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Freitag, 28. Oktober, 17.30 Uhr.

Nach den gestrigen Sportteilen in den Abendnachrichten drängen sich mir immer wieder Fragen auf: Wer zahlt für den notwendigen Polizeieinsatz – der Steuerzahler oder die Veranstalter? Warum trauen sich weder Fußballverband noch Veranstalter noch Schiedsrichter bei bereits solcher Randale im Vorfeld oder während des Spiels das Spiel abzubrechen, die betroffenen Vereine zumindest zeitweise von weiteren Spielen auszuschließen oder ähnlich hart zu bestrafen? Bruchhagens sinngemäßes Statement: »Wir arbeiten daran« ist doch eigentlich lachhaft. Und die Feststellung, dass angesichts der Vorfälle das Spielergebnis eigentlich gar keine Rolle mehr spiele, zeigt doch welchen Wert diese Spiele überhaupt noch besitzen. (Ulrich Dürr)

Zu der Randale habe ich für die morgige Kolumne ein paar Sätze aus meiner Sicht geschrieben. Zu Ihren Fragen: Der Steuerzahler kommt für die Polizeieinsätze auf, das ist schon lange ein Problem zwischen Polizei und Liga (meine unmaßgebliche Meinung: Die Vereine müssten an den Kosten beteiligt werden, die bei jedem Bundesligaspiel auftreten, denn die Polizei muss immer massiv vor Ort sein, Verkehr regeln, überhaupt die Massenströme an Menschen leiten und beaufsichtigen, auch wenn alles friedlich verläuft ein nicht unerheblicher Kostenpunkt). Das müsste allerdings auch für andere »private« Veranstaltungen wie Pop-Konzerte o.ä. gelten.
Spielabbrüche sind ein heikles Thema. Für die Randalierer, die sich mit der Aufmerksamkeit schmücken, die sie erregen, ist ein Spielabbruch der größtmögliche Erfolg und wird entsprechend gefeiert. Ganz abgesehen davon, dass dabei fast immer der Gastgeber-Verein betroffen ist, während die Randale oft von Anhängern des Gast-Klubs ausgeht.
Insgesamt ein schwieriges und komplexes Thema. Eine Möglichkeit, die Gewalt einzudämmen, versuche ich in der Kolumne aufzuzeigen. Mir ist aber bewusst, dass dies kein Patentrezept ist.

Baumhausbeichte - Novelle