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Ohne weitere Worte (vom 16. August)

Und dann stand noch irgendwo zu lesen, Sie seien als »weißer Brasilianer« inzwischen quasi offiziell der Nachfolger von Bernd Schneider. – »Ehrlich? Das hab ich noch nicht gelesen. Ich kann mich an keine Titelübergabe erinnern.« (Mario Götze im SZ-Interview/schon vor dem Brasilien-Spiel)
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Beim FC Schalke 04 freut man sich darüber, dass die Zahl der Vereinsmitglieder sich langsam der Summe der Verbindlichkeiten annähert. Es fehlen nur noch läppische drei Nullen. (Frankf. Allg. Sonntagszeitung)
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»Ich habe durch mentale Unterstützung und Spielanalysen dem Verein (…) geholfen. Zudem habe ich Wasser energetisch aufgeladen, welches die Spieler zum Trinken bekamen.« (…) – Und wie meinen Sie, Wasser energetisch aufladen zu können? – »Ich spreche Gebete. Die daraus entstehende positive Energie geht in das Wasser über.« (Jasmin Mehmedovic, dessen Dienste Schalke 2009 in Anspruch genommen hatte, im Sport-Bild-Interview
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Morgens und abends je drei kräftige Sprühstöße in den Mund geben. Sprechen Sie vor der ersten Gabe das Wort »Glaube«, zum zweiten Sprühstoß »Liebe« und zum dritten »Zuversicht« (Packungsbeilage der »Fliege-Essenz« des Ex-Fernseh-Pfarrers Fliege)
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Jede Gesellschaft hat den Scharlatan, den sie verdient; dieser Satz stammt von Ihnen. – Richtig.« – Auf YouTube sieht man einen gespenstischen Film, in dem sie vor dem Reichstag Passanten sekundenschnell in Schlaf versetzen. Und zum ›Muh‹-Sagen bringen. – »Ja.« (Jan Becker, Zauberer, im SZ-Interview)
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Spanien, Costa Brava, Camping Las Dunas. (…) Carmona hat das immer etwas gewundert: Deutsche wollen wissen, was man von ihnen denkt. Carmona (…) hat hier zwei Fußball-Weltmeisterschaften und eine Europameisterschaft miterlebt. Die Deutschen freuen sich wie Kinder, wenn man für ihre Nationalmannschaft ist. »Franzosen, Italienern und Engländern«, sagt Carmona, »ist das völlig egal«. (Spiegel)
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»Das Starsein ist furchtbar. Gibsons Leben zum Beispiel wollte ich nicht haben (….) Da kann man doch durchdrehen.« – Hat Gibson ja mitunter getan. – »Mel hat Dämonen. Er konnte in der einen Sekunde lachen und in der nächsten weinend zusammenbrechen.« – Früher nannte man das Quartalssaufen. (Spiegel-Interview mit Regisseur Roland Emmerich)
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Gibt es nach so vielen Jahren Männerfreundschaft im Wohnwagen noch Schamgrenzen? Verkneift man sich einen Furz? – Bär. »Ach was! Man kann ja die Fenster öffnen.« (aus einem Stern-Interview mit Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt)
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Sie sind offenbar ein Naturtalent. – »Ich glaube schon. Wir haben mal für eine Illustrierte in einer Klinik einen Vergleichstest (…) gemacht. Klaus-Peter Thaler hat 420 Watt getreten, ich war der nächste und habe dann aus Anstand auch bei 420 Watt aufgehört.« (Walter Röhrl in der FAS in der Serie »Zweite Liebe« über das Rennradfahren)
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Aufgeben? Nein, lieber falle ich tot vom Rad. Heute arbeite ich daran, etwas vernünftiger zu werden.« (Röhrl/FAS)
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Willy Brandt weckt draußen weiter ganz hohe Erwartungen – und taumelt durchs Leben. Auf Fuerteventura beim Ausritt mit Scheel fällt er vom Esel. In Bonn beim Ausflug mit Wehner fällt er vom Fahrrad. Dann die Enttarnung des DDR-Spions Guillaume. Der Rücktritt Brandts. Matthias ist zwölf. (…) Das Problem: »Mein Vater hatte im Urlaub meistens eine absolute Scheißlaune. Sogar wenn er vorher nicht zurückgetreten war.« ((aus einem Matthias-Brandt-Porträt von Alexander Gorkow in der Süddeutschen Zeitung)
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»Die Frau ist das Grauen.« (Matthias Brandt/SZ über Brigitte Seebacher-Brandt) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle