Archiv für August 2011

Mittwoch, 31. August, 18.00 Uhr

Achtung! Nur noch wenige Stunden, dann ist Transfer- und Einsendeschluss für Bundesliga und „Wer bin ich?“ 

Noch kein Kommentar von mir. Jedes Wort wäre verräterisch. Auflösung frühestens im Samstags-Anstoß. Nach Lage der Dinge mit einem Novum in der allerdings noch jungen Wer-bin-ich?-Geschichte.

Im „Gold und Blech“-Anstoß (schon online) für morgen wieder einmal im eigenen Blog geräubert. Darf man doch, oder?

Am Morgen die größte der drei Radstrecken. Dabei den schon fast leeren Aartalsee umrundet. Sieht fast so aus wie zur Zeit auch der Edersee. War kürzlich dort (seit Kindheit zum ersten Mal!). Viele schauten sich eine angeblich berühmte Brücke an, die nur bei Niedrigstwasser zu sehen sein soll. Sie stand völlig im Trocknen. Ein bisschen hier und da am See radgefahren, dann den endgültigen Beweis meiner Orientierungslosigkeit geliefert: Den Weg zurück auf die Bundesstraße nicht gefunden, einmal sogar in einem Dorf am Berg in einer Sackgasse gelandet. Nach großem Umweg endlich die Straße Richtung Marburg gefunden. Dachte ich. Ging aber in die Wallachei. Kommt davon, wenn man Navi ablehnt und keine Lust hat, anzuhalten und in den Atlas zu gucken.

Eine Woche später beim Dritten im Bunde meiner hessischen Talsperren: Niddastausee. Klein, aber fein. Mit dem Rad hin und rundum gefahren. Auf dem Hinweg Mordssteigung zu einem Dorf hinauf (Stornfels). Obwohl in der Routenbeschreibung „leicht“ stand. Meine liebste Mitfahrerin hat’s aber geschafft.

Noch mal zum Rätsel: Wenn die Auflösung erst später kommt, ist’s keine böse aufdiefolterspannende Absicht. Aber Aktualität und gewohnter Ablauf gehen vor: Morgen schreibt „mi“ seine Freitagskolumne, dann ich Sport-Stammtisch, Montagsthemen und Ohne weitere Worte, dann Henni seine Eintracht-Kolumne, nächster freier Termin ist also die Donnerstags-Kolumne am 8. September. Ob am Samstag (Stammtisch) oder Montag (-sthemen) schon Platz für die Auflösung ist, weiß ich noch nicht. Mit zwei Namen allein wär’s nämlich nicht getan …

Veröffentlicht von gw am 31. August 2011 .
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Dienstag, 30. August, 17.00 Uhr

Vor dem Diskus-Finale mit Alwin Wagner telefoniert. Geht mit seiner Krankheit sehr offensiv und zupackend um. Habe überlegt, ob ich eine Zeitungsgeschichte schreiben soll. Aber eher nicht. Hypochondrische Bedenken.

Alwin wurde 1984 Olympia-Sechster. Für mich wäre es ein Traum gewesen, er aber hadert immer noch. War in Topform, aber dann siegte ein anderer Deutscher. Danneberg. Den Namen kennt zumindest in Hessen kaum noch jemand. Alwins schon. Kleiner Trost?

Die tolle junge Hindernis-Hessin (aus Dillenburg) geht im Medaillentaumel fast unter. Tough, die Kleine. Tough auch die Silber-Springerin. Ein Kugel-Blitz. Am meisten gefreut aber über die Bronze-Siebenkämpferin. Lag schon am Boden, und dann dieses Finish! Stark

Wie wachsweich Löw sein Spielführerchen du!du!t. Wie Podolski, als der im Spiel Ballack ohrfeigte. Bei allem Mitfiebern mit der Nationalelf und ihren in der Mehrzahl auch menschlich angenehm wirkenden Spielern: Im Innenleben unechtelt es unangenehm.

Aktuelle Meldung:  (Achtung) In verschiedenen Medien wurden Spekulationen zum Privatleben des Fußballers Michael Ballack (34) veröffentlicht. dpa bemüht sich seit Montag um eine Stellungnahme der Beteiligten. Ohne eine solche
Reaktion wird dpa aus rechtlichen Gründen zum derzeitigen Zeitpunkt
nicht darüber berichten.

Ich erst recht nicht. Und zwar nicht aus rechtlichen Gründen.

Mail-Post zu einem Zeit-Interview : Lieber gw, ist Ihnen der wunderbare Ameisenvergleich des Statistikexperten Sarrazin in diesem Interview schon ins Auge gesprungen? Ist es vermessen, in diesem Zusammenhang sich mal wieder des schönen gutbürgerlichen Begriffes Herrenmensch zu entsinnen? Herzlichst
Ihr Johann Baptist Schneiderbauer

Daran hab ich auch gedacht. Und hat jemand gesehen, wie der Herrenmensch im ZDF-Interview (Hahne mit S. und Ströbele) rüberkam? Da konnte einem ja sogar Ströbele fast sympathisch werden. Und das will was heißen. Bei mir.

Veröffentlicht von gw am 30. August 2011 .
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Montag, 29.August, 17.15 Uhr.

Sonnig, kühl, leichte Brise, blauer Himmel, muntere Wölkchen. Unterwegs auf der Morgenstrecke, flott, aber nicht schnell unterwegs, dann freihändig auf dem Grüner-Plan-Teilstück, eine wahre Lust, in diesem Moment glaubt man an Leibnitz‘ Theodizee, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Doch dann fallen mir die Vermissten ein: Der Hund vom Leiterhof, der Fuchs, die Rehmutter und ihr Kind. Und der eigene Hund, der vor ein paar Tagen in der Nähe der Reh-Stelle im Gebüsch stöberte und mit einem Rehbein im Maul rauskam.

Mit einem Rehbein, also mit einem Schlegel, nicht mit der Rehbein. Andere Hundertjährige wissen: Sekretärin von Kommissar Erik Ode.

Zur Sache: Der Hype um Pistorius schwächt sich schneller ab als Monstersturm Irene. Gut so. Beides. Wenn der „Blade Runner“ nicht beim Staffeleinsatz zum Querschläger wird, versinkt das Thema in den Tiefen der Fachweltdiskussion. Oder verschwindet völlig, denn Pistorius ist ein absoluter Ausnahmefall und wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederholen. Die sehr spezielle Behinderung und die frühkindliche Gewöhnung an Prothesen als „normale“ Beine bleiben außergewöhnlich. Außerdem wird die Weiterentwicklung von Prothesen zu so augenscheinlicher Unvergleichbarkeit führen, dass sich die Frage einer Teilnahme bei Normalzweibeinern gar nicht erst stellt, zumal dann die rein zufällige aktuelle Vergleichbarkeit der Zeiten von Pistorius und den 400-m-Läufern nicht mehr die Diskussion versimpeln kann. Beispiel Marathon: Rollstuhlfahrer haben derart schnelle High-Tech-Gefährte, dass es auch für jeden, der Pistorius‘ Start unterstützt hat, absurd wäre, wenn die Rollis in die Läufer-Wertung kämen.

Festzuhalten bleibt zum Schluss, denn das vergessen wir sportsachbezogenen Kritiker oft, dass Oskar Pistorius ein ganz und gar außergewöhnlicher und großartiger Sportler ist.

Nächstes Thema bei der WM wird die südafrikanische 800-m-Goldmedaillengewinnerin sein. Das arme (Jetzt-erst?-)Mädchen läuft seit ihrer Pause nur noch mit und meist hinterher und nicht einfach vorneweg. Bleibt es auch in Daegu so, erledigt sich auch dieses Aufreger-Thema von selbst. Und auch das ist gut so, vor allem für das Mädchen. 

Heute griffen bei der WM die üblichen medialen Mechanismen: „Tränen statt Medaillen“, „glanzlos“, „Enttäuschungen „, „geplatzte Hoffnungen“ – so der Tenor zum deutschen Abschneiden. Doch vordere Platzierungen (5,85 m stabhoch, fast 80 m mit dem Hammer), ein beeindruckender 400-m-Hürden-Vorlauf, eine junge Deutsche im 100-m-Halbfinale – das war doch gar nicht so schlecht.

Gerade fällt mir ein, dass ich vor ein paar Jahren in Zusammenhang mit den ersten Diskussionen um Pistorius auf die Geschichte eines einbeinigen Collegesportlers gestoßen war, der im „normalen“ Collegeteam mitspielte und sogar den Dunking schaffte – ohne Prothesen, einbeinig! Mal ins Archiv klicken.

So, hat etwas gedauert, weil ich keinen griffigen Suchnamen fand (hatte „Sugarfood“ vergessen). Aber jetzt hab ich’s:

Vor einem Vierteljahrhundert vollbrachte ein Schüler der Highschool von Madison eine der unglaublichsten Leistungen der Sportgeschichte, und erst jetzt werden wir in Deutschland auf ihn aufmerksam, weil er für die Hall of Fame von Floridas Highschoolsport nominiert worden ist. Die Süddeutsche Zeitung interviewte den heute 47-Jährigen, ich konnte nicht glauben, was ich las, klickte mich bei youtube ein . . . und war baff: Der mit nur einem Bein geborene Carl Joseph spielte Football und Basketball – ohne Prothese (»weil ich mich ohne mein fünf Pfund schweres Holzbein besser bewegen konnte«) im regulären Auswahlteam, denn: »Ich bin doch nicht behindert. Deshalb habe ich auch nie Behindertensport gemacht.« Carl »Sugarfood« Joseph schaffte sogar den Slam Dunk (Bild). Unfassbar. * Diskriminiert fühlte »Sugarfood« sich nie – nur die Einstellung der Zahlungen der Behindertenhilfe ärgerte ihn: »Die Behörde sagte, wer Sport treibe, könne unmöglich behindert sein.« * Warum Carl Joseph aber in einer gewissen olympischen Traditionssportart schon bei der ersten Bewegung disqualifiziert würde und warum das kaum jemand besser wissen dürfte als ein gewisser mittelhessischer DKP-Kreisvorsitzender . . (Anstoß im Oktober 2008)

Die Frage stelle ich vielleicht morgen noch einmal, wenn ich einen WM-Anstoß schreibe (parallel zum Diskuswerfen). Falls nicht, Auflösung im Blog.

 

Veröffentlicht von gw am 29. August 2011 .
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Sonntag, 28. August, 6.45 Uhr.

Verschlafen. Um eine Viertelstunde. Ist aber nur senile Zwanghaftigkeit. Ich kann gar nicht verschlafen, da mich niemand drängt, zwingt oder auch nur von mir erwartet, so früh in der Redaktion aufzutauchen. Dennoch wird’s eng heute: „Ribbon Fault“ am Redaktionsdrucker, der die eingelaufenen Meldungen ausdruckt, die ich dann sichte, sortiere und an die zuständigen Kollegen verteile: Ein Packen für den Fußball-Mann, ein Packen Restsport für den zweiten Kollegen, ein Packen Sport mit regionalem Bezug, ein Packen Ergebnisse und Kurzmeldungen, die keinen eigenen Artikel „wert“ sind (das ist der mit der Schinderarbeit für die Montag-Seite mit Aktuelles in Zahlen, kurz notiert, Fernsehprogramm und Wochenvorschau. Und wer muss die Fronarbeit leisten? Ich! Und wer drückt’s mir immer aufs Auge? Ich. Macht mir nämlich Spaß. Solch eine umfassende Info-Seite gibt’s sonst nirgends, dagegen kann auch das Internet nicht anstinken).

Aber „Ribbon Fault“? Was heißt „ribbon“? Mal nachgucken. Aha: „1. (Farb-, Ordens-)band. 2. Streifen, Fetzen: tear to ..s zerfetzen“  Und nun? Zerfetze ich mein Ordensband. Keine Ahnung, wie das zu reparieren ist. Sonntags so früh einen Kollegen aus der Technik alarmieren? Unmenschlich. Also vorerst nur elektronisch sichten.  Keine Päckchen für die Kollegen packen. Kostet mich (und sie) viel Zeit. Also an die Arbeit.

Gleich. Interessanteste außersportliche Meldung (wichtigste: New York wartet noch auf den Sturm):

Familie muss mit 1000 Hornissen leben. Die Eheleute Beck dulden ein 2,50 Meter langes Hornissennest an ihrer Balkontür im baden-württembergischen Nußloch. Reporter stehen staunend davor. Eine Hornissen-Expertin vom Nabu ist begeistert.

Und ich belästige die Leser mit einer (in Zahlen: 1) Hornisse im Schlafzimmer. Vielleicht war’s auch nur eine Hummel. Oder eine Monsterfliege. Oder ich hab’s nur geträumt.

Schöne Mail bekommen zur Wer-bin-ich Runde:

Also, dass du zu solchen Mitteln greifen musst, um mich zu bezwingen, ist nicht ehrenwert. Ich weile bis 31. in Zell am See und klettere in WLAN-freien Höhen. Und dann dieses nach dem Urlaubsplan festgelegte Einsendeschlussdatum.

Pfui 😉 Am Mittwoch wollte ich die Spitze des Kitzsteinhorns stürmen, muss nun aber am Rechner sitzen und recherchieren, ob mein erster Tipp richtig ist. 🙂

Bis bald Marc

Ich krieg ihn!


 

Veröffentlicht von gw am 28. August 2011 .
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Samstag, 27. August, 9 Uhr

Heute nacht endete der Sommer, zwar nicht mit den angekündigten Pauken und Trompeten, aber mit einem noch andauernden Dauerregen (aber was soll ein Dauerregen auch anderes machen als andauern?). In der Mailbox dauerregnet es noch keine Wer-bin-ich-Lösungen, aber es tröpfelt schon, obwohl Einsendeschluss erst am 31. August ist. Wie gerne würde ich dem einen oder der anderen zurückmailend raten, dass … nein, auch im Blog nicht mal andeuten, was ich ganz allgemein raten würde. Das noch zum Sport-Stammtisch, dann geht’s ab in den Regen:

Ja, der kleine Streber aus der ersten Bank hat sich weiterentwickelt: jetzt hat ihn der »Größenlahm« gepackt.
Weiter so mit ihrer Super Anstoß.
Erich Zimmermann, Gießen

Veröffentlicht von gw am 27. August 2011 .
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