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Montag, 5. September, 17.30 Uhr.

Im Grimm die Bedeutung von “stock”(-nüchtern etc.) nachgeschaut. Mit ein bisschen Nachdenken hätte ich aber auch von alleine drauf kommen können: Kommt vom Wurzelstock, vom im Boden verbliebenen Rest-Stamm. Daher auch über Stock und Stein” und ähnliches. Auch Goethe wird zitiert, (“ich bin ein stockrealist”). Bei all den Beispielen im alten Grimm fällt einem ein neudeutsches Wort für “stock” ein: “mega”. Außer, wenn’s über “mega und Stein” ginge.

Dass “stock” US-englisch auch Aktie heißt, will ich heute lieber nicht thematisieren. Schon wieder ein Absturz. Nur die BVB-Aktionäre müssen sich nicht sorgen. Die haben das alles schon hinter sich.

Apropos Absturz: Die Teilnehmer an “Wer bin ich?” mailen oft von ihrer Arbeitsstelle aus, und das gibt interessante Einblicke, wenn man sich den offiziellen Schwanz unter den Mails anschaut. So kam eine richtige (Tiersch-)Lösung aus der EZB, der Europäischen Zentralbank. Das ist da, wo das Geld liegt, denn dpa berichtete vor ein paar Minuten: Statt sich untereinander Geld zu leihen, horten die Geschäftsbanken soviel über Nacht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wie zuletzt im August 2010. Am Montag stiegen die eintägigen Einlagen bei der Notenbank von 121 Milliarden Euro am Freitag auf 151 Milliarden.  Und alles in der Hand eines Anstoß-Lesers!

Er wird uns nichts davon abgeben können. Dafür bekomme ich von Lesern oft einen zwar nicht geld- aber wissenswerten Zugewinn  geschenkt. Sehr schönes Beispiel von Dr. Sylvia Börgens, einer Spitzen-Frau der Rätsel-Runde, die nun aber an Tiersch und … ach, ist ja noch kein Einsendeschluss …. X gescheitert ist und dies sehr schön und sehr schön selbstironisch darlegt:

Hätte ich eine Zahnprothese, ich würde mich draufsetzen. Ich war schon auf der Wikipedia-Seite, die die Besatzung des Deutschland-Achters 1968 auflistete, und suchte nach einem Journalisten wie Rudi Cerne oder Kristin Otto. Und da ist mir der gute Gunther Tiersch in seiner Funktion als Fersehmeteorologe einfach entgangen. (Erst danach habe ich mich rätseltechnisch völlig verstiegen, da hätte nur noch die Bergwacht geholfen). Jedenfalls werde ich G.T. von nun an niemals sehen können, ohne daran zu denken ;-) Er war mir schon immer lieber als der unadrette J.K. (“Adrett” ist übrigens eine Verballhornung von frz. “adroit” = geschickt – wie immer die sprachliche Diskriminierung der Linkshänder!)

Mit meinem Mann beim Frühstück “gesponnen”, welches völlig unbeackerte Betätigungsfeld der political correct(!)ness sich da eröffnen würde.

Zum anderen Mr. X: Mit Ihrer Zusatzinformation, die mir nix bringt (Prostata – was soll ich damit?), ist natürlich Forrest Gump draußen. Mich erinnert das Rätsel aber an eine häufige Situation mit meinem Ex-Chef:

In der Diplomprüfung fragt er den Kandidaten nach einer Untersuchung über den (sagen wir) posttraumatischen Amnesieeffekt. Dieser, froh, es zu wissen, spult die Untersuchung von Maier und Bernstein herunter. Mein Chef wiegt den Kopf: “Ja, alles gut und richtig, aber ich meine eine andere Untersuchung” (die von Müller und Fuchs) – und dies wiederholt, bis zur Entnervung des Prüflings und der Protokollantin. Wenn also die Informationen zu allgemein sind, wächst die Gefahr von mehreren Treffern.

“Rabbit” war durch die schwierigen, aber recherchierbaren Bestimmungsstücke völlig eindeutig.

Na ja – auf ein Neues!

Ja, da hat sie Recht, und mir ist dieses Problem beim Rätseltextschreiben stets bewusst. Aber war es diesmal wirklich so schlimm, wie Norbert Fisch leicht angesäuert meint? . . . Das lieber gw, macht einen Reiz Ihres Spiels aus, das Recherchieren, zumindest da, wo es auch recherchierbar ist. Und damir bei 14 so einiges fehlt (…), ich mir aber auch vorgenommen habe, Ihnen jedes Mal eine Lösung vorzuschlagen, biete ich an: “Der Sportlehrer vom Neffen von gw seinem Nachbarn”.  – Falsch!

Immerhin haben, nach dem Zugabe-Tipp vom Samstag, bis jetzt … Blick auf die Uhr: 17.50 ….  fünf Teilnehmer den zweiten Namen richtig recherchiert. Diesmal nicht dabei (aber bei Tiersch) war Dr. Hans-Ulrich Hauschild, dessen “Versager”-Gedanken aber mindestens einen Zusatzpunkt verdient hätten. Zum Schluss sein Text in voller ungekürzter Pracht:

Sortierte Gedanken zu Wer bin ich oder aus dem Tagebuch eines Versagers

Den einen – also Er – hatte man eigentlich sofort. Wer ist rückwärts schneller als vorwärts? Außer rückwärts gewandten Propheten eigentlich nur noch Ruderer. Da war man doch gut beraten, wenn man einmal Google aufsucht; 1968 Günther Tiersch als Steuermann, obwohl diese ja eher nach vorne schauen. Nun gut, der andere Gesuchte – also Ich – ist also auch Meteorologe – oder etwas Ähnliches, denn Tiersch übt ja seinen Beruf noch aus. Der andere nicht. Steines? Der ist so deutlich nicht. „Ich“ ist also sicherlich kein Meteorologe, sondern irgendetwas in Analogie davon. Man kramt sein theologisches und philosophisches Wissen (Analogieschlüsse sind in der modernen Theologie sehr beliebt) aus – wie so mancher schon geahnt hat: es nutzt nichts, brotlos also.

Günther Tiersch ist wohl also der eine. Dieser ist eben Meteorologe. Also müsste der andere in seinem ersten Beruf etwas Ähnliches gewesen sein. Was ist etwas Ähnliches, etwas, bei dem man auch noch betont, dass man „das selbe“ und „das gleiche“ bei Strafe zu irgendwas auseinander halten können muss? Muss das ein Meteorologe  mehr als ein Techniker, Feinmechaniker, Krabbenfischer, Oberstudienrat, Sicherheitsingenieur, Anstoßschreiber können? Was ist also Vergleichbares, Analogieschluss ist gefordert? Wahrsager, Konjunkturforscher, der an den 235 Seiten des Jahreswirtschaftsberichtes formuliert? Weltuntergangsprophet? Habe nichts gefunden. Weltberühmter Beinahebestsellerautor? Dumm oder doch wenigstens „simpel“,  kommt nicht in Nachrichtensendungen vor; gw hat ja nicht geschrieben, tritt nicht in Nachrichtensendungen auf, sondern kommt nicht vor oder so ähnlich – das ist ein Unterschied. Ratlosigkeit macht sich breit. Panik ebenfalls. Man weiß etwas nicht, man kennt keine weltberühmten Amerikaner, die das Wasser nicht halten können, dumm sind, Weltuntergangspropheten oder Konjunkturforscher gelernt haben und jetzt entweder Immobilienmakler, Computerexperte bzw. „schneller Brüter“ oder tot sind – als Engel arbeiten. Immer noch keine Ahnung. Diese stellt sich auch nach einigen Tagen Suchen nicht ein. Denn die ersten Ideen sind alle irgendwie faul.

Welche weltberühmten dummen Amerikaner treten nicht in Nachrichtensendungen auf? Es ist ja gerade das Wesen dieser Spezies, eher in Nachrichtensendungen vorzukommen. Also eine Kunstfigur? Zeichentrick, Roman, Fernsehserie?

Dazu ist mir nichts eingefallen. Was mir einfällt, sind Parallelen zu Forrest Gump und Homer Simpson, die nun beide mit Meteorologie oder Konjunkturforschung nichts zu tun haben, oder doch sehr wenig. Forrest Gump ist wenigstens nach Maßstäben der heutigen Managementgeneration „simpel“, er ist 1986 zum ersten Mal aufgetaucht (als Buch), er war ein erfolgreicher Sportler. Alles andere ergibt nur dann einen weiteren Sinn, wenn man sein Aktienpaket bei Apple als Tätigkeit sieht und (da einer der letzten Gesuchten so etwas Ähnliches tut) dies als Computerbranche (Martin Lauer) durchgehen lässt. Inwiefern jener das Wasser nicht halten konnte, vermag ich nicht zu sagen.

Kann also nicht sein. Aber, wie gesagt, mir fällt nichts ein. Nur noch Homer Simpson, der in der Atomindustrie tätig ist (wieder Martin Lauer), nicht nur dumm ist, sondern auch noch gemein (trifft aber auf Ihr Rätselgeflecht nicht zu). Ich habe nicht herausgefunden, was beide – Homer und Forrest – im College getrieben haben. Außerdem ist Homer erst 1987 „aufgetaucht“. Forrest hat wenigstens einen Abschluss, was für einen, weiß ich nicht. Irgendwo ist „Intermediate  Lighting oder Lightning“ aufgetreten. Keine Ahnung. Sein Beruf als Krabbenfischer kann nicht gemeint sein, weil das mit einem Meteorologen gar nichts mehr zu tun hat. Ich bleibe ratlos. Bei Rätseln eher problematisch.

Also lassen wir es für heute bei Gunther Tiersch und (da beides falsch ist, ist es ja auch egal) bei Forrest Gump.

So, nun haben Sie die Zeilen aus dem Tagebuch eines Gescheiterten gelesen. Die anderen Promovierten und/oder Oberstudienräte (bin ich nicht und früher hat die Kunstfigur des Oberlehrers bzw. Studienrates gereicht, aber nun ist der Herr Lehrer eben befördert worden) haben es sicherlich ebenso gelöst wie viele andere. Wie gesagt: aus dem Tagebuch eines Totalversagers.

Machen Sie trotzdem weiter.

Herzlichst

Ihr

HUH

Baumhausbeichte - Novelle