Archiv für November 2011

Wer bin ich? (Er war’s: Der “Neckar-Mann”)

Mit einer verkürzten Wiedergabe des Rätseltextes plus halbfett eingefügten Erläuterungen zu den Hinweisen lösen wir die anspruchsvolle 17. Runde von »Wer bin ich?« auf. Es gab stolze 19 richtige Lösungen und nur wenige falsche – nachvollziehbar, denn wer den richtigen Faden nicht fand, hatte nicht die geringste Chance, den gesuchten Namen zu erraten.
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»Die Bewegung ist träge, gleitend, sanft und geräuschlos; sie schläfert alle nervige Hast ein …« Diese Sätze hat ein Landsmann (Mark Twain) von mir geschrieben, der Deutschland zu Fuß und zu Floß bereist hat (1878 auf dem Neckar) und unter seinem Künstlernamen (»Mark Twain« = »Marke zwei« bei den Mississippi-Lotsen; 2 Faden = 3,60 m / richtiger Name: Samuel Langhorne Clemens) weltberühmt wurde. Mich wundert nur, dass er sich nicht »Mississippiman« genannt hat, zu Ehren der Flößer in Deutschland, die auf diese Art in die Zunftordnung eingetragen wurden und so zu ihren Namen kamen. Sie glauben, ich schweife ab? Gewiss nicht. Auch nicht, wenn ich Ihnen verrate, dass einer meiner Songs zu den Lieblingsliedern des »Wer bin ich?«-Redakteurs gehört. Wie heißt der Titel in Ihrer Sprache? Redlichkeit? Anständigkeit? Offenheit? Ehrlichkeit? Viele Synonyme für ein einsames Wort (Honesty … is such a lonely word).
Mich wundert auch, dass der Redakteur dieses und nicht mein berühmtestes Lied (Piano Man) bevorzugt, das wiederum zu einem Synonym für meinen Namen (Billy Joel) geworden ist. Schnee (haha!) von gestern (Joel hatte ein Drogen-Problem). Was vorgestern war, bringt Sie eher zum Ziel: Mein Großvater (Karl Amson Joel aus Nürnberg, Besitzer eines Textil- und Versandunternehmens, das »arisiert« wurde), wie übel ihm mitgespielt wurde und wer daran schuld war. Und dieser Mensch wird hier gesucht, nicht ich oder mein Opa oder der Floß-Fan. Mein Name führt sie nur zu ihm und die Flößer-Zunft zu seinem Namen (»Neckar-Mann«) und der hat, im Gegensatz zu mir und dem Floß-Fan, sehr viel mit Sport zu tun. Wer ist es? (Josef Neckermann, Versandunternehmer, Dressur-Olympiasieger und Erfinder der Sporthilfe)
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»Neckermann war bereits 1933 der Reiterstaffel der SA beigetreten und wurde 1937 als Mitglied 4516510 in die NSDAP aufgenommen. Im Jahr darauf entstand durch die (ebenfalls durch »Arisierung« erzwungene) Übernahme des Unternehmens von Karl Amson Joel (dem Großvater des US-Sängers und Komponisten Billy Joel) – er hatte sich in Nürnberg und in Berlin ein florierendes Textilherstellungs- und -versandunternehmen aufgebaut – die Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann.« (Wikipedia)
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In der Gesamtwertung gab es nur geringfügige Änderungen. Alle zehn nun Bestplatzierten fanden die richtige Lösung (unser außer Konkurrenz teilnehmende Kollege mac nicht, er bleibt bei 16 Punkten). Neben den Top 10 fanden noch folgende Leser den Gesuchten:
Beate Dachauer, Norbert Fisch, Michael Franz, Stefan Werner, Dr. Paul Limberg, Peter Storm, Manfred Stein, Norbert Roth, Andreas Hofmann.
Einige sehr schöne zu Neckermann führende Lösungswege von Lesern sind im Online-Blog »Sport, Gott & die Welt« nachzulesen. Folge 18 folgt morgen. (gw)

Top 10 und Verfolgergruppe

 1. Walther Roeber
  Rüdiger Schlick beide 17
 3. Dr. Joachim Bille
 Karola Schleiter
 Jochen Schneider alle 16
 6. Jost-Eckhard Armbrecht
 Dr. Hans-Ulrich Hauschild
 Paul-Gerhard Schmidt
 alle 15
 9. Dr. Sylvia Börgens
 Andreas Kautz  beide 13

11. Dr. Gerd-Ludwig Fängewisch 12
12. Norbert Roth
 Andreas Hofmann beide 11
14. Dr. Paul Limberg
 Peter Storm beide 10
16. Doris Heyer
 Manfred Stein  beide 9
18. Norbert Fisch 8
19. Thorsten Düringer 7

Veröffentlicht von gw am 30. November 2011 .
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Dienstag, 29. November, 18.00 Uhr.

Lange an Auflösungskolumne (für Donnerstag) und 18. Runde (für Freitag) gebastelt, mit einem (für mich) kompliziert zu bauenden Lösungs-Beispiel (Namen in waagerechten Reihen miteinander verschoben, so dass in einer senkrechten Reihe der gesuchte Name zu erkennen ist). Zu stolz, stur und verbissen, fachlichen Rat zu beanspruchen, daher dauerte es so ewig lange.

Fachlichen Rat hätte ich aber in Sachen “Respekt” einholen sollen, statt nur im Internet bei Wikipedia & Co. nachzugucken. Das holt ein geschätzter ehemaliger Kollege aus unserem Verlag nach. Danach folgen einige Mails von WBI-Teilnehmern mit ihren Lösungswegen zum “Neckar-Mann”.

Zu Ihren Anstoß vom Montag interessiert mich, woher Sie die Begriffe “Schmutztitel” und “Respektblatt” kennen; hier insbesondere Ihre Erklärung dazu. Der Begriff  “Respekt” als Bezeichnung des Seitenrandes ist mir neu, “Schmutztitel” kenne ich mit anderer Erklärung und für Ihr “Respektblatt” kenne ich den Begriff  “Schimmelbogen” (s. Anhang). Zum “Schmutztitel”: Dieser Begriff stammt aus der Frühzeit der Buchherstellung als Druckerzeugnis und bezeichnet die erste Seite des Buchblocks (dies ist das gesamte Buch ohne Einband). Diese erste Seite war keineswegs unbedruckt, sondern am Kopf (also oben) ist eine Zeile gedruckt, welche den Autor und den Titel beinhaltet. Dies hatte folgende Bewandnis: Die Bücher wurden damals ungebunden verkauft. Wenn ein Drucker auf die Messe fuhr, wurden seine Bücher in Fässern verpackt transportiert. Da waren leichte Beschädigungen und Verschmutzung nicht auszuschließen. Um später beim Verkauf aus der Vielzahl der Bücher das richtige zu finden, war der Titel klein, aber gut lesbar, aufgedruckt. Da diese erste Seite durchaus leicht  verschmutzt sein konnte, nannte man sie “Schmutztitel”. Übrigens: Bei “ordentlich” produzierten Büchern pflegt man diese Tradition (erste Seite des Titelbogens mit Autor und Titel in Grundschrift) immer noch. Was Ihre Erklärung des Begriffs betrifft, vermute ich, dass Sie ihn mit “Vorsatz” verwechseln. Das ist festes Papier, das im Format des Buchblocks zwischen ebendem und der Buchdecke geklebt wird (vorne und hinten) und damit die Verbindung zwischen Inhalt und Umschlag bildet (meist unbedruckt, ist Teil des Einbandes)  (Wolfgang Pappe)

 
Jetzt erst mal ein Dankeschön für dieses Rätsel, auf dessen Lösung mich – so hoff ich doch – mein Lieblings-Songwriter gebracht hat. Billy Joel, der Piano Man, dessen “River of Dreams” und “Honesty” (“such a lonely word”)  ich aus Ihrer Rätselstellung doch noch herauslesen konnte. Zugegebenermaßen melde ich mich jetzt erst vor Toresschluss, weil es mir beim ersten Lesen doch etwas zu verschachtelt war  (was will er denn diesmal von uns…?). Ach, Billy Joel, was waren das für wunderbare Konzerte in der Festhalle, auch das, in dem er im Oktober 1990 völlig verkatert auf die Bühne kam, und anlässlich des Todes von Leonard Bernstein ein “West Side Story”-Medley improvisierte,  was stecken da für Geschichten hinter seinen Liedern, beispielsweise “Vienna” mit einem starken Bezug zu seiner Familie…. Jetzt schweife ich aber mal ab, aber, Entschuldigung, beim erneuten Lesen des Rätsels und dem Blitz der Erkenntnis kamen diese Erinnerungen alle wieder hoch… Bevor ich die Lösung vergesse, es handelt sich wohl um Josef Neckermann, der aufgrund der Enteignung Karl Joels sich mit dessen Geschäft die Basis für seinen Neckermann-Versand unter die Hufe riss (Nachzulesen in “Die Neckermanns” und im Dokumentarfilm “Die Akte Joel” thematisiert). Aber ganz ehrlich, ohne Billy Joel wäre ich nicht drauf gekommen… (Norbert Fisch)
 
Es ist immer wieder interessant , wie Sie die Zusammenhänge darstellen. Bei dieser Runde ging es über “Mississipiman” Mark Twain und  “Piano-Man” Billy Joel , dessen Opa Kaufmann Karl Amson Joel  zu Neckar-Mann  Josef Neckermann. Der entscheidende Hinweis war für mich die Sache mit Ihrem Lieblingslied Honesty.
Der Weg zu Billy Joel war gegeben und damit quasi “de käs gegesse”.  (Paul-Gerhard Schmidt aus Mücke)
 
 
Jedesmal wenn ich Billy Joel im Radio höre oder einen Livemitschnitt im Fernsehen ( 3 Sat) sehe, ärgere ich mich über meinen, eigentlich nicht so ausgeprägten, Geiz. Bei seinem hoffentlich nicht letztem Auftritt in der Festhalle erschien mir der Preise für eine Karte einfach nur als Wucher. Nachdem ich aber mit Augen und Ohrenzeugen dieses und eines anderen Konzerts in Los Angeles gesprochen hatte,b iss ich mir im nachhinein in den Ar…..!  Da gibt man manchmal Geld für einen Mist aus und da packt einen der Geiz. In der Hoffnumg, dass Billy sich noch lange gut hält und er gehegt und gepflegt wird, spare ich jetzt schon mal für die Karte.  …..ach ja und sein Opa hatte wohl mit Josef Neckermann zu tun. (Andreas Kautz)

Das war (für mich) eine harte Nuss. Fast hätte ich aufgegeben. Ich gratuliere zur gekonnten Verrätselung des Gesuchten   (Josef Neckermann) . Mark Twain war kein Problem, aber führte überhaupt nicht weiter, schon gar nicht die “Flößerzunft”. Der Musiker musste noch leben, Amerikaner sein, ein bewegtes Privatleben haben. Da gibt es einige. Aber wie erfährt man etwas über die Familie und dann noch den Opa? David Hasselhoff kann es auch nicht sein. (Ob Herr Steines dessen Songs mag? Lange habe ich im Sportbereich gesucht, um einen historischen Zusammenhang zu Deutschland zu finden. (Olympia 1912  – 1936, Sportfunktionäre? – “deutscher Sport” – vielleicht ein Turner? Es blieb der Musiker (Pop? Jazz? Country?) , die Begriffe Alkohol, Scheidungen, Drogen – ein weites Feld. Kurz vor dem Aufgeben stieß ich heute auf die Zeile “Ohne die Nazis hätte es Billy Joel nie gegeben”, dann ging es ganz schnell. Ich habe auch einiges über Neckermann erfahren,was ich so nicht wusste, sogar die Neckarflößer ergeben jetzt einen Sinn. Leicht war’s nicht,  bis zum nächsten Mal. (Manfred Stein)

Lieber gw, hübsche Idee, den ” Mississippiman” Mark Twain und die Flößer vom Neckar, die “Neckarmänner”, in Beziehung zu setzen. Ein später Nachfahre der letztgenannten war ein gewisser Josef Neckermann, und dieser ist die gesuchte Person der aktuellen Rätselrunde. Ich konnte mich an ein Interview mit dem Sänger Billy Joel (“Honesty”; “Piano man”) erinnern, welches vor einiger Zeit durch die Presse ging. Darin war die Rede von einem Großvater des Künstlers, dem in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland großes Unrecht zugefügt worden war. Der Großvater, ein deutscher Jude, mußte damals seine florierende Textilhandelsfirma zwangsweise und zum Spottpreis an einen deutschen Arier verkaufen- eine Folge des Programms zur “Arisierung” der deutschen Wirtschaft. Josef Neckermann griff zu und übernahm den Betrieb, und nicht nur diesen, sondern noch einige andere, deren jüdische Besitzer ebenfalls zum Verkauf weit unter Wert gezwungen worden waren. Trotz dieser unrühmlichen Vergangenheit gelang es Neckermann nach dem Krieg, geschäftlich wieder Fuß zu fassen und ein beachtliches und lange erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Anfang der 1950er Jahre mußte er eine relativ geringe Summe an Billy Joels Großvater zahlen, von einer echten Entschädigungsleistung oder gar einer Rückgabe der Firma und ihrer interessanten Immobilien blieb er verschont. Übrigens hat sich Billy Joel vor einigen Jahren mit den Enkeln von Josef Neckermann getroffen. Man hat wohl über die damaligen Verwicklungen gesprochen, aber Billy Joel hat die Sache nicht weiter verfolgt, schon gar nicht auf juristischem Wege. Einen jahrelangen Prozeß mit letztlich unsicherem Ausgang muß sich ein Mann, der zig Millionen Platten, nein, Tonträger, wie das heute heißt, abgesetzt hat und noch weiter absetzt, nun wirklich nicht antun. Wie es mit Neckermann weiterging ist bekannt: unglückliche Geschäftspolitk, Überschuldung und der Verkauf des Unternehmens an die Karstadt AG. In Erinnerung geblieben ist Josef Neckermann aber in erster Linie als höchst erfolgreicher Dressurreiter und Medaillensammler, später dann als umtriebiger und fleißiger Spendensammler für die Deutsche Sporthilfe. Alles in allem eine zwiespältige Persönlichkeit , ein Lebenslauf mit Licht und viel Schatten, und gerade deswegen so interessant und der Beschäftigug wert. Es hat viel Spaß gemacht, und außerdem habe ich wieder einiges dazugelernt. (Dr. Paul Limberg aus Linden)

Vorab: ein wunderbares Spitzenrätsel!!! Ooonästiieeee... is such a lonely word, everyone is so untrue...

Wie oft habe ich das  mitgeschmettert!! Und das war mein Schlüssel zur Lösung!! 

Von Piano-man Billy Joel zu JOSEF NECKERMANN (der isses nämlich) war's dann nicht mehr schwer, dessen dramatische Familiengeschichte per Wikipedia zu recherchieren.

Nochmal: Super!! (Dr. Joachim Bille)

 

 

Über Redlichkeit, Anständigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit gelangt man zu
“Honesty” von “Pianoman” Billy Joel. Auch einer meiner Lieblingsmusiker.
Der Großvater von Billy Joel war der Deutsche Karl Amson Joel. Dieser
gründete eines der ersten deutschen Versandhäuser. Als Jude mußte er 1938
diesen Versandhandel an Josef Neckermann quasi verschenken. Womit wir bei
unserer gesuchten Person wären: Der zweifache Olympiasieger im
Dressurreiten Josef Neckermann.  Die Vorfahren von Herrn Neckermann waren Flößer und als “Männer vom  Neckar” in die Zunftordnung eingetragen.
Bei dem Floß-Fan dürfte es sich um Mark Twain handeln. (Andreas Hofmann)

 

Aufgrund ihrer (zu) vielen Tipps eine leicht lösbare Aufgabe. Bei der gesuchten Person handelt es sich um eine durchaus janusköpfige Persönlichkeit. Auf der einen Seite ist Neckermann als “honourable man”  bekannt, der im Sport als zweifacher Goldmedaillengewinner im Dressurreiten und als langjähriger Vorsitzender und fleißiger Spendensammler der Stiftung Deutsche Sporthilfe gefeiert wurde. Auf der anderen Seite steht der Unternehmer Neckermann, der als NSDAP Mitglied und SA Angehöriger im Dritten Reich zum Profiteur wurde. Er beteiligte sich an der Zwangsarisierung jüdischer Unternehmen und machte große Gewinne bei der Versorgung der Wehrmacht mit Uniformen und der Zwangsarbeiter mit Bekleidung. Eine von Neckermann arisierte Firma war z.B. das Textilherstellungs- und Versandhausunternehmen von Karl Joel, dem Großvater von “piano man” Billy Joel ( Lieblingssong von gw : “Honesty”). P.S.  - Die Beschreibung einer Floßfahrt wurde von Mark Twain verfasst, der sich 1878 auf Deutschland-, bzw. Europareise befand.  - Der Name Neckermann lässt sich zurückführen auf dessen Vorfahren, die als “Männer vom Neckar” Flößer waren. (Karola Schleiter)

 

 

Richtig schwer war das nicht: Der Ami ist Billy Joel, der “Piano Man”. Ihr Lieblingslied von ihm ist “Honesty” – meins übrigens “My Life”. Der Gesuchte ist Josef Neckermann, eine der Galionsfiguren des deutschen Sports, der einen Teil seines Vermögens der Arisierung des Vermögens der Großeltern von Billy Joel verdankt. Dank des “WELT”-Interviews weiß ich jetzt, dass ich am gleichen Tag Geburtstag habe wie Billy. Und was rate ich jetzt für den Rest des Monats ;-)? (Dr. Sylvia Börgens)

 

Neckermann macht’s möglich. Damit ist die Sporthilfelegende Josef Neckermann, der Gesuchte der 18. Runde – Wer bin ich ?, der als Firmenübernehmer von Karl Amson Joel dann auch mit dem deutschen Sport sehr viel zu tun hatte. Hier nun mein Lösungsvorgehen : Sehr schnell habe ich aus der Welt „Google“ Kugel „den Flößer“ und Floß-Fan Mark Twain , alias Samuel Langhorne Clemens, herausgefischt, der als Amerikaner „ Mississippiman“ den „Necker…“Neckar auf dem Floß hinab gefahren ist und so erlebt hat : „ Die Bewegung des Floßes ist gerade die richtige; sie ist träge, gleitend, sanft und geräuschlos; sie beruhigt alle fiebrige Betriebsamkeit, schläfert alle nervöse Hast und Ungeduld ein; unter ihrem beruhigenden Einfluß schwindet jeglicher Ärger, Verdruß, Kummer, der den Geist quält, und das Leben wird zum Traum.“ Nun galt es auf ehrliche Art die musikalische Ich-Person, den amerikanischen Landsmann des Flößers, herauszufiltern. Diese setzt ja eben auf auch Ehrlichkeit, die momentan insbesondere sehr einsam dasteht und insoweit als ein einsames Wort gilt. „Amerikanisch“ Englisch übersetzt heißt Ehrlichkeit „Honesty“, was die Ich-Person Billy Joel musikalisch beschreibt. Diese wiederum hat einen ganz ehrlichen Großvater, Karl Amson Joel, der 1938 auf ganz „..ehrliche“ Art von „Neckermann macht’s möglich“ beerbt worden ist. Die Ich-Person  Billy Joel und dessen Bruder Alexander haben das dann auch vor ein paar Jahren dank Beate Thalberg den Enkeln der Sporthilfelegende ehrlich wortlos wissen lassen. (Peter Storm)

 
 
 
Ich schreibe Ihnen zum allerersten Mal, weil ich glaube , die richtige Lösung Ihres Rätsels zu kennen.
Mein Vorschlag:Billy Joel -Piano Man – River of Dreams – Großvater Karl Amson Joel gründete 1938 gut gehendes Textilversandhaus in Nürnberg – da jüdische Familie Umzug 1934 nach Berlin – Versandhaus und Villa wird von Josef Neckermann zum Spottpreis erworben – Familie Joel flieht – nach 5o jahren kommt Enkel Billy zu Besuch nach Nürnberg und trifft Neckermann-Enkel – Wurzeln der Familie Neckermann:1508 – Männer vom Neckar – eingetragen in Zunftordnung als Flößer. Die Lösung ist :Josef Neckermann  -  Dressur-Reiten. (Beate Dachauer)

 

 

Nun hätte jedoch Ihre geradezu hochliterarische  und dazu voller Geschichtswahrheiten steckende Rätselkonstruktion mehr als lakonische Antworten verdient. Ich verkneife mir angesichts des naturwissenschaftlichen Diktums jede Weitschweifigkeit und wundere mich lediglich, dass derartige Rätsel von maßgeblicher Stelle politisch unwidersprochen bleiben. Ich widerspreche nicht, sondern betone ausdrücklich, dass solche Konstruktionen auch inhaltlich meine volle Zustimmung finden. Denn: es handelt sich doch nun immerhin um eine Kultfigur des deutschen Wirtschaftswunders ebenso wie des deutschen Sports. Und die Enkel dieser Figur haben dies ja wohl genau so gesehen: Als Julia Neckermann überzeugt behauptet, ihr Großvater habe “dadurch Widerstand geleistet, dass er Arbeit für die Gefangenen geschaffen hat”, ist das Gespräch sehr bald zu Ende. Und weiter: Der Musiker Billy Joel  berichtete von einem Treffen mit den Neckermann-Enkeln. Dabei hätten diese erklärt, ihr Großvater habe Gutes tun wollen, indem er die deutschen Soldaten in Russland mit Winterkleidung versorgte. “Und ich dachte: Das muss ja ein ungeheurer Trost für die russischen Soldaten gewesen sein, dass Neckermann die Firma meines Großvaters dazu gebrauchte, der Wehrmacht hilfreich unter die Arme zu greifen, die gerade in Russland einmarschiert war.” So weit so gut zu Josef Neckermann, der »Mississippiman«, der ja recht eigentlich ein Neckarmann war. Genau diese Maskierung des Neckars zum Mississippi bringt auf die Spur, denn dass Sie, lieber gw., das Rätsel, dem man ja sofort den Mark Twain ansieht, so leicht machen und Neckarmann schreiben, habe ich nicht angenommen. Die zugrund liegende Geschichte zu den Flößern auf dem Neckar stammt aus „A Tramp Abroad“.  (Dr. Hans-Ulrich Hauschild)

Veröffentlicht von gw am 29. November 2011 .
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Auf der Suche nach bekannten Pärchen

Heute, liebes Eintracht-Tagebuch, stand mal wieder der Nachbarsjunge aus dem Haus nebenan vor meiner Tür. In der einen Hand ein Schulheft, in der anderen einen Kugelschreiber. »Gott sei Dank sind Sie dehaam!«, sprudelte es aus ihm raus. »Acht hab ich … aber brauche tu ich zehn!« »Dann hast du ja schon mal den Großteil…«, antwortete ich verständnisvoll, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, um was es eigentlich ging.
Sein Anliegen schien jedenfalls dringend zu sein, denn ohne eine Einverständnisgeste meinerseits abzuwarten, schlüpfte er an mir vorbei, um Sekunden später an meinem Esstisch zu sitzen. Dort schlug er sein Heft auf, warf einen prüfenden Blick hinein, kratzte sich am Kopf und sagte erneut: »Acht hab ich …« »Ja ich weiß, und brauchen tust du zehn! Was mir in diesem Zusammenhang übrigens helfen würde, lieber Steffen, wäre noch die kleine Zusatzinfo, von was du bereits acht hast bzw. für was du noch weitere zwei brauchst!« »Pärscher!« »Was?« »Pääärscheeer!« »Ach Pärchen!«, begriff ich jetzt. »Was denn für Pärchen?«
»Mer habbe in Geschichte als Hausaufgabe aufbekomme, immer ein Pärsche zu bilden! Und zwar indem wir einen bekannten Begriff und eine berühmte Figur nennen, die mit dem Begriff zu tun hat!«
»Ich les Ihne ma vor, was mir dazu eingefallen is. Als Erstes hab ich ›Amerika und Kolumbus‹!« »Ah, verstehe! Ja, das ist gut. Kolumbus hat Amerika entdeckt, das passt! Was hast du noch?« »›Kirche und de Luther‹« »Auch okay!« »›Wetten dass…? und Thomas Gottschalk‹« »Sehr gut!« »›De Mond und Louis Armstrong!‹« »Moment, Du meinst Neil Armstrong! Der erste Mensch auf dem Mond hieß Neil Armstrong! Louis Armstrong hat Trompete gespielt!« »Ei dann hab ich ja aus einem gleich zwei gemacht!«, grinste er, und kritzelte seine neueste Errungenschaft in das Heft. »Dann hab ich noch ›Sexspielzeusch und Beate Uhse‹…« »Hey, wo hast du das denn her?« »Von meinem Vadder! Dann hab ich noch ›Philosophie und Sokrates‹« »Auch von deinem Vater?« »Nee, Google!« »Oh!« »Des nächste ist ›Hunde und Martin Rütter‹…« »Ach, der berühmte Hundeflüsterer. Stimmt, der hat den Hund erfunden. Behauptet er zumindest. Noch was?« »Ja, ›Schlimme Blähungen und mein Oppa‹!« Ich zögerte einen Moment lang. Sicherlich hatte Steffen gute Gründe, diesen Begriff und diese Person in einen direkten Zusammenhang zu stellen, dennoch befürchtete ich, dass ihm das eine schlechtere Note einbringen könnte. »Hmm, ich weiß nicht so recht. Zumal dein Großvater jetzt nicht unbedingt so bekannt ist wie zum Beispiel Kolumbus oder Thomas Gottschalk.« »Des sagen Sie! Aber als er noch Hausmeister war, hat eine Nachbarin mal zu meiner Mutter gesagt, de Oppa wär noch schlimmer als de Adolf Hitler! Und der war ja auch schon sehr bekannt!« »Ja, aber ich würde trotzdem jemanden nehmen, den noch mehr Leute kennen.« »Okay, wenn Sie meine…«
Er dachte kurz nach. »Ich weiß was: ›Apachen und Winnetou‹« Ich überlegte, ob ich ihn darauf hinweise sollte, dass Winnetou eine erfundene Figur sei, und dass das deswegen eigentlich falsch und vollkommener Blödsinn sei, aber da das möglicherweise eine ausschweifende Diskussion auslösen konnte, beschloss ich, es zu lassen. »Na gut, dann nimm das. Wie viele waren das jetzt?« »Neun.« »Also fehlt dir noch ein Pärchen. Noch ein Begriff und ein dazugehöriger großer Name.« »Ja, aaner noch, dann hab ich’s. Ham Sie vielleicht ’ne Idee?«
Was für eine Frage! Natürlich hatte ich eine! Und das schon, seitdem ich wusste, um was es geht! Ich baute mich vor ihm auf, um ihm meinen genialen Einfall möglichst eindrucksvoll zu präsentieren: »›Eintracht Frankfurt und Heribert Bruchhagen‹! Wie findest du das? Das passt doch super, gerade jetzt, wo sie ihn wiedergewählt haben!« Zu meiner Verblüffung hielt sich Steffens Begeisterung deutlich in Grenzen. Er schüttelte den Kopf. »Des könne mer net mache!« »Warum denn nicht?« »Weil des dene annern gegenübber ungerecht wär. Klar hat de Bruchhagen in de letzte Jahrn der Eintracht unglaublich gutgetan, und ich freu mich auch, dass er bleibt. Aber die annern Jungs da habbe auch dadezu beigetrache, dass aus dem launische Drecksclub wieder was Anständisches geworn ist. De Dr. Thomas Pröckl, der die Finanze gereschelt hat, oder de Klaus Lötzbeier. Die ganzen annern im Aufsichtsrat! Und auch de Friedhelm Funkel in seiner langen Trainerzeit hier! Die alle ham des zusamme gemacht, da darf man net immer nur den eine rausheben!« Ich spürte eine gewisse Zerknirschtheit in mir aufkommen. »Und außerdem glaub ich, dass des dem Bruchhagen auch gar net recht wär. Grad nach dem Abstiesch letzte Saison jetzt schon wieder in einem Atemzug mit Sokrates oder anderen Berühmtheite genannt zu wern. Nee, so wie ich en einschätz, würd der des gar net wolle! Der ist schon zufridde, dass er bleiben tut!« »Verstehe«, murmelte ich leise.
Fragend, ja regelrecht fordernd schaute er mich an. »Des müsst was anneres sein…« Ich holte tief Luft. »Wie wär’s mit ›Cowboys und Old Shatterhand‹.« Steffen strahlte. »Super! Jetzt hammer’s!« Hendrik Nachtsheim

Veröffentlicht von gw am 29. November 2011 .
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Ohne weitere Worte (vom 29. November)

Sie kamen 1981 (…) von Guadeloupe nach Paris. Wurden Sie wegen Ihrer dunklen Haut gehänselt? – »In Frankreich lief gerade eine Fernsehserie mit einer schwarzen Kuh, die dumm und tollpatschig war, und einer weißen intelligenten Kuh. In der Schule nannten mich meine Mitschüler deshalb ›schwarze Kuh‹.« (Frankreichs Fußball-Rekordnationalspieler Lilian Thuram im Stern-Interview)
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»Als ganzes Team haben wir versagt in der Hinrichtung.« (Lewis Holtbys »Versprecher des Tages« bei sid)
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»Wir spielen sieben gegen sieben. Die Feldspieler haben nur ein Bein, die Torhüter einen Arm. Unsere Krücken benutzen wir ausschließlich zur Fortbewegung, wir dürfen damit nicht den Ball schlagen.« (Maxwell Fornah, Kapitän der Mannschaft von Sierra Leone, im Spiegel über die Regeln bei der Fußball-Afrikameisterschaft für Amputierte)
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David Garrett ist der Pilawa der klassischen Musik. (…) Aber es regt sich Widerstand, (…) beim Länderspiel, als Garrett (…) die Hymne spielte, fiel es Hansi Flick auf der Trainerbank offenbar schwer, beim Mitsingen nicht zu lachen, genau wie Per Mertesacker. Da wusste ich, dass wir Europameister werden. (»Teletext« von Tobias Rüther in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Was machen Sie genau? – »Ich gehe ins Hotel. Die Gäste tuscheln: Oh, die Olympiasiegerin. Ich soll fragen, ob ich ein Zimmer haben kann. Sie wollen mir die Suite geben, aber ich sage: Nein, ein einfaches Zimmer, bitte.« (Magdalena Neuner in der FR über ihre Gastrolle bei »Sturm der Liebe«)
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Die Morde der Zwickauer Terroristen sind (…) für das politische Klima der Bundesrepublik so repräsentativ wie eine Giftnatter im Kuschelzoo. (…) Undenkbar auch, dass ein bekannter Theaterregisseur einem wegen vielfachen Mordes verurteilten Rechtsextremisten nach dessen Entlassung aus der Haft ein »Praktikum« anbieten würde, wie es Claus Peymann gegenüber Cristian Klar getan hat. Linker Terrorismus kommt irgendwie sexy daher, (…) rechter Terror riecht nach Kotzbecken und Männerschweiß. Die Zwickauer Terroristen sind ein Furunkel am Arsch der Demokratie. (Henryk M. Broder in der Welt am Sonntag)
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Der Sabine Christiansen haben Sie mal abgesagt mit dem Satz: Ich kann unmöglich kommen, weil ich um die Zeit immer daheim bin. – »Daheimsein hat für mich eben einen hohen Stellenwert. Das hat die nicht verstanden.« (Gerhard Polt im SZ-Magazin-Interview)
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»Wenn ich weiterhin so viel Erfolg habe, dann kaufe ich euch die Mandschurei«, sagte Ungerer einmal einem japanischen Reporter. Der Reporter nickte höflich. »Wenn du im Alter noch alle Murmeln beisammen hast, kannst du sie viel besser abschießen«, findet der Künstler heute. (aus einem Seite-3-Porträt von Tomi Ungerer, 80, in der Süddeutschen Zeitung) (gw)

Veröffentlicht von gw am 28. November 2011 .
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Sonntag, 27. November, 17.10 Uhr.

Nachtrag zum Hinweis im Morgen-Blog zur “Wer-bin-ich?”-Veröffentlichung: Auflösung von Runde 17 und Text für Runde 18 werden derart umfangreich, dass gesplittet werden muss: Auflösung kommt am Donnerstag ins Blatt, Text für Runde 18  am Freitag. Soviel schon jetzt: Den Text zu schreiben hat Spaß gemacht. Fragt sich nur, ob auch die Rater wieder ihre Freude haben werden. Sportkenner bestimmt, Nur-Googler ganz gewiss nicht. Bis dann!

Veröffentlicht von gw am 27. November 2011 .
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Baumhausbeichte - Novelle