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Sonntag, 9. Oktober, 17.15 Uhr.

Die 17. Frage »Wer bin ich?« ist schon etwa ebenso oft beantwortet worden, fast ausschließlich richtig, was die Spitzengruppe unverändert lassen dürfte und den Fragesteller ratlos macht: Wie schafft er’s bloß, eine sportlich relevante Person vorzustellen, die nur drei, vier Teilnehmer erraten und nicht fast alle oder fast keiner?

Morgens die Frage gestellt, und schon gibt es zwei bemerkenswerte und sehr interessante Reaktionen, beide von Lesern, die in der Spitzengruppe vertreten sind.

Ich hätte da einen Vorschlag zu WBI. Sie könnten ein Handicap einbauen. Zum Beispiel MÜSSEN die ersten Fünf unabhängig voneinander (aber natürlich in Absprache mit Ihnen) jeder einen »WBI« verfassen. Da gäbe es dann 5 Punkte in einer Runde, die 5 Führenden können maximal jeweils 4 erreichen und – durch die mit Sicherheit etwas anders ausfallenden Schreibstile – könnte auch ein Auseinanderreißen der Spitzengruppe passieren. Vielleicht mal zur Diskussion stellen? Ich hätte da im Moment ungefähr ein halbes Dutzend Persönlichkeiten vorzuschlagen, wobei ich an der Ausformulierung von Fragen zugegebenermaßen noch feilen müsste. Namen nenne ich mal keine, vielleicht haben Sie ja den/die eine oder andere noch in Ihrer Vorschlagsliste. (Walther Roeber)

Ich hatte einfach Lust es auch einmal zu probieren. Werde sicherlich nicht der letzte und erste sein. Nehmen Sie  mir meinen Versuch nicht übel und schon gar nicht als einen solchen, Sie irgendwie ersetzen zu wollen. Sie sind nicht zu ersetzen. Es ist doch nur, weil Sie geschrieben haben, dass Sie ein Rätsel suchen, das nicht entweder aller oder fast gar keiner beantworten kann. Vielleicht ist das so ein Mittelding.
Ich stamme aus einer alten Dynastie. Freilich dürfen Sie vor diesem Wort nicht erschrecken, Sie müssen keine genealogischen Handbücher zu Rate ziehen. Wenigstens seit Herr G.W. auch die geschäftlich Verantwortlichen für sein Blatt als Dynastie bezeichnet hat geht es bei meiner auch. Dynastie ist dann einfach eine Abfolge von Menschen, die häufig, nicht immer, auch im rein Inhaltlichen »abfolgen«. Ich schließe mich da ein und aus.
Was hat denn das mit Sport zu tun, werden Sie mich fragen. Ich habe mich so etwas Ähnliches auch gefragt. Was habe ich mit Sport zu schaffen? Allerdings: Teile meiner Verwandtschaft waren tüchtig, auch im Sport. Und schon mein Vater hat sich immer gewundert, dass ich Sport so gänzlich als außerhalb meiner Sphäre stehend (stehend ist auch hier gut) betrachtet habe. Also: ein Antisportler. Und auch sonst viel Anti.
Nur berühmt bin ich, sehr berühmt. Tränen der Rührung aber auch des Zorns werden und wurden über mich vergossen. So etwas Rechtes habe ich nicht gelernt, nur eben hatte und habe ich Talente, über die meine Dynastie so recht froh nicht wurde.
Aber ich kann mich rühmen, Vorbild für eine ganz bestimmte Art von Menschen zu sein.
Wer bin ich? (Hans-Ulrich Hauschild)

Ich muss zugeben, keine Ahnung zu haben. Wer weiß es? Die beiden wunderbaren Vorschläge haben aber leider keine Chance auf Verwirklichung, denn von Teilnehmern verfasste WBI-Texte würden von vielen anderen Teilnehmern einfach nicht akzeptiert. Ich würde den Herren Roeber und Dr. Hauschild hierfür sogar gerne Extrapunkte geben, aber dann gäbe es Aufstände. Ganz am Anfang der WBI-Serie, als ich noch dachte, sie als kleines Rätselvergnügen für eine Handvoll interessiert teilnehmender Leser (und natürlich viele interessiert nur lesende Nichtteilnehmer) konzipiert zu haben, wollte ich, albern wie immer, wie einst Harald Schmidt in einem frühen Ratespiel (hieß es »Psst«?) aus Jux und Dollerei unmotivierte Bonus- und Malus-Punkte vergeben, aber davon habe ich mich längst verabschiedet, zumal auch mich sportlicher Ehrgeiz gepackt hat: Ich will es unbedingt schaffen, mit einem in der Auflösung überzeugenden Rätsel die Spitzengruppe zu selektieren (also ohne einen absurd abseitig Unbekannten erraten zu lassen). Vielleicht klappt’s das nächste Mal.

Baumhausbeichte - Novelle