Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Wer bin ich? (16. Runde: Womöglich bin ich ein Naturtalent)

»Fährt der alte Lord fort, fährt er mit dem Ford fort«, sang einst Heinz Erhardt, und die Zugabe-Tipps zum zweiten (neben Gunther Tiersch) Gesuchten endeten am Samstag mit: … ich geh jetzt ford. Das brachte immerhin fünf Leser doch noch auf die richtige Spur: Der Mann mit dem »in etwa gleichen« Beruf wie Wetterreporter Tiersch (= Sportreporter), der später »im gleichen Beruf wie ein Gesuchter der letzten Runde« arbeitete (Hary/Immobilienmakler) und der erstmals ’86 auftauchte« (= Ersterscheinungstermin) und der eine »existentielle Gemeinsamkeit« mit einem Namen hat, der in der Samstags-Kolumne auftauchte (»Rabbit«), heißt Frank Bascombe und ist – wie »Rabbit« bei Updike – Protagonist einer Roman-Trilogie von Richard Ford (Teil 1: »Der Sportreporter«).
*
Auf der Hitliste der fälschlich statt Bascombe Genannten standen Forrest Gump und David Hasselhoff ganz oben, interessante Fehlschlüsse waren u. a. Ex-Ford-Chef Lee Iacocca oder der Kapitalismuskritiker Michael Moore, und da es diesmal ein »wirklich sauschwerer Doppelpack« war (Rüdiger Schlick), folgt eine Ehrenliste der Erfolgreichsten. Einen Punkt für Tiersch erhielten: Jost-Eckhard Armbrecht, Dr. Joachim Bille, Andreas Hofmann, Dr. Hans-Ulrich Hauschild, Doris Heyer, Andreas Kautz, Dr. Paul Limberg, Walther Roeber, Karola Schleiter, Rüdiger Schlick, Paul-Gerhard Schmidt, Jochen Schneider, Manfred Stein, Stefan Werner. – Einen zweiten Punkt für Fords Sportreporter Bascombe gewannen Dr. Joachim Bille, Walther Roeber, Karola Schleiter, Rüdiger Schlick und Jochen Schneider (auch Kollege mac, außer Konkurrenz bisher alleiniger Spitzenreiter, erriet Bascombe, aber nicht Tiersch, ätsch!)
Mehr zur »Wer bin ich?«-Serie ist im Online-Blog »Sport, Gott & die Welt« zu lesen, mit schönen Beispielen, wie sich kluge graue Zellen in ihren eigenen Gehirnwindungen verirren können, außerdem ist im Blog zu entdecken, was die Europäische Zentralbank mit unserem Rätsel zu tun hat. Aber nun zur Folge 16. Meine Vermutung: mittelschwer. Meine Absicht: Zwei Punkte für jeden, der den richtigen Namen nennt (ich beuge mich aber dem eventuellen Veto der Teilnehmer). Einsendeschluss: 20. September. Los geht’s:
*
Als ich zum ersten Mal auf einem Rennrad saß, 1984 bei der Benefiz-Tour Peiper, bin ich am ersten Berg an den anderen vorbeigefahren, weil’s mir zu langsam wurde. Oben kam ich dann zusammen mit Didi Thurau und Klaus-Peter Thaler als Erster an. Seitdem bin ich vom Rennradfahren infiziert. Ich fahre bis zu 12 000 Kilometer im Jahr. Bei den gemeinschaftlichen Ausfahrten meines Freundes Eddy Merckx, da waren gestandene Tour-de-France-Fahrer dabei, zählten stets die Bergankünfte. Ich gewann sie alle – und da war Eddy noch nicht dick!
Bei einem Test in einer Klinik mit Hobbyradlern und Profis hat Klaus-Peter Thaler mal vorgelegt: 420 Watt. Ich habe dann aus Anstand auch bei 420 aufgehört. In der Steiermark bin ich bei Abfahrten über 100 km/h gefahren, das mache ich jetzt aber nicht mehr, in meinem Alter wird man vernünftiger. Wie alt ich bin? Fragen Sie die Beatles, die können ein Lied davon singen. Jedenfalls fange ich jetzt bei 70 an zu bremsen. Nicht bei Alter 70, sondern bei Tempo 70.
Ob ich Radprofi bin? Komische Frage. Sehr komisch. Ich habe natürlich nie an der Tour de France teilgenommen. Radfahren ist zwar meine Leidenschaft, aber meine erste und erfolgreichste Sportart ist eine andere. Dort hatten wir auch so eine Art Tour de France, in dem Sinne, dass es in meinem Profisport eine ähnliche alles an Bedeutung überragende Veranstaltung gab. Und innerhalb dieser Veranstaltung gab es einen legendären Höhepunkt, der hieß … wie bitte? Der Redakteur dieser Zeitung bittet mich soeben, den Namen nicht zu nennen. Nicht, weil Sie mich dann zu leicht erraten könnten, sondern weil er Angst hat vor seinen Lesern, seit ihm einer von denen mal vorgeworfen hat, die Bezeichnung sei nazistisch und stamme aus der Zeit der Judenverfolgungen. Sachen gibt’s. Aber wer’s genau wissen will: In Günter Grass’ Buch »Mein Jahrhundert« werden alle Unklarheiten beseitigt. Im 1934-Kapitelchen.
Womöglich bin ich ein Naturtalent. Schon mit fünf Jahren fuhr ich Ski (bin staatlich geprüfter Skilehrer), wurde früh Tischtennis-Stadtmeister bei den Pfadfindern und hatte auch als Ruderer frühe Erfolge. Über meine späten Erfolge als Radfahrer habe ich ja genug gesagt. Aber das ist alles nichts im Vergleich zu meinen Erfolgen in meiner Hauptsportart, denn ich heiße . . .

Top 10 vor der 16. Runde

1.  Walther Roeber 14
     Rüdiger Schlick 14
3. Dr. Joachim Bille 13
     Karola Schleiter 13
     Jochen Schneider 13
6.  Jost-Eckhard Armbrecht 12
     Dr. Hans-Ulrich Hauschild 12
     Paul-Gerhard Schmidt 12
9.  Dr. Sylvia Börgens 10
     Dr. Gerd-Ludwig Fängewisch 10
     Andreas Kautz 10

Verfolgergruppe
9 Punkte: Norbert Roth / 8 Punkte: Andreas Hofmann
7 Punkte: Thorsten Düringer, Doris Heyer, Dr. Paul Limberg, Peter Storm.

Baumhausbeichte - Novelle