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Donnerstag, 3. November, 18.00 Uhr.

Er lebt, der Hund vom Leiterhof.  Heute steht der Bauer vor der Tür, pumpt Gülle in einen Bottich auf dem Traktor-Anhänger. Gefragt nach dem lange vermissten bellenden Kumpel, kommt die frohe Kunde. Allerdings: Hund muss hinter dem Hof im Garten bleiben, darf nicht mehr vorne seine wichtigste Arbeit verrichten: Vorbeifahrende oder -gehende potentielle Eindringlinge verbellen. Weil: Ein Spaziergänger hat den Bauern angezeigt. Nicht gebissen worden, nur verbellt. Dennoch daraufhin viel Ärger mit der Gemeinde, die Wesenstest verlangt usw. Na ja, mein Kumpel war ja wirklich ein sehr eifriger Bell-Arbeiter. Aber Hauptsache: Ihm geht’s gut. Hinterm Haus im Garten lässt’s sich auch gut hundeleben.

Clavicula. Schlüsselbein. Danke der Nachfrage, es wird immer besser. Fahre ja auch schon seit zwei Wochen wieder Rad. Bin ja kein Fußballer, der sich operieren lässt und sechs Wochen pausiert … Aber im Ernst: Im Gegensatz zu diversen früheren Bruchlandungen (von Rad und Esel, jeweils mit Rippen- bzw. Schlüsselbeinbruch) hatte ich den neuen Schlüsselbeinbruch nicht zum Anlass genommen, mich in der Zeitungskolumne auf die Schippe zu nehmen (im Gegensatz zum Blog, da sind wir unter uns). Diese Häufung war selbst mir zu peinlich. Aber nach Schweinsteigers Verletzung lass ich mir’s natürlich nicht entgehen,  morgen im Sport-Stammtisch als Deutschlands größter journalistischer Clavicula-Bruchexperte aufzutrumpfen. Nur wer mehr als zweimal innerhalb von 18 Monaten das Schlüsselbein brach, kann gegen mich anstinken! Höchste Form von  “method acting” im Journalismus!

Die ersten – richtigen – Lösungen zur 18. Runde sind schon da. Schnellste: Dr. Sylvia Börgens. War’s zu leicht? Neuer Plan: Mit der Dezember-Runde die Wertung abschließen, dann für 2012 neu starten, damit spät Eingestiegene und Neueinsteiger nicht chancenlos hinterherhecheln. Gleichzeitig würde ich aber, ähnlich wie beim “Siebenkampf für Sportexperten” (den ich vor x Jahren erfunden und y Jahre lang freudig betreut habe; ist so lange her, dass ich mir nicht die Mühe mache, x und y genau zu eruieren), ab und zu eine “ewige” Rangliste veröffentlichen.

Ein neuer Begriff hakt sich in die Gehirnwindungen ein: “tunnel enabled”. Und zwar der Tunnel vom eigenen Herd bzw. Computer ins ferne Redaktionssystem. Wenn nach einigen Präliminarien  der “tunnel enabled” ist, kann’s losgehen. Wie heute. Denn Donnerstag ist mein “kyriaki”, da wird allenfalls im enabelden Tunnel gearbeitet. Kyriaki? Hat nichts mit dem Hahnenschrei zu tun. Heute ist übrigens Pempty, der Fünfte. Tag der Woche. Dort, wo die besten Skatspieler der Welt leben. Sie spielen zwar ausschließlich Ramsch, aber das besser als jeder andere.

Baumhausbeichte - Novelle