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Ohne weitere Worte (vom 26. Juli)

Angeblich führten Sie als kleiner Junge im Badezimmer mit der Haarbürste in der Hand imaginäre Fußballinterviews. – »Es war der Duschkopf. In meinem siebenjährigen Köpfchen stellte ich mir das als wahnsinnig tollen Beruf vor: Man darf die Spieler kennenlernen und kommt umsonst ins Stadion. Dass man dafür auch noch Geld kriegt, wusste ich nicht.« (Matthias Opdenhövel, Sportschau-Moderator, in BamS)
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Mit seiner Selbstgefälligkeit und einem Auftreten am Rande der Selbstüberschätzung verdarb Ama es sich mit seinem Förderer, Vorstand Heribert Bruchhagen, mit vielen Mitspielern und am Ende auch vielen Fans. (…) In seinen Interviews nahm er sich zu wichtig, schoss immer öfter übers Ziel hinaus. (Bild über Ioannis Amanatidis)
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Haben Sie sich etwas vorzuwerfen? Die Interviews etwa, vor allem in der Frankfurter Rundschau? – »Warum denn?« (…) – Würden Sie alles wieder so machen? – »Ich bin extrovertiert, ich sage, was ich sehe und denke.« (Amanatidis im FR-Interview)
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Es gibt die Eiskunstläuferin Anne-Sophie Calvez, die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, die Geigerin Anne-Sophie Mutter. Seine Tochter Anne-Sophie zu nennen, bedeutet, sich etwas von ihr zu wünschen: Werde nicht gewöhnlich. Dreh keine Filme, die »Mein Frauenarzt, der Foltermeister« heißen, »Die Karnevalsschlampe« oder »Notgeil auf hoher See«. So gesehen hat Anne-Sophie ihre Eltern enttäuscht. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung über eine Pornodarstellerin)
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Man kommt zu Geld, wenn man bereit ist, mehr zu zeigen als die Sommermädchen im Billigfernsehen (…) und die Sportlerinnen, Zweitligahandballerinnen, die sich für Kalender ausziehen, damit mehr Zuschauer in die Halle kommen. Es kommt nie ein Zuschauer mehr, dafür sind die Kalender schnell vergriffen. (Gertz/SZ)
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Jedes Jahr werden in den Weltmeeren etwa 85 Millionen Tonnen Fisch gefangen. Legte man diesen gewaltigen silbrig schimmernden Haufen in eine Waagschale, bräuchte man die gesamte Bevölkerung Chinas, um ihn aufzuwiegen. Die von der Menschheit jährlich konsumierte Fisch-Biomasse entspricht also der Biomasse aller Chinesen. (Die Literarische Welt)
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Die Frage wäre dann ja an Sie: Vizekanzler unter Trittin? – »(…) Nur wenn Uwe Seeler gleichzeitig Bundespräsident ist.« (Peer Steinbrück im Stern-Interview)
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Nun aber werde ich immer häufiger mit Politikern konfrontiert, die offenbar einzig und allein aus dem Grund berühmt sind, dass sie ihre Doktorarbeit unordentlich gemacht haben. (…) Ich schaltete zum Beispiel vor einigen Wochen die Talkshow Anne Will ein, dort saß ein Mensch namens Chatzimarkakis, von dem ich, Gott sei mein Zeuge, noch nie etwas gehört hatte. (…) Der hat nie etwas gemacht, wofür die Volksmassen sich interessiert hätten. Es gibt wahrscheinlich nicht einmal Nacktfotos. Das werfe ich ihm nicht vor, ich stelle es lediglich fest. Kaum aber fälscht er seine Doktorarbeit oder gerät in den Verdacht – schon wird er der Superstar, nicht mal der Kannibale hatte so viel Presse. (…) Eine bessere Chance, groß herauszukommen, hast du als Hinterbänkler nicht. (Harald Martenstein im Zeit-Magazin)
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Wer einem Bodybuilder Hässlichkeit vorwirft, der wirft auch einem Klostein vor, dass man mit ihm keinen Karpfen würzen kann. (aus der SZ-Rezension eines Buches über die Ästhetik des Bodybuildings)
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Autofahrer sollten sich um diese Jahreszeit vor »liebestollen Rehböcken« in Acht nehmen. Das sagt ein Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. (…) Besonders Autofahrerinnen sollten sich an Rastplätzen und anderen Futterplätzen nicht von Rehböcken ansprechen lassen, selbst wenn diese einen seriösen Eindruck machten. Häufig endet, was als Mitfahrgelegenheit begann, auf einem abgelegenen Brunftplatz. (»Zippert zappt« in der Welt) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle