Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Wer bin ich? (Auflösung Runde 8/9/10 und eine neue Dreier-Runde)

Dass NIEMAND alle drei Gesuchten finden werde, war in der Großschreibung eine hervorgehobene Behauptung und kein heimlicher Tipp, als den mancher diesen NIEMAND interpretierte und daran schier verzweifelte. Dennoch erkannten vier Leser die »Wer bin ich?«-Kandidaten der Runden acht bis zehn, was ich nie für möglich gehalten hätte. Die vier Fehlerlosen: Karola Schleiter, Rüdiger Schlick, Dr. Joachim Bille und Dr. Paul Limberg. Respekt!

*

Einer von ihnen stieg erst zur letzten Dreier-Runde ein (»So, und jetzt bin ich mal gespannt! Herzliche Grüße Ihr treuer Leser Paul Limberg aus Linden«), wie mancher andere auch, dessen Ehrgeiz von meiner großspurigen »NIEMAND«-Ankündigung geweckt worden war: »Jetzt will ich mich doch einmal bei Ihnen melden. Ich habe auch Ende der sechziger Jahre in Gießen Germanistik studiert. Jetzt bin ich pensionierter Oberstudienrat und wohne im Vogelsberg. Ihre Kolumne lese ich immer zuerst. Sie ist in jeder Hinsicht wirklich klasse. Ihre Wette, dass es niemand hinkriegt, hat mich motiviert in der leisen Hoffnung, der Erste zu sein.« – Leider nicht, lieber Manfred Stein, aber Sie waren mit zwei Punkten nahe dran und einer der Besten. Und da »Wer bin ich?« noch lange laufen soll und heute schon wieder drei Punkte gutzumachen sind, haben auch die Neueinsteiger reelle Chancen, mittelfristig in die »Top 10« vorzudringen.

*

Ganz vorne hat jede/r Punkte eingebüßt, so dass niemand mehr mit voller Punktzahl dabei ist. Insofern habe ich mein Ziel erreicht. Allerdings nur durch eine »Disqualifikation«. »M. Schäfer« war der Fünfte im Bunde der Fehlerlosen, hat sich aber sportlich fair geoutet: Das »M.« vor dem Allerweltsnamen steht für Marc, und Marc Schäfer (mac) ist ein Kollege, der sich fest vorgenommen hat zu beweisen, dass er ALLE meine Fragen beantworten kann. Ab sofort aber außer Konkurrenz, denn »mac« hat Zugriff auf unser hauseigenes Archiv mit allen »gw«-Artikeln der letzten hundert Jahre und ist daher leicht bevorteilt (aber dich krieg ich auch noch, Marc!)

*

Vor der Auflösung eine Auflistung all der Namen, die genannt wurden, aber keine Punkte einbrachten: Klaus Wolfermann, Hartmut Reck, Eva Wilms, Paul Tagliabue, Alwin Wagner, Dr. Hermann Otto Solms, Rudi Altig, Gerald Asamoah, »Hennis Kumpel Brocken«, Ralf Reichenbach, Gerhard Steines, Fritz von Thurn und Taxis, Otto A. Böhmer, Sean Connery, Didi Thurau (meist genannte Falschlösung), Henni Nachtsheim und »Dr. No«.

*

Die achte Runde war die einfachste, wenn man die doppelte Bedeutung von »Schiebung« erkannte: Majestät ließen schieben – Prinz Albert von Monaco an den Steuerseilen von Bob Monaco. Aber dann wurde es schwierig. Den Sportler, dessen Porträtfoto aus unserem Archiv einst der Polizei bei der Aufklärung eines Apotheken-Überfalls helfen sollte, konnte selbst der gewitzteste Googler nicht finden. Nur wirklich uralte »Anstoß«-Leser mit Elefanten-Gedächtnis hatten es einfach (und eben unser »mac«, der im Hausarchiv »gw« und »Überfall« und »Apotheke« eingab). Zu den wenigen, die Eberhard Gienger erkannten, gehörte Dr. Joachim Bille, der so kombinierte: »In vorderster Reihe bei den Soli-Bekundungen zum ›Doc‹, ›Christ‹-(Demokrat) . . . die ›Figur‹ der Gienger-Salto, Anabolika-Konsument zum Muskelaufbau (natürlich nur nach einer Verletzung) . . . Danke für einige Stunden wunderbar spannender (Internet-)Detektivarbeit!«

*

Am schwierigsten und für mich der Anlass zur NIEMAND-Behauptung war, den Frankfurter Stadionbesucher zu identifizieren. Im Text versteckt war allerdings der Titel seines vorletzten (und besten) Romans »Der Mond und das Mädchen«. Dr. Hans-Ulrich Hauschild hat es erkannt, und nicht nur das: »Aus dem Text zu Yeboah nehme ich die Wortverbindung ›Mond‹ und ›Mädchen‹ und komme auf Martin Mosebach, der allerdings nun wohl wirklich Christ und (so wurde dem Konservativen vorgeworfen) ›Royalist‹ – und genau genommen Monarchist – ist oder sein soll. Was immer das für ein Christentum (es gibt viele, wie schon Martin Luther hätte feststellen müssen, wenn er etwas weniger emotional an seine Reformation herangegangen wäre) sein mag.«

*

So regt »Wer bin ich?« über das Rätseln hinaus zu Gedankenspielen und lustvollen Assoziationen an, und das könnte auch in der Dreierpack-Runde 11, 12 und 13 hilfreich sein. Drei Menschen führen einen fiktiven Dialog . . . oder führen sie einen Trialog? Nein, das »dia« im Dialog kommt vom griechischen Präfix für »durch«, einen Dialog (es heißt ja nicht “Bialog”) können also auch mehrere führen, auch unsere Herren/Damen A, B und C, die kein Wort über ihre sportlichen Großtaten verlieren, sondern . . . lesen Sie selbst:

A: »Na du alter Kunstfreund, wo hängt das Bild? Bei dir zu Hause im Partykeller?«

B: »Das Bild gehört meiner Tochter.«

A: »Ach was, ich kenne dich doch. Dir gehört es! Und wenn es sich als echt herausstellt, bist du ein paar Millionen reicher.«

B: »Ihr glaubt, mir geht es nur ums Geld . . . «

A und C: »Ja.«

B: » . . . dabei bin ich genauso kunstsinnig wie ihr.«

C: »Du und von den Musen geküsst? Als gelernter Feinmechaniker?«

B: »Meine Eltern wollten sogar aus mir einen Sologeiger machen.«

C: »Mit Feile statt Bogen?«

A: »Das war gemein. Aber ›solo‹ trifft zu, du warst immer ein Einzelgänger.«

C: »›Gänger‹ ist gut.«

B: »Immer noch der alte Witzbold. Selbst dort … «

C: »Ja, hier ist’s nett. Ich sitze auf der Wolke neben diesem Münchner und singe ›Luja‹.«

A: »Ja, singen konntest du. Ich aber auch.«

C: »Was man so singen nennt. Ich habe Gesang studiert, du hast geträllert.«

A: »Aber wer hat mehr Platten verkauft?«

B: »Schon ist er still, der große Künstler.«

C: »Du bist nur neidisch, weil ich beliebt war und du nicht.«

B: »Stimmt, ich hatte damals ganz Deutschland gegen mich. Viel Feind, viel Ehr. Ihr beide dagegen seid immer beliebt gewesen, du, C, vor allem bei den Frauen, die Klatschspalten waren voll mit deinen Liebeleien. Ich sage nur: Elke Sommer!«

C: »Da war gar nichts!«

A und B: »Ha, ha.«

B: »Und dich, A, haben alle aus Mitleid gemocht.«

A: »Mitleid? Hatte ich nicht nötig. Ich habe mich durchgekämpft.«

B: »Eher durchgesungen. Und dann hast du Glück gehabt, du schneller Brüter, dass die Atomenergie damals nicht den Ruf wie heute hatte, sonst wärst du mit deinen beruflichen Erfolgen in Deutschland noch verhasster gewesen als ich bei den Funktionären.«

A: »Oder du beim Staatsanwalt. Oder beim späteren Papst. Da war doch mal was . . .«

C: »Jungs, wir sollten uns nicht streiten. Bei allen Gegensätzen haben wir doch auch sehr viele Gemeinsamkeiten.«

*

Ja, aber welche? Wer die Gemeinsamkeiten kennt, kennt auch A, B und C und assoziiert sie sofort mit drei anderen Buchstaben. Tipp: Das war ein Tipp! (Einsendeschluss: 19. August) (gw)

Top 10 nach Runde 10

1. Walther Roeber 9

    Rüdiger Schlick 9

3. Jost-Eckhard Armbrecht 8

    Dr. Joachim Bille 8

    Dr. Hans-Ulrich Hauschild 8

    Karola Schleiter 8

    Paul-Gerhard Schmidt 8

    Jochen Schneider 8

 9. Dr. Sylvia Börgens 7

    Thorsten Düringer 7

    Gerd-Ludwig Fängewisch 7

    Andreas Hofmann 7

Verfolgergruppe

6 Punkte: Norbert Fisch, Doris Heyer, Andreas Kautz, Christian Lugerth, Norbert Roth / 4 Punkte: Thomas Koch, Peter Storm.

Baumhausbeichte - Novelle