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Sonntag, 24. Juli, 6.15 Uhr.

Fahles Licht am Horizont. Ein trüber, kalter, regnerischer Tag kündigt sich an. Der Fuchs ist weg. Hat er sich von der Vorstadt aufs Land verzogen, wie so viele einer anderen Spezies? Dort das Revier seines Artgenossen übernommen, der tot am Rad-Wegrand lag?

Tod. An einem Wochenende, das statt Hundstagen frühherbstliche Schauer und Schauder schickt, beherrschen Oslo, die “Toteninsel” (Frankf. Allg. Sonntagszeitung), Amy Winehouse und die Love Parade Stimmung und Nachrichtenlage. Vanitas, vanitas. Soeben, in der kurzen Aufwachlektüre, über Anaximines gelesen, den Vorsokratiker: Alles ist Luft. Alles ist vergeblich. Die Flüsse fließen ins Meer, aber es wird nicht voller davon. Was in Oslo und auf der Insel geschah, übertrifft die morbide Phantasie des düstersten skandinavischen Krimischreibers. Ein verrückter Fanatiker, der lachend und jubelnd über die Insel spaziert und Kind auf Kind hinrichtet, nachdem er zuvor die Hauptstadt zusammengebombt hat. Man darf gar nicht daran denken, wenn man sich auf den Arbeitstag konzentrieren muss, auch nicht daran, wie die, die es überlebt haben, mit ihrem lebenslangen Trauma fertig werden sollen. Dann die Rocksängerin, das arme, dumme Kind, das glaubte, so leben (und zwangsläufig: sterben) zu müssen, wie es zum Lebensbild großer Popstars zu gehören scheint. Und das Gedenken an die Opfer der Love Parade, bei dem immer wieder und immer noch das Suchen nach Schuldigen im Vordergrund steht und bei dem ein armes Oberbürgermeisterlein die Sünden der Welt auf sich nehmen soll. Niemand spricht von der Natur des Menschen in der Masse.

Gott & die Welt. Und jetzt Sport. Supercup. Dünne-Suppen-Pokal. Unerheblich. Man sah’s beim Elfmeterschießen. Bis zum verschossenen des Neuzugangs trafen alle, wie sie wollten, die Torhüter hatten keine Chance – so, wie es eben ist, wenn es um nichts geht (da fällt mir ein: Muss noch einen Schreibfehler im Samstags-Stammtisch verbessern: “isst” statt “ist”). Nur einer war mit Leib und Seele und innerer Anspannung dabei, der Ur-BVBler Großkreutz, und der verschoss prompt.

Der Mailkasten ist voll mit “Wer bin ich?”-Lösungen und guten Anmerkungen. Es folgt eine kleine Auswahl.

Bei dieser Reihe glaubte ich keine Chance zu haben, nur bei Jesse Owens dämmerte es mir etwas. Aber das heutige Rätsel ist wirklich zu leicht! Als ich den »Stammtisch« – wie üblich – meiner Frau vorlas, kam schon, wie aus der Pistole geschossen, die Antwort: XY. Oder war es nur für Nichtsportler leichter als für Sportler? Viele Grüße bis zum nächsten Rätsel! Ulrich Holzer

Der Name ist mir präsent wegen der Namensnennung eines Tunnels in Süddeutschland, war hier die Woche im Internet. Da hatte sich die Bevölkerung einen Namen aussuchen können für den Tunnel,  und die Mehrheit ist für XY. Ihr treuer Leser Axel Becker-Grundke, Heuchelheim.

Die Runde 7 fand ich im Gegensatz zu Runde 6 wieder recht einfach. Wenn man nicht schon vorher XY bzw. mit richtigem Namen XYZ Lebensgeschichte kannte, dann wurde man spätestens in den vergangenen Wochen ausführlich darüber informiert, da der gewichtige Haudrauf sich durch etliche der zahlreichen deutschen Gesprächsrunden talkte, um auf seine unvermeidliche Biographie(natürlich Spiegel-Bestseller-Liste) aufmerksam zu machen. Viele Grüsse, Paul-Gerhard Schmidt,  Mücke Nieder-Ohmen.

Tja, das ist der Fluch der Sabbat-Wochen, in denen ich nicht fern sah (Sommers sowieso nur bei wichtigstem Sport) und wenig Zeitung las. Trotzdem nenne ich den Namen noch nicht, noch läuft die Runde.

Lieber gw, nachdem ich mich nach einem Jahr trotziger Abstinenz gestern (Freitag) doch wieder von den tollen Bildern und den spannenden Zweikämpfen der Tour de France faszinieren ließ, las ich heute, drei Spalten neben ihrem Anstosß, die Nachricht, dass sich Berlin für die Startetappe der Tour 2016 oder 17 bewerben will. Ich kann es kaum glauben! Muss den wirklich die ganze Welt am deutschen Wesen genesen? Genügt es nicht, dass mittlerweile fast jede Box-WM in Deutschland ausgetragen wird, dass wir alle 4 Jahre eine Fußball WM oder Olympiade nach Deutschland holen wollen. Soll jetzt auch noch die Australian Open in Deutschland ausgetragen werden oder die Ralley Paris-Dakar im Sauerland stattfinden? Lasst doch die Tour bitte da, wo sie hingehört. Gegen einen gelegentlichen Streifzug durch benachbarte Länder ist ja nichts einzuwenden – aber Start in Berlin, dann mit dem Flugzeug nach Frankreich – das ist ja wohl das Letzte. Lasst uns dazu Hennis Blog wieder aktivieren: www.hörtuffdademit.de Gruß, Jochen Pellatz.

Nach den letzten beiden Etappen möchte ich nur eins anmerken: Es lebe die Tour! Es lebe (verzeihung) dieser geile Sport.Ob jetzt mit oder ohne Steak oder irgendetwas anderem. Es war für mich das Beste in den letzten Jahren, weil ich auch das Gefühl hatte, alle sind etwas sterblicher geworden. Auch in meinem Umfeld haben alle nach diesen beiden historischen Etappen wieder etwas Blut geleckt. Auch wenn unser Tony nur am Samstag wieder einen raushaut, so steht die Fazination Radsport doch im Vordergrund auch ohne Lokalkolorit.
Und im nächsten Jahr werden wir uns wieder aufmachen nach Frankreich mit Farbdosen im Gepäck um ihn wieder zu verewigen auf einer Strasse hinauf zu einem Pass der Alpen:The one and only »gw«……..!!!!! Gruss A. Kautz
ps. Normalerweise gewinnt Evans die Tour mit 2 Minuten Vorsprung auf die Schlecks,aber was ist bei dieser Tour schon normal.

… und dann haut Tony wirklich einen raus, und Evans gewinnt in etwa mit diesem Vorsprung: Respekt, Herr Kautz!. Tags darauf ein Nachtrag des Lesers:

Ein Frechheit war auch der dpa Bericht von Samstag in Ihrem Blatt!Dort von einer, vor den beiden schweren Alpenetappen »eher langweiligen« Tour zu sprechen, zeugt von der Ahnungslosigkeit vieler sogenanter Radsportexperten. Aber leider werden die Angermanns und Watterotts dieser Welt immer weniger,da war mir ja der Doktor noch lieber. Dann sollen sie es doch bleiben lassen und aufhören, so wie ARD und ZDF, von den Radsportfans juckt das sowieso niemanden, frei nach dem Motto was juckt’s den Eichbaum, wenn sich die Wildsau dran kratzt. Mit sportlichem Gruss und nun genug der Kritik, sowie Vorfreude auf die Tour 2012. Andreas Kautz
 

Danke für Ihr Fazit der Frauen WM, dass mir aus der Seele spricht. Der Marketing- und PR-Schuh war einfach zu groß! Aber die Protagonisten haben sich wohl auch sehr gerne in Versuchung führen lassen….! Das Interview mit Birgit Prinz in der FAZ nach dem Ausscheiden war bemerkenswert. Jochen Leuschner

 

Und Dankeschön für viele schöne und anregende Mails. Es wurden auch Fragen zu meiner sportlichen Leistung in den Sabbat-Wochen gestellt. Also: Rad-Saisonrekord auf 40:06 gesteigert. Am heftigsten aber: Limburg – Niederlahnstein, komplett mit Holzappel-Steigung, Kloster Arnstein-Anstieg usw., bei ständigem Gegenorkan mit 19er-Schnitt. Danach fuchswegrandtot.

Außerdem: Inspiriert durch den jungen Drehstoßtechniker Jacko Gill (siehe Samstags-Anstoß) nach Jahrzehnten die Kugel in die Hand genommen und drehgestoßen. Als und als, wie der Hesse sagt. Dem danach derart schwindlig wurde, dass er auf der Heimfahrt sein neues Auto vollko … Das muss für heute genügen.

Beim Nachlesen festgestellt: Der um 6.15 Uhr begonnene kleine Blog-Eintrag ist bis 7.15 Uhr zum Textberg angewachsen, den ich als Stein(es)bruch für die Montagsthemen nutzen könnte. Mal sehen. Und nun erst einmal Frühstück mit Pflicht- und Kür-Lektüre: SZ, FAZ, FR, Welt von gestern, FAS, BamS, WamS.

Baumhausbeichte - Novelle