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Was muss ein Experte vermeiden? – »Es darf nie so sein, dass, wenn absichtliches Handspiel vorliegt, der Experte sagt, das war Abseits!« (Mehmet Scholl im Sport-Bild-Interview)
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Das Wesensmerkmal des von Kahn propagierten echten Führungsspielers ist, dass er »die letzten fünf Prozent abrufen kann« und zwar dann, wenn es darauf ankommt. (…) Leitwolf Kahn hat im WM-Finale 2002, als es wirklich ernst wurde, um etwa fünf Prozent daneben gegriffen. Daran muss man vielleicht auch mal erinnern. (Süddeutsche Zeitung)
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Haben wir es mit einem Fußball-Querdenker zu tun und haben es die ganzen Jahre bloß nicht gemerkt? (…) Sein Klub lancierte, dass der Kapitän offenbar von seinem Berater ganz bewusst zur kritischen Führungskraft aufgebaut werden sollte. (FAZ-Kommentar zu Philipp Lahm; Überschrift: »Loyalität für Anfänger«)
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»Fakt ist jedenfalls, dass Rudi Völler der letzte Trainer war, der mit einer deutschen Mannschaft in einem WM-Finale gestanden hat,.« (Oliver Kahn im WamS-Interview über Lahms Kritik an Völler)
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»Wir reden in unserem Trainerlehrgang sehr viel über authentisch sein. Alle wollen authentisch sein. Aber wenn ich ein Arschloch bin, dann bin ich halt auch als Arschloch authentisch. Also ist authentisch nicht das richtige Wort.« (Scholl/Sport-Bild)
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Harting ist einst als Disko-Schläger unangenehm aufgefallen. Ein Eintrag im Führungszeugnis verhinderte, dass er als Sportler bei der Polizei unterkam. Jetzt ist er eben Zeitsoldat. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Dieser Käfig ist der Mittelpunkt von Betty Heidlers Welt. (…) Alles, was außerhalb des Käfigs liegt, sieht sie jetzt nicht mehr. Hinter dem grünen Netz könnte sich Brad Pitt ausziehen, sie würde es nicht mitbekommen. (Die Zeit beim Beobachten eines Trainings der Hammerwerferin)
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»Die Wellen waren ungefähr vier Meter hoch, und die Brandung war so gewaltig, dass mein Board in zwei Teile zerbrach. Ich wollte zurück zum Strand schwimmen, aber ich wurde von der Strömung aufs Meer hinausgezogen. (…)« – Wie haben Sie sich gerettet? – »Ich wusste, ich darf nicht gegen die Strömung ankämpfen, also bin ich seitlich ausgewichen, Richtung Golden Gate Bridge. Erst nach einer Stunde habe ich das Ufer erreicht, ich war so erschöpft, dass ich auf allen vieren an den Strand krabbelte und laut nach Luft schnappte. Ein Urlauberpärchen kam vorbei, und der Mann sagte zu seiner Frau: ›Siehst du, San Francisco ist voll von Drogenabhängigen.‹« (Dirigent und Surfer Kent Nagano im SZ-Magazin)
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»Ich kann anscheinend Lieder schreiben. Ansonsten bin ich ziemlich lebensuntüchtig. Ich habe etwas mit vielen künstlerischen Menschen gemein. Ich denke immer: Eines Tages kommt raus, dass ich in Wirklichkeit gar nichts kann.« (Peter Plate vom Duo Rosenstolz im Stern-Interview)
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Mal gilt er als arrogant und eitel. Mal sehen seine Gegner in ihm eine Art Sky Du Mont für Buchhändlerinnen, einen Andre Rieu des Wissenschaftsbetriebs, einen politisch korrekten Standup-Philosophen oder Coffeeshop-Denker, Vielosophie to go sozusagen. (Der Spiegel über Richard David Precht)
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Okay: Franz Beckenbauer ist auch nicht gerade der hellste Stern am Baum, beschränkt sich aber klug auf das Terrain, auf dem er sich auskennt: Fußball. (Spiegel)
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Früher vergingen oft Stunden, in denen man nichts Neues von Margot Käßmann gehört hatte, heute sind es Tage. (…) Kürzlich aber war es wieder so weit und eine neue Meinung fertig, die sofort an die Öffentlichkeit getragen werden musste.. (…) Käßmann empfahl dringend, Geschichten aus der Bibel miteinander zu teilen und den Kindern vorzulesen. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Gerade im Alten Testament wird Fehlverhalten hart und streng bestraft, dass es für Eltern nur so eine Freude ist. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Das Moralgeschäft, in dem auch Precht nach oben gespült wurde, ist so easy wie gefährlich. Michel Friedman hätte einst so was wie der Ethikbeauftragte der Republik werden können. Aber die osteuropäischen Nutten werden die Deutschen ihm vielleicht nie verzeihen, während Margot Käßmann überhaupt erst dadurch zur Heiligen werden konnte, dass sie betrunken Auto fuhr. (Spiegel)
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Als es mit dem Vater zum Sterben kam, redete Loriot ihm beschwichtigend zu: »Ich kann mir nicht vorstellen . . . « In diese Pause hinein sagte der Vater: »Du brauchst dir nicht vorstellen, ich kenn dir ja schon.« Wenn das mal keine erstklassige genetische Basis war! (Süddeutsche Zeitung) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle