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Freitag, 21. Oktober, 18.00 Uhr.

Der Sport-Stammtisch steht schon seit ein paar Stunden online. Diesmal nur Fußball, nichts als Fußball. Die liebste Zielgruppe wird mir gram sein. Nicht mal den Gaddafi hab ich eingebaut. Hat irgendwie nicht reingepasst zwischen Mario Götze und Lothar Matthäus. Was hätte ich angemerkt? Dass, anders als bei Osama Bin Laden, die Merkel & Co. diesmal nicht christenunmenschlich jauchzen und frohlocken, sondern nur erleichtert aufatmen. Erfreulicher Lerneffekt. Dafür jauchzt und frohlockt heute der  IT-Dummi. Nicht wegen Gaddafi, sondern weil er eine Premiere wagt. Ganz zum Schluss. Wenn’s nicht klappt, wird das Jauchzen und Frohlocken einfach gekillt. Und nun hat das Wort der Leser (was in Kolumne wie Blog grammatisch immer ein Neutrum ist; oder soll ich’s mal mit »das Leser« versuchen?). Es beginnt mit Walther Roeber, derzeit auf Reisen, der mit seinen Randbemerkungen fast jeden Blog und jede Kolumne kommentiert (Danke, das sind immer wertvolle Anregungen; nur einige wenige kommen in den Blog, aber alle in meinen Kopf) und die heutige so schnell kommentiert hat, dass sie fast noch nicht zu Ende geschrieben war.

Aus dem Flachland schon Stammtisch gelesen … Dortmund ist ein für mich etwas »rätselhafter« Fall. Die Zusammensetzung in der Abwehr hat sich doch kaum geändert, aber dennoch kassieren sie laufend Tore. Am Mittwoch gab es da sozusagen ständige Wiederholungen auf der linken Abwehrseite: entweder wurde der Ball ziemlich unkontrolliert in die Gegend gedroschen (worauf der nächste Angriff der Griechen folgte) oder es kam gleich zu einer gefährlichen Situation. In der letzten Saison hatte diese Abwehr in der Bundesliga doch Stabilität gezeigt. Sind die Jungen zu verspielt oder überspielt, fehlt die Ernsthaftigkeit? Doch abgehoben? Dann ist Hr. Klopp sicher gefordert, allerdings scheint er im Moment auch etwas ratlos.
Matthäus: Natürlich sortiere ich meine Joghurts (und anderes) auch nach Datum, aber muss man das in einem Interview breittreten? Bzw. gegenüber irgendwelchen Spielern, die zu trainieren sind?War es von Goethe oder sonst wem: Getretener Quark wird breit, nicht stark…! Da fehlt es einem »Loddar« genau an der Ernsthaftigkeit, die ich vom Trainer eines hochklassigen Vereins erwarten würde. Wenn er sich so zum Kasper macht, braucht er sich doch nicht zu wundern, dass es nach so vielen Jahren immer noch nicht zu einer Anstellung in der Bundesliga gekommen ist.
Allerdings macht sich ein Uli Hoeness allmählich auch zum Kasper in den letzten Interviews, die ich überflogen haben.
Auf welche Weise taktische Maßnahmen eingetrichtert werden, ist eigentlich ziemlich egal (und egal ob billig oder teuer), die Angesprochenen müssen es begreifen… und hinterher auch umsetzen. Was in Neapel schon etwas weniger der Fall war als vorher… Schönes Wochenende! … und vorsichtig Radfahren! (Walther Roeber)

Mach ich. Selbst bei mir greift manchmal der Lerneffekt. Es muss nur vorher so richtig weh getan haben. Auch Doris Heyer greift das peinliche Thema noch einmal auf. Es geht ihr aber vornehmlich um die Wer-bin-ich-Runden:

Ich hoffe und wünsche, dass es Ihnen schon besser geht, obwohl das Wetter, das wir heute haben, nicht unbedingt zum Fahrradfahren einlädt. Ja, im Blog stehen sehr interessante Beiträge, sei es zum Selektieren der »Führungsriege« oder zum Thema Burnout, die langjährigen Leser Ihrer Kolumne, wozu ich mich ja auch zähle, vertreten ihre Meinungen und Ansichten und daraus werden auch lebendige Beiträge, prima. Aber auch ich bin dafür, obwohl nur in der Verfolgergruppe, dass die Fragen nicht zu schwer werden, damit auch jemand ohne »Appretur« sich immer noch anstrengt und versucht, die richtige Lösung zu finden. Hier ist nun meine Lösung des Gesuchten: (…..) Ich hoffe und wünsche mir natürlich, dass es die richtige Lösung ist. (Doris Heyer)

Gegrübelt, gegrübelt und gegrübelt und irgendwann kam der Geistesblitz (…) Ich möchte mich nochmals für Ihre Idee mit der »Wer bin ich?« -Serie bedanken, wird doch die bei Ruheständlern geforderte geistige Betätigung gefördert. Wenn ich ehrlich bin, gibt es aber auch Phasen, in denen ich überlege, ob ich weiter mitmache. Dann packt einen doch wieder der Ehrgeiz und schon ist man wieder gefangen im Lösungsfieber. (Jost-Eckhard Armbrecht)

Die Lösungen der beiden Leser werden (…) verschwiegen. Auflösung übernächste Woche im Blatt.

Ich muss mal was loswerden, was mich schon seit längerer Zeit als Fan und als Leser irritiert. Ich werde das Gefühl nicht los, dass eine Zeitung,  die sich als Medienpartner eines regionalen Eishockeyvereins präsentiert, nicht objektiv und kritisch über diesen (seinen) Verein und Partner berichtet. Möglicherweise sehe ich das auch zu kritisch,  das mag ja auch sein, aber ich kann mit solchen Konstellationen nichts anfangen. Die Zeitung ist übrigens die Wetterauer und der Verein Bad Nauheim. Weiterhin einen guten Genesungsprozess und alles Gute. (Andreas Kautz)

Bei uns wird nichts verschwiegen, Kritik schon mal gar nicht. Die Meinung von Andreas Kautz, langjähriger Leser und ausgewiesener Sportfachmann, wird bei uns sehr ernst genommen und diskutiert (für Nur-Online-Leser: Wir sind eine Zeitungsfamilie für Gießen, Bad Nauheim, Alsfeld, Friedberg usw., und der Blog wird für sie alle geschrieben. Ja, auch für Sie, lieber (noch!) für lau Nur-Online-Leser! Aber nun zum Jauchzen und Frohlocken – hoffentlich! Denn nun versucht der IT-Dummi, erstmals ein Mail-Foto in den Blog zu übernehmen. Für Sie alle wahrscheinlich ein kleiner Pipi-Schritt, für mich aber eine Mondlandung, punktgenau in die Mail von Dr. Sylvia Börgens zum Donnerstags-»Anstoß« (»Griechisches«):

Ja, das sind traurige Tage für Philhellenen, aber vor allem für die Hellenen selbst. Gibt es überhaupt einen Ausweg aus der ganzen Malaise? Wer durchschlägt den gordischen Knoten, dass das strenge Sparprogramm die Griechen immer noch tiefer in die Rezession treibt? Ich habe schon Verständnis für die Proteste; die einen haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht, aber der Mittelstand bricht ein, die Arbeitslosenquote ist so hoch wie nie.
Als eine Illustration glücklicherer griechischer Tage schicke ich ein Foto mit, das ich Anfang Mai letzten Jahres auf Thirassia gemacht habe. Mein Mann und ich hatten von Santorin aus die Caldera mit einem Schiff befahren, den Krater bestiegen und in den heißen untermeerischen Quellen gebadet. Dann legten wir in Thirassia an; ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, bis zum Kraterrand aufzusteigen, um auf die andere Seite blicken zu können, im winzigen, völlig untouristischen Dörfchen Manolas. Der Aufstieg in der heißen Nachmittagssonne war doch etwas schweißtreibender als gedacht … ich ging in eine Pantopoleia (heißt wohl: »viel von allem« oder so?), um Wasser zu kaufen, und fand ein Kauflädchen vor, das es so in Deutschland ganz gewiss nicht mehr gibt. Völlig fasziniert bat ich die Besitzerin (alles mit Händen und Füßen, natürlich), ein Foto machen zu dürfen. Sie willigte nicht nur ein, sondern fing an, ihre Haare zurechtzustreichen, so dass ich berechtigt war anzunehmen, sie wolle mit aufs Bild – voilà!
In der Hoffnung auf bessere Zeiten für Griechenland, herzlich Sylvia Börgens

Heureka! Ich hab’s gefunden! Das Bild ist drin.

Baumhausbeichte - Novelle