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Montag, 24. Oktober, 18.35 Uhr.

Für Nur-Online-Leser: Wir sind eine Zeitungsfamilie für Gießen, Bad Nauheim, Alsfeld, Friedberg usw., und der Blog wird für sie alle geschrieben. Ja, auch für Sie, lieber (noch!) für lau Nur-Online-Leser! (aus dem Freitags-Blog)

Aufgeschreckte Abonnenten fragen nach, was das für sie zu bedeuten hat. Antwort: nichts. Aber dass irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft die Nur-Online-Leser nicht mehr für lau werden lesen können, wird nicht einmal jene sogenannte Partei  verhindern können, deren albernen Namen ich nicht schreiben kann, weil sich dabei die Fingernägel auf- und abrollen.

Wutbürger. Auch Hoeneß ist einer, lese ich gerade im Agentur-Nachbericht zum Hannover-Spiel. Wegen Pinto wutbürgert er. Ein Schauspieler sei der. Mag sein. Aber auch Schauspieler haben das vom Schiedsrichter verbürgte Recht, nicht über die Seitenlinie getreten zu werden. Und dass Boateng beim Rudelbilden aggressiver schubste als Schulz, hat auch jeder gesehen, der keine bayerische Wutbürgerbrille trug. Dass Lahm generell und seit einiger Zeit vermehrt Defensivprobleme hat, ist ebenfalls bekannt, der Elfmeter war dumm veranlasst und zu Recht gepfiffen. Dazu strahlte Hannovers Torwart  die Souveränität aus, die Neuer phasenweise abhanden kommt (gesehen, wie er zum Schluss herumirrte?). Hoeneß hätte also nicht wutbürgern und herummeniggen, sondern Hannover zur großen Leistung gratulieren und das Spiel abhaken sollen. Überhaupt scheinen die Bayern, die bisher im Sieg so wunderbar leichtfüßig auf und neben dem Platz auftraten, dass selbst Bayern-Hasser Probleme bekamen, die Bayern zu hassen, Probleme zu haben … (weia! Solche Schachtelsätze, bei denen am Schluss plötzlich ein Verb steht, dessen Bezug man vorne im Satzlabyrinth suchen muss, haben schon Mark Twain an der deutschen Sprache verzweifeln lassen, Mark Twain ist übrigens ein Künstlername, bedeutet “Marke zwei” und hat was mit den Lotsen auf dem Mississippi zu tun; apropos Mississippi: Schreibt sich ganz einfach, wenn man das Wort als Gedankenhilfe englisch buchstabiert und “by heart” lernt, also auswendig: em-ai-essess-ai-essess-ai-pipi-ei; in er Schule hatte man vor allem am pipi seine Freude; so, jetzt kommt’s Verb:)  fair verlieren zu können.

Wichtigeres: Der alte Walnussbaum im Garten steht drei Nusszentner leichter in der Herbstsonne. Demnächst werden etwa genauso viele Zentner Walnusslaub zu entsorgen sein. Peu a peu in der grünen Tonne, denn Walnussblätter verrotten nicht und haben irgendeinen ätzend-gerbenden Bestandteil, der dem Rest des Gartens nicht bekommt. Gründäumler wissen’s genau, ich bin nur Amateur im italienischen Sinne: dilettanto. Auch beim Keltern. Da die ersten 110 Liter nach der Anfängsgärung weißliche Flecken an der Oberfläche bekamen, schnell noch einmal gesammelt und mit Chr. zur Presse gebracht. Jetzt also 170 Liter in sechs Ballons. Wird ja wohl nicht alles Essig werden. Auch die weißen Bläschen sind wahrscheinlich harmlos.

So, den Nuss- und Weintext  geschrieben, um weiter mit Bildern trainieren zu können, also als Einstimmung für das, was jetzt folgen soll, diesmal nicht mit Expertenhilfe, sondern solo dilettanto. Eccolo:

Nachtrag vom dilettanto: Musste dennoch Expertenhilfe suchen. Danke, O.N.

Baumhausbeichte - Novelle