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Dienstag, 8. November, 18.10 Uhr.

1986. Erster Eindruck von Griechenland: ein Wahlplakat. Seitdem immer wieder mal angeguckt, jedesmal erneut lachen müssen. So wie der griechische Regionalpolitiker, der gewählt werden will und sich dem Wahlvolk von seiner besten Seite zeigt.

Heute früh im dichten Nebel unterwegs, der fast alle Geräusche schluckt. Sichtweite etwa 20 Meter. Und das bei meinem Höllentempo. Na ja – etwa die Hälfte der Durchschnittsgeschwindigkeit von Ulle auf einer Alpenetappe. Trotzdem aufgepasst wie ein Schießhund, um meinen Fuchs nicht zu überrollen. Seltsam im Nebel zu radeln, in den Wipfeln spürest du keinen Hauch. Aber du hörst plötzlich doch einen Ton. Das Hacken eines Spechtes. Klingt, als würde er auf einen Blechteller hacken. Ein Buntmetallspecht? Dann raff ich’s: Im vom Nebel gnädig verborgenen Nato-Solartanklager rammt eine Maschine die Ständer für die Solarzellen in den armen abrasierten Exwaldboden.

Wichtige Meldungen für Clavigula- und Appelwein-Interessierte: Nach sechs Wochen ist wieder alles möglich außer Bankdrücken. Nicht mal mit 40 kg. Tut nicht sehr weh, aber es knirscht. Der Arzt warnt: Lassen Sie das, sonst könnte es dort oben ein “zweites Gelenk” geben. Ein schlatterndes. Überhaupt immer noch Hebungen des Armes über Schulterhöhe vermeiden. Schade, dass in Nazi-Zeiten keine Volksseuche ausgebrochen ist: das chronische Schlüsselbeinbruchsyndrom. 

Der Stoff: Während die erste Marge, leider die größere, nur zwei, drei Tage gegärt hat, ist die zweite Pressung auch nach zwölf Tagen nicht zur Ruhe gekommen. Es blubbert zwar nicht mehr im Buntmetallspechttempo, aber immer noch gluckert’s alle drei, vier Sekunden. Voller Vorfreude bei Amazon ein Vinometer bestellt. Gibt’s ja sonst nirgends mehr. War schon viel Glück, nach viel Suchen eine Drogerie gefunden zu haben, die noch Gärröhrchen auf Lager hatte (in Krofdorf, sehr nette und kompetente Dame, die auch den sofort umgesetzten Tipp gab, als Sperrflüssigkeit klaren Schnaps zu nehmen).

Morgen wird eine Zwischendurch-Kolumne geschrieben. Wieder Not am Mann. Ist aber gut so, denn am Samstag muss die Kolumne wieder sehr gerafft werden, wegen des Länderspiels. Für morgen auf dem Themenzettel: die empörende Beleidigung eines Lesers. Dagegen muss vorgegangen werden! Wenn nicht in der Kolumne, dann morgen im Blog. Bis dann!

Baumhausbeichte - Novelle