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Dienstag, 27. September, 18.30 Uhr.

Mit mir älter gewordene Leser ahnen es, vielleicht bangen sie sogar (»Nicht schon wieder!«): Die »brandaktuelle« Nachricht der Woche, dass es Staatsdoping in der alten Bundesrepublik gegeben hat, ist der ururalte Hut, den ich aus dem Archiv hole und mir wieder aufsetze – am Freitag im »Anstoß« (am Donnerstag kommt erst mal, wie angekündigt, »Wer bin ich?« dran; Auflösung und Top 10; am Donnerstag drauf folgt Runde 17). Den Titel hab ich schon: »Auch bei uns gab es Staatsdoping.«  So soll’s weitergehen im Text: »Ziemlich lahme Überschrift, oder? Ist doch DIE Meldung der Woche und seit Tagen in allen Zeitungen zu lesen. Unterschied: Unsere Überschrift ist nicht aktuell, sondern stand schon am 28. September 1991 im Blatt.«
Manche Leser wird’s langsam nerven, aber das Risiko gehe ich ein, denn wer sich jetzt erst für das Thema interessiert, weil er zu jung ist oder früher keinen »Anstoß« gelesen hat, wird sich wundern und kann die »neuen« Nachrichten besser einordnen. Dass ich glaube, nein, weiß, mich im Thema besser auszukennen als andere, ist keine Überheblichkeit, sondern die Ungnade der anabolen Geburt. Nachzulesen seit zehn Jahren auch im Link »Sport-Leben«, eingeflossen auch in den (scheinbar nur mittelhessisch regional harmlos begrenzten) Krimi »Seemannsköpper«.

Und nun zu einem ganz anderen Thema, sogar dreien, Reaktionen auf Blog-Einträge bzw. Kolumnen. Beim dritten Thema halt ich mich raus. Schaun mer mal. Der Wunsch nach »Verdecktheit« aber bleibt.

 

 

Diese furchtbar schnellen Neutrinos sind »etwa« 0,0025 % schneller als das Licht, vergleichbar also der Differenzgeschwindigkeit zweier sich überholender LKW auf der Autobahn. Offenbar ist der Veröffentlichungsdruck auf Wissenschaftler inzwischen so groß geworden, dass man auf die Anwendung der Fehlerstatistik (üblich bei Messungen aller Art)gerne verzichtet. (Johann Baptist Schneiderbauer)

 

Ich habe es jetzt erst gelesen, weil ich mir keinen Reim drauf machen konnte, was passiert ist, da ich wegen besagten Bologna-Aufenthaltes nicht den Freitagsblog gelesen habe. Ich wünsche einen guten und soweit es möglich ist schmerzfreien Heilungsverlauf. Sie haben recht, bis auf einen folgenlosen dabbischen Sturz über eine Bordsteinkante und ein unverschuldetes Wegrutschen auf einem Bahnübergang bin ich bisher verschont geblieben.
Dieser Duathlon war echt eine feine Sache und sehr gut organisiert. Es war mir eine Freude, manch einen mit Zeitfahrmaschine angetretenen (spaßbefreiten) Crack hinter mir zu lassen. Da denk ich mir immer, wenn die wüssten, wie ich mich vorbereitet habe. Und wenn ich mich hinterher dann (leider) meinen Suchtgelüsten hingebe, gucken manche ganz schön blöd. (Andreas Kautz)

 

Bin ich berufen, auf die Vorschläge im letzten Blog zu antworten? Nein. Nein? Aber es sind doch liebevolle, auch interessante Vorschläge, die eine Antwort verdienen. Nichts schlimmer als ins Leere zu laufen.
Der Hölderlin – Experte? Nun ja, war er einmal, 40 Jahre ist es her. Dazwischen vieles andere getan, nichts Geisteswissenschaftliches. Knüpfe erst jetzt wieder an – nicht zuletzt angeregt durch Sie, g.w. Was sagt denn Hölderlin zum Vorschlag eines Treffens? Schnell einmal in die »Hälfte des Lebens geschaut«. Da steht es dann. Man muss es nur metaphorisch lesen. Der Sommer, die nüchternen Wasser, die Birnen, die Stimmung, das ist »Der Anstoß – Blog« – die zweite Hälfte, also für Hölderlin nicht nur das Alter, sondern auch die »eiskalte Zone« (Hyperion) der Lebenswirklichkeit, des Gesellschaftlichen, des Alltags, das ist dann – die Gefahr ist zu sehen – die Enttäuschung: »Sprachlos und kalt, im Winde/Klirren die Fahnen«. Muss nicht so sein; die Distanz aber, die zwischen den Schreibenden und Diskutierenden durch die wohltuende Moderation und Auswahl gesetzt ist, schützt. Die Idee, ein solches Kennenlernen vorzuschlagen, hatte ich auch schon. Ich zögere aber immer noch, denn: es wäre schade, wenn es eine Enttäuschung wäre. Nun aber ohne g.w? Wenn, dann nur mit ihm. Ein Treffen ohne g.w. wäre wie, na, wie? Wie Kabarett ohne Schramm (ist dann wohl auch prompt schief gegangen). Wie die Eintracht ohne Adler (ist aber laut Hölderlin auch schief gegangen). Fragen wir ihn doch:

»Wo aber bei Gesang gastfreundlich untereinander / In Chören gegenwärtig, eine heilige Zahl / Die Seligen in jeglicher Weise / Beisammen sind, und ihr Geliebtestes auch, / An dem sie hängen, nicht fehlt; denn darum rief ich / Zum Gastmahl, das bereitet ist, / Dich Unvergesslicher, dich, zum Abend der Zeit / O Jüngling, dich zum Fürsten des Festes«.
Aus der »Friedensfeier«, Hölderlins wegweisendem Gedicht in das 21. Jahrhundert.

Bitte die Begriffe und Wörter nicht wörtlich nehmen, tut ja wohl keiner. Ein Gastmahl ist ebenso wenig nötig wie Chöre. Nur die »heilige Zahl« wäre nett, also 12. Wenn, dann also nur mit Ihnen. Ob, weiß ich nicht. Es hat was, hat aber auch Gefahren. Und den Wunsch nach »Verdecktheit« respektiere ich sehr. (Hans-Ulrich Hauschild)

Baumhausbeichte - Novelle