Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 4. September, 6.15 Uhr.

Vom Plätschern des Regens aufgewacht. Stockdunkel (wieso “stock”? Stocknüchtern bin ich ebenfalls; verstockt? Muss mal im Grimm nachschauen, was das “stock” überhaupt bedeutet).

Dass der Sommer vorbei ist, habe ich, glaube ich, erst letzten Sonntag geschrieben (noch zu müdfaul, um nachzusehen). Aber gestern war ein Sommertag, den SAT1 als Sommersommer anpreisen würde. Also beende ich den Sommer nicht schon wieder.

Auf der Fahrt in die Redaktion noch zu dunkel, um den Fuchs zu sehen. Kann mir daher einbilden, er schnürt noch da draußen rum. In den HR-Inspirationen sagt ja gerade auch Anselm Grün, man sei selbst für das verantwortlich, was man sieht und fühlt. Klingt ein bisschen nach Sartres Existentialismus, nach dem der Mensch die Wahl hat und für seine Welt verantwortlich ist. Allerdings neige er dazu, die Verantwortlichkeit abzuwälzen, auf Herkunft, Kindheit, Diskriminierung usw. Stimmt ja. So sind wir halt. Aber bin ich verantwortlich für den Stau dort vorn, sonntagmorgens um sechs? Schwerer nächtlicher Unfall? Nein, Aussteller stauen sich vor der Hessenhalle (war doch schon mal, auch im Blog, oder?). Was gibt’s? Trödelmesse.

Nachtrag zum Nato-Tanklager, das zur Fotovoltaikanlage wird (Schwerter zu Pflugscharen?): In den 80er-Jahren gab’s dort einen RAF-Anschlag. Nur Sachschaden. Warum kann ich mich nicht daran erinnern? In den 90er-Jahren wäre aus dem Gelände beinahe ein Großspielplatz für Hobby-Soldaten geworden. Wehrsportgruppe Mittelhessen?

Der Blog ist ein Kleinspielplatz für einen Kolumnenschreiber, dem noch jede Inspiration für die “Montagsthemen” fehlt. Leichtathletik ist so gut wie vorbei, in mir ist nach Storl sowieso die Luft raus (sorry, liebe Nichtkugelstoßer), Fußball gibt’s keinen richtigen heute, Formel 1 macht Pause, worüber soll ich schreiben? Gott & die Welt? Oder über meine mit der allgemeinen Begeisterung nicht kompatible Wahrnehmung des Österreich-Spiels?

Baumhausbeichte - Novelle