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Ohne weitere Worte (vom 25. Oktober)

Messi und Villa können in einer Telefonzelle 100 Pirouetten drehen, Hrubesch und Hoeneß hätten die Telefonzelle aufs Tor geköpft. (Süddeutsche Zeitung über das veränderte Anforderungsprofil für Stürmer)
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Es hagelt Bestnoten für Sie (…). Wirklich im Gedächtnis geblieben ist allerdings vielen Menschen bis heute, dass … – »… ich bei der Weltmeisterschaft 2010 nach dem Sieg gegen England meine Omas im Fernsehen gegrüßt habe. (…) Wenn ich gewusst hätte, welche Wellen diese Geste schlägt, dann hätte ich das, na ja, dann hätte ich das damals natürlich erst recht gesagt.« (Thomas Müller im Stern-Interview)
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Totti hat Rom nie verlassen, er ist eine Werbe-Ikone, nuschelt römischen Dialekt, ist verheiratet mit einem Showgirl, hat ein Buch mit Witzen über sich selbst herausgegeben und provoziert. Klose ist in Polen geboren und hat bei der SG Blaubach-Diedelkopf mit dem Kicken angefangen (…) Totti ist einfach, vorlaut und witzig. Klose ist einfach, still und nicht so witzig. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Schmadtke: »Der Trend in dieser Saison ist ja nicht ganz so schlecht. Hannover ist wieder sexy geworden, habe ich deshalb neulich auch mal gesagt.« – Slomka: »Echt? Eine starke Aussage von dir.« (aus einem WamS-Doppelinterview mit Manager und Trainer von Hannover 96)
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»Ich (…) stehe natürlich im Mittelpunkt, durch meinen Namen, meine Persönlichkeit, aber häufig auch durch mein Privatleben mit einer attraktiven Partnerin, die ein Blickfang ist. Da kommt die Frage auf: Wie kann er mit 50 Jahren eine 25-, 30-Jährige haben? Dazu sage ich nur: Vielleicht habe ich das, wovon andere nur träumen.« (Lothar Matthäus im Sport-Bild-Interview)
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Ganz Deutschland wurde gestern von einer schockierenden Meldung geschockt (…): Johannes B. Kerner gibt nach zwei Jahren die Moderation der Sat-1-Sendung »Kerner« ab. Fassungslos liefen Millionen Menschen durch die Straßen, manchen war zum Schreien zumute, doch die meisten schämten sich, weil sie gar nicht wussten, dass Johannes B. Kerner seit zwei Jahren eine Sendung namens »Kerner« auf Sat 1 hatte. (»Zippert zappt« in der Welt)
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»Ich verübe das gleiche Verbrechen wie ein Journalist: Ich schreibe über Dinge, von denen ich keine Ahnung habe.« (Singer/Songwriter Tom Waits im Stern-Interview)
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»Ich will mir kein Urteil über das Fachwissen deutscher Journalisten erlauben. Ich möchte nur sagen, dass sie alle ohne Ausnahme Arschlöcher (›pieces of shit‹) sind. Vielleicht sind sie gebildete Arschlöcher, aber das ist mir gleich.« (der isländische Genforscher Kari Stefansson im Welt-Interview)
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Sie haben in Gedärmen gewühlt, Blut verspritzt. Gibt es etwas, was Sie ekelt? – »Ja. Wenn sonntags die Autobahnen voll sind mit Urlaubern oder wenn Fußballweltmeisterschaften sind und die Leute nichts anderes im Hirn haben als Sport. Davor ekelt mir.« (Hermann Nitsch, »Aktionskünstler«, im Zeit-Magazin-Interview)
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Solange keine Männer da sind, ist es im Bordell ganz gemütlich. (Überschrift einer Buchrezension in der FAZ)
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Na toll. Gibt es noch etwas Gutes über die Deutschen zu sagen? – »(…) In Deutschland gibt es ebenso viele Islandponys wie in Island. Vielleicht sogar mehr.« (Stefansson/Welt) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle