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Mittwoch, 21. September, 13.15 Uhr.

Im Sonntags-Nachtrag unbeabsichtigt und unbewusst vielleicht die oder zumindest eine Erklärung für den Wahlerfolg der Internetleute gefunden. Zum Thema Fotovoltaik/Nato-Tanklager/Kritik im Internet/kritikloser Einweihungstext in der Zeitung schrieb ich dort: Das Internet bleibt wohl doch eine Art Parallelwelt. Sollte uns Zeitungsmachern zu denken geben. Gedruckter Verlautbarungsjournalismus, routinierte Befriedigung von Eitelkeiten im Blatt, und im Netz geht’s rund und zur Sache? Erst später ging mir auf: Wenn man Politik und Presse in einen Topf wirft (in den sie nicht hineingehören, in den aber viele auf beiden Seiten hineindrängen), findet man in diesem Topf den oder zumindest einen wichtigen Grund für die allgemeine Politik- und Parteienverdrossenheit: Verlautbarungs-Routine und Pflege von Eitelkeiten, eigenen und fremden (der Klientel), bei Vernachlässigung der gesellschaftsbedrohenden Probleme der Zeit. Befürchtung: Nicht das Internet, sondern die Nomenklatura-Welt der Ping-Pong-spielenden Politik-/Medienszene wird mehr und mehr zur Parallelwelt.

Baumhausbeichte - Novelle