badewanne, es gab sehr viel Blut zu sehen.« Auch sieht er denn entscheidenden Beitrag für die Rettung von Herrn Rafati bei den anderen 3 DFB Schiedsrichtern, nicht bei den Rettungssanitätern / Notärzten. Kann natürlich auch seiner Aufregung geschuldet sein.
Jetzt komme ich mehr und mehr zu dem Schluß, daß man das Spiel hätte doch stattfinden lassen und die Hintergründe um Herrn Rafati nicht öffentlich machen sollen. Die diesbzgl. Entscheidung hätte man Herrn Rafati nach dessen Genesung selbst überlassen können. Wäre interessant wer DFB / DFL / Herrn Zwanziger / wen auch immer zur Veröffentlichung authorisiert hat? Eine Rückkehr in sein altes Leben scheint mir jetzt für Herrn Rafati nicht mehr möglich, ein Bundesligaspiel wird er jetzt wohl nicht mehr pfeifen.
Zum Thema Druck auf die Schiedsrichter fällt mir jetzt noch ein, daß Babak Rafati im Kicker bereits mehrere Male von den Bundesligaprofis zum schlechtesten Schiedsrichter der Halbserie gewählt wurde. Ist es eigentlich ein Qualitätsmerkmal für einen Schiedsrichter, wenn er bei den Spielern populär ist? Was bleibt, ist dem Herrn Rafati alles Gute zu wünschen.
Machen Sie weiter so!
Thomas Hübner
Nieder Florstadt
P.S.: Wenn Sie jetzt evtl. interessiert, warum ich zu dem Spiel wollte? Ich bin sei 1977 FC Fan und jetzt bereits seit 20 Jahren Mitglied.

Obwohl die »Montagsthemen« zeilenplatzmäßig beengt sind und noch andere Themen (zum Spiel in München: Ballbesitz, Laufleistung, Statistiken, ZDF-Analyse) auf dem Zettel stehen, will ich versuchen, einige Sätze von Thomas Hübner einzubauen. Dass Rafati von den Bundesliga-Profis dreimal in den letzten vier Jahren zum schlechtesten Schiedsrichter gewählt worden war, stand auch schon einmal auf dem »Anstoß«-Themenzettel, mit der Anmerkung: »Wie lebt es sich damit? Wie dick muss sein Fell sein?« Damals nicht weiter verfolgt. Erklärt ja auch, obwohl die Abstrafung schwer zu ertragen ist, keinen Suizidversuch.

Novembergedanken. Vorhin auch in den HR-”Inspirationen”. Inspiriert mich, die uralten “Novembergedanken eines Kugelstoßers” als nächste Folge von “Nachgedruckt” zu bringen, damals mein erster Artikel für die FAZ. Welche manipulative Motivation dahinter steckte, werde ich dann erstmals preisgeben. Peinlich für mich? Peinlich für die FAZ? Peinlich für beide? Das mag der Leser entscheiden. Preisgabe demnächst zumindest im Blog.

Baumhausbeichte - Novelle