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Sonntag, 28. August, 6.45 Uhr.

Verschlafen. Um eine Viertelstunde. Ist aber nur senile Zwanghaftigkeit. Ich kann gar nicht verschlafen, da mich niemand drängt, zwingt oder auch nur von mir erwartet, so früh in der Redaktion aufzutauchen. Dennoch wird’s eng heute: “Ribbon Fault” am Redaktionsdrucker, der die eingelaufenen Meldungen ausdruckt, die ich dann sichte, sortiere und an die zuständigen Kollegen verteile: Ein Packen für den Fußball-Mann, ein Packen Restsport für den zweiten Kollegen, ein Packen Sport mit regionalem Bezug, ein Packen Ergebnisse und Kurzmeldungen, die keinen eigenen Artikel “wert” sind (das ist der mit der Schinderarbeit für die Montag-Seite mit Aktuelles in Zahlen, kurz notiert, Fernsehprogramm und Wochenvorschau. Und wer muss die Fronarbeit leisten? Ich! Und wer drückt’s mir immer aufs Auge? Ich. Macht mir nämlich Spaß. Solch eine umfassende Info-Seite gibt’s sonst nirgends, dagegen kann auch das Internet nicht anstinken).

Aber “Ribbon Fault”? Was heißt “ribbon”? Mal nachgucken. Aha: “1. (Farb-, Ordens-)band. 2. Streifen, Fetzen: tear to ..s zerfetzen”  Und nun? Zerfetze ich mein Ordensband. Keine Ahnung, wie das zu reparieren ist. Sonntags so früh einen Kollegen aus der Technik alarmieren? Unmenschlich. Also vorerst nur elektronisch sichten.  Keine Päckchen für die Kollegen packen. Kostet mich (und sie) viel Zeit. Also an die Arbeit.

Gleich. Interessanteste außersportliche Meldung (wichtigste: New York wartet noch auf den Sturm):

Familie muss mit 1000 Hornissen leben. Die Eheleute Beck dulden ein 2,50 Meter langes Hornissennest an ihrer Balkontür im baden-württembergischen Nußloch. Reporter stehen staunend davor. Eine Hornissen-Expertin vom Nabu ist begeistert.

Und ich belästige die Leser mit einer (in Zahlen: 1) Hornisse im Schlafzimmer. Vielleicht war’s auch nur eine Hummel. Oder eine Monsterfliege. Oder ich hab’s nur geträumt.

Schöne Mail bekommen zur Wer-bin-ich Runde:

Also, dass du zu solchen Mitteln greifen musst, um mich zu bezwingen, ist nicht ehrenwert. Ich weile bis 31. in Zell am See und klettere in WLAN-freien Höhen. Und dann dieses nach dem Urlaubsplan festgelegte Einsendeschlussdatum.

Pfui ;-) Am Mittwoch wollte ich die Spitze des Kitzsteinhorns stürmen, muss nun aber am Rechner sitzen und recherchieren, ob mein erster Tipp richtig ist. :-)

Bis bald Marc

Ich krieg ihn!


 

Baumhausbeichte - Novelle