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Ohne weitere Worte (vom 5. Oktober)

Heribert Bruchhagen (…) sagte, dass er die Verhandlungen mit der Stadt lieber intern regele und nicht herumprolete, wie Ex-FSV-Boss Bernd Reisig es gern tue. Dazu Reisig: »Ich bin froh, wenn man mich als Prolet bezeichnet. Proletarier haben im Leben schon immer mehr geleistet als irgendwelche Möchtegern-Intellektuelle. Ich bin mit dem FSV zweimal aufgestiegen, Bruchhagen mit der Eintracht schon zweimal abgestiegen. Für den letzten Abstieg hat er, ganz auf proletarische Art, sehr hart gearbeitet.« (Bild)
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»Ich wäre sicher eine gute Fußballerin geworden. Ich habe jedenfalls richtige Fußballerbeine.« – Sie machen Witze! – »Nein, ich habe meine Beine immer nach englischen Fußballspielern benannt, früher waren es meine Kevin Keagans, heute nenne ich sie meine Wayne Rooneys.« (Oscar-Preisträgerin Helen Mirren im FR-Interview)
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Nur ganz selten, in vertrauter Umgebung, lässt er dem Lausbuben in sich freien Lauf. Zum Beispiel, wenn er (…) einem Freund (…) zuruft: »Wieso warst du denn heute früh um sieben schon im Swimmingpool? Da habe ich noch fünf gegen Willi gespielt.« »Fünf gegen Willi« – unter Männern ein Synonym für Selbstbefriedigung. (Sport-Bild über Sebastian Vettel)
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»Ich brauche keine neuen Freunde mehr, ich habe genug. Ich muss mich auch nicht bei Facebook anmelden, um zu sehen: Oh, ich hab’ 1000 neue Freundesanfragen. Mir muss keiner aus Timbuktu schreiben: Du, ich hab’ heute früh ein Ei gegessen, das war lecker!« (Hoffenheims Coach Holger Stanislawski im SZ-Interview)
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Außerdem monierte er fehlende Härte. Festgestellt hatte (…) van Gaal dies angeblich gleich beim ersten Aufeinandertreffen. Der Händedruck von Gomez, verriet er einmal, sei viel zu weich.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Manfred Breuckmann, die langjährige »Stimme des Westens« im ARD-Radio, beleidigt Waldi aufs Derbste. (…) Breuckmann höhnt über einen Hartmann-Auftritt (…) zum Fall Breno: »Hartmann gab den wildgewordenen Kleinbürger, der, von Bierdunst umnebelt, sämtliche zynischen Stammtisch-Vorurteile dieser Welt bediente.« Breuckmann bezeichnet ihn als »fleischgewordene Gemütlichkeit« und nennt Hartmanns Aussagen »Dummschwatz«. Und: »Ich plädiere für noch mehr Waldi im Fernsehen. Wann und wo kriegen wir sonst eine solche Mischung aus Ahnungslosigkeit, sozialer Kälte und dumpfen Ressentiments ungeschminkt präsentiert.« (Bild)
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Die Misere, die der Präsident beklagt, hat ihren Ursprung nirgendwo sonst als in den Vereinigten Staaten. (…) Mit dem Dorfrichter Adam, der über ein Vergehen urteilt, das er selbst begangen hat, schuf Heinrich von Kleist eine der klassischen Komödienfiguren der Weltliteratur. (…) Obama sollte seine Ratschläge deshalb zurückziehen, ansonsten könnte es ihm ergehen wie dem Dorfrichter aus Kleists Komödie. Als sein Schwindel aufflog, musste er fliehen, und seine Amtszeit war zu Ende. (Spiegel)
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Burn-out ist die neue Modekrankheit und jeder will sie haben, denn sie befällt, so viel man weiß, in der Hauptsache die Besten. (…) Viele Menschen, die noch nicht an Burn-out erkrankt sind, fühlen sich minderwertig und fragen sich verzweifelt, wie sie diese tolle Krankheit endlich bekommen könnten. (…) Es wird Zeit, dass Bücher auf den Markt kommen mit Titeln wie: »Zehn einfache Wege zum Burn-out« oder »Sorge dich nicht – brenne!« (»Zipperts Wort zum Sonntag« in der WamS) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle