Archiv für Juli 2011

Sonntag, 31. Juli, 10.15 Uhr.

Soeben die Leser-Kritik auch in den Montagsthemen angesprochen (siehe gw-Beiträge Anstoß), damit sie nicht in der unendlichen Weite – und Beliebigkeit? – des Netzes untergeht. Es haben sich aber sogar zu dieser frühen Zeit schon Stammleser gemeldet, denen es gegen den Strich geht, wenn gw kritisiert wird. Sollte es nicht, mich freut es sogar, wenn nach langer Zeit einhelliger Zustimmung auch mal kritische Töne kommen. Die gehören dazu, wenn sie fehlen, fehlt auch etwas Wichtiges.

In Sachen Britta Steffen fällt auf, dass diese objektiv absolut tolle und subjektiv sehr sympathische Sportlerin von ihren Funktionären nicht überzeugt und überzeugend verteidigt wird, sondern dass sie es selbst tun muss. Überhaupt ist in letzter Zeit wieder erkennbar, dass diese Kaste mehr sich selbst als ihren Sportlern verpflichtet scheint. Auch in der Leichtathletik, obwohl dort das eine und andere erfreuliche Gegenexemplar tätig ist. Die Geherin, die wegen Formfehlern nicht für die WM nominiert werden kann, der Hürdenläufer, der bei der DM nicht zum Endlauf antreten darf, weil sein Kärtchen zu spät zum Stellplatz kam – da werden monatelang gehegte und hart ertrainierte Hoffnungen bürokratisch zunichte gemacht. Klar, laut Regelbuch rechtens und unvermeidlich. Aber kreative, sportnahe Köpfe würden begehbare Auswege finden, Bürokratismus hin oder her.

Merkwürdige Neben-Auffälligkeit: In welcher Sportart spielen Funktionäre die geringste Rolle, sportlich sogar so gut wie keine? Tennis! Warum und wieso? Weiß nicht. Stimmt’s überhaupt? Muss ich nicht im Internet nachrecherchieren, irgendein aufmerksamer und kundiger(er) Leser wird es widerlegen, falls es zu wiederlegen ist.

Leichtfertige Urteile sind im Sport lässliche Sünden und werden, wenn überhaupt, vergleichsweise gnädig geahndet. Leichtfertige Fragen und Antworten nicht aus dem Blog-Bereich Sport, sondern aus Gott & die Welt: Ist der norwegische Massenmörder verrückt? Fast jeder hat eine schnelle Meinung dazu. Ist Gaddafi verrückt? Dazu hatte ich eine frühe, schnelle Meinung. Aber kann ein Verrückter monatelang der geballten Militärmacht des Westens widerstehen? Oder jetzt: Der Air-France-Absturz, Pilotenfehler. Die einfachste und leichteste Lösung. Für uns Laien fällt in der Schuldzuweisung nur auf, dass die beschriebenen Pilotenfehler erst am Ende einer fatalen technischen Fehlerkette auftraten, und dass zu der Fehlerkette auch gehört habe, die Passagiere seien nicht rechtzeitig informiert worden. Hätte etwa ein „Liebe Passagiere, wir stürzen jetzt ab“ den Absturz verhindert?

Nachtrag zum Blog-Eintrag vom Freitag zu meiner „lange vor Sarrazin gebildeten Meinung“: Bei der Materialsammlung für die „Ohne weitere Worte“-Kolumne habe ich eine Passage aus dem SZ-Magazin notiert, die zu lang ist für die Kolumne, aber nicht für den Blog:

In einem Interview prahlte er im Mai 2010 zum Währungsunion-Jubiläum von Bundesrepublik und DDR: „Es war keiner da, dem etwas einfiel, außer mir.“ Und wenn man Sarrazin nach seinen beruflichen Stationen fragt, kommt die Antwort im Stakkato: „Ich habe am SPD-Parteiprogramm 1973 gearbeitet, damit die Passagen zur Ökonomie einigermaßen vernünftig waren. Ich habe als Ministerbüro-Leiter  den Bundeshaushalt saniert, ich habe die Deutsche Bahn konsolidiert, ich war in den Achtzigerjahren Leiter des Finanzreferates Finanzfragen des Verkehrs, Bundesbahn und Bundespost. Eigentlich ein unscheinbarer Titel, aber wenn ich nein sagte, stand alles still – einschließlich des Bundespostministers. Ich habe die deutsch-deutsche Währungsunion gemacht“ … usw usw. Kaum zu ertragen. Aber wohl ein tiefsitzender Minderwertigkeitskomplex. Den werden auch Millionen verkaufter Buchexemplare nicht lindern.

Zu guter Letzt die schönste Meldung des Sonntags: (dpa) Die nach einem Säure-Attentat eines verschmähten Verehrers entstellte Iranerin Ameneh Bahrami hat auf die Bestrafung ihres Peinigers verzichtet. Das meldete die Webseite des staatlichen Senders IRIB. Die umstrittene Bestrafung nach dem
«Auge-um-Auge»-Prinzip, bei der die Frau ihren Peiniger mit ätzender
Flüssigkeit blenden sollte, sei für Sonntag geplant gewesen. (…)  Bahrami sagte der Nachrichtenagentur ISNA, dass sie ihrem Peiniger verziehen habe. «Ich habe dies aus diversen Gründen getan: wegen Gott, für mein Land und für mich selbst.» Außerdem habe ihre Familie diese Rache nicht gewollt. «Ich habe sieben Jahre dafür gekämpft, dass diese „Auge-um-Auge“-Bestrafung ausgeführt wird, aber ich fühle mich jetzt befreit, dass es nicht geschehen ist», sagte sie.

Das Schönste an dieser Meldung wäre, wenn die arme, vom Schicksal und ihrem Peiniger unfassbar schlimm geprüfte Frau ihre Entscheidung aus innerer Überzeugung getroffen hätte. Dann sollte sie den Friedensnobelpreis bekommen.

Veröffentlicht von gw am 31. Juli 2011 .
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Sonntag, 31. Juli, 6.45 Uhr.

Der Fuchs bleibt verschwunden. Verschwunden ist auch der bellende Hund vom Leiterhof, der auf der morgendlichen Kurzradtour (meiner, nicht seiner) seine Wächterrolle übererfüllte. Ich vermisse ihn. Schon den ganzen Sommer über. Dafür spielen momentan die Hasen verrückt. Einen hätte ich gestern fast überfahren. Ich dachte, die Rehböcke haben jetzt Rammelzeit, nicht die Hasen. Eigentlich müsste ich das wissen, als ehemals angehender Förster (war der erste Berufswunsch, kurz vor Schlagersänger). In verklärter Eigennostalgie das im Bücherschrank schon vor langem verschollene „Wuff, der Keiler, das Waldgespenst“ bei Amazon gebraucht gekauft. Gab nur noch ein Exemplar. Wie konnte ich das nur als Kind begeistert verschlingen? Unerträgliches Waidmann-Pathos.
Seit langem mal wieder richtig deftige Kritik. Leider sogar in wesentlichen Teilen berechtigte:

Eben auf dem Klo nochmal schnell den Sportteil gelesen. Gut dass es da war, denn was Sie in einem Teil Ihrer Kolumne schreiben war wirklich scheiße! Ups…böse Wort, schlechter Einstieg, unpassend…vielleicht, aber treffend zum Bericht. Die Schwimm-WM läuft, an einem großen Teil der Deutschen Aktiven leider vorbei, für die Amerikaner, wie eigentlich immer, dagegen besonders erfolgreich, u.a. für Ryan Lochte. In diesen Tagen von Shanghai erfolgreicher und schneller als Phelps, diese Momentaufnahme ändert sich aber wieder in London, sicher! Ryan Lochte, Jg.84, tritt aus dem Schatten und liefert hervorragende Ergebnisse, und auch er wird in London auf mindestens zwei Einzelstrecken Olympiasieger, zusammen mit Phelps und Co. Zweimal mit der Staffel Gold gewinnen und in der Endabrechnung aller Strecken zusammen mit Phelps 50% aller Einzelstrecken bei den Herren gewinnen – sicher! Schön dass auch Sie die WM verfolgen und den extravaganten Lochte bei der Siegerehrung sehen – mit „Zahnspange“ und Brillies! Haben Sie sich, bevor Sie Ihre mit falschen Informationen gefüllte Kolumne geschrieben haben, mal ein Bild über Lochte gemacht? Ich weiß dass es nicht so war! Googlen Sie doch mal Ryan Lochte und klicken auf Bilder – wie viele sehen Sie da mit Zahnspange? Richtig, eines, von der WM in Shanghai! Ihre Mutmaßung bzgl. Doping liegt – zumindest in dem Bereich den Sie beschreiben – völlig falsch! Ob er jetzt dopt oder nicht kann und will ich hier nicht bewerten, aber er trägt KEINE Zahnspange! Im Anhang übersende ich Ihnen einen Schnappschuss von mir von der WM in Rom 2009 als Beispiel – auch hier ohne! Hat er Sie, die Zahnspange, zwecks Wachtumshormonen und Doping, also nur bei diese einen Strecke an und dann nicht mehr? Klingt komisch, ist aber so! Ich persönlich habe Ryan bei einem Trainingslager in Gainesville, Florida, vor 10 Jahren kennen gelernt. Damals, mit 17 Jahren, wo die meisten jugendlichen noch mit „Schneeketten“ im Mund ausgestattet sind hatte er auch schon keine. Der Deutsche WM-Medaillengewinner im Freiwasser-Teamwettbewerb, Jan Wolfgarten (SV Würzburg 05), gebürtig aus dem hessischen Langen, lange Jahre startberechtigt für die SG Frankfurt und von Ende 2000 – Oktober 2007 in Gainesville lebend, studierend und trainierend, war Zimmerkollege von Ryan. Schon im Jahr 2002 war klar, dass Ryan irgendwann einmal der schnellste der Welt sein wird – Einstellung, Fleiß, Ehrgeiz und Talent sprachen für den jetzt 1,85m großen und 80Kg schweren Schwimmer (diese Maße alleine sprechen schon von gezieltem Doping mit Wachstumshormonen, oder?). Er schwimmt jeden Tag mehr als Sie wahrscheinlich täglich mit dem Fahrrad fahren, am Tag 20-25km, in jeder Woche mehr als 100 KM, in Ausdauerphasen mehr als 150KM in der Woche, von Trainingslagern gar nicht zu reden, und dass schon seit mehr als 10 Jahren – und das ist nur das Trainingspensum im Wasser! Ich finde es sehr schade, dass Sie jemanden, der diesen Einsatz bringt, ohne es zu überprüfen oder hinterfragen, nur aufgrund eines visuellen Einmaleffektes mit Doping in Verbindung bringen – und das aus diesem lächerlichen Grund! Ryan ist schon immer aufgefallen, er hat mehr als 200 Paar Schuhe im Schrank, es gibt von Nike einen eigenen Ryan Lochte Schuh – und diesmal war es bei 1! Siegerehrung die Zahnspange – weswegen er gleich auffällig ist? Klingt komisch, ist aber auch so!Schade dass jemand wie Sie, der vom Schwimmen nur weiß dass es im Wasser stattfindet und es einen Seemannsköpper gibt, in regelmäßigen Abständen über diese Sportart sehr unquailifizert berichtet! Bleiben sie lieber bei Ihrem Liebling Ullrich, seinem neuen Manager und dem Radfahren!

 Mit dem Schwimmergruß „Patschnass“

Uwe Hermann

Das musste am frühen Sonntagmorgen natürlich sofort beantwortet werden:
Ihre deftige Kritik wird akzeptiert und sogleich in den Online-Anstoß gestellt. Manche Ihrer Indizien (wann Zahnspange und wann nicht) sprechen zwar nicht unbedingt für Lochte, aber Ihre Ausführungen sind insgesamt sehr kenntnisreich und erhellend. Außerdem habe ich in der Tat das getan, was ich ansonsten bei anderen kritisiere: einen Sportler zwar nicht expressis verbis, aber doch ziemlich deutlich des Dopings verdächtigt, ohne Beweise zu haben (mit Ausnahme des Bildes mit der diamantbesetzten Zahnspange, war, glaube ich, in der SZ).
Einen schönen Sonntag noch!

Veröffentlicht von gw am 31. Juli 2011 .
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Freitag, 29. Juli, 17.10 Uhr.

Soeben im Zeitungs-Anstoß noch die Griechinnen untergebracht, die im Härtestmännersport Wasserball-Weltmeisterinnen wurden. Der Online-Anstoß (siehe dort) bleibt der alte. Auf Papier war aber kein Platz mehr für Britta Steffen, daher hier meine Kontra-Meinung zu den im deutschen Sportmedienland veröffentlichten (und sicher auch zu mancher Leser-Meinung): Dass sie heimfliegt und nicht mehr in der Staffel schwimmt, dafür habe ich Verständnis. Wer als Höchstleistungssportler in ein derart unerklärliches Leistungsloch fällt, von dem kann man nicht verlangen, wie von Hinz, Kunz und mir am Arbeitsplatz, er möge sich gefälligst zusammenreißen. Britta Steffen ist fertig, down, kaputt, selbst wenn sie sich zusammenrisse, könnte sie keine schnellere Zeit schwimmen als ihre Ersatzfrau im deutschen Team. Die Trainer, wenn sie denn Fachleute sind, und das sind sie wohl, würden sie erst gar nicht aufstellen. Von den Funktionären darf man eh nicht viel verlangen, sie hängen ihre Fähnchen traditionell in den Medienwind. Letztes Wort zur Schwimm-WM: Griechenland im Medaillenspiegel weit vor Deutschland. Ela, Elatha!

Im Stammtisch-Anstoß heute auch Bild-Stoff eingebaut, Lehmann und eine aparte Schlagzeile (Sie können’s also noch!). Nein, nicht die alte Schlagzeile zu deutschen Schwimmern („Hurra, keiner ertrunken“), sondern eine über ein beim Poppen pupendes Lama (würd ich mich auf Papier nicht zu schreiben trauen). Eigentlich wollte ich auch Böses schreiben, aber es wäre zu langatmig geworden, zu kompliziert zu erklären, außerdem hat es mit Sport nun mal gar nix zu tun. Es geht wieder einmal um Sarrazin, sein Buch, den ZDF-Film, eine RBB-Klamotte um ein angeblich geklautes Interview und um FAZ-Größe Frank Schirrmacher, den Bild zum Kronzeugen aufruft und  viel aus seinem FAZ-Artikel vom Donnerstag (ab)schreibt. Der uninformierte Bild-Leser muss glauben, Schirrmacher stehe auf Sarrazins Seite, denn Bild verschweigt Schirrmachers grundsätzliche Haltung: Dass Sarrazins Ausführungen über Genetik und Intelligenz gefährlicher, niederträchtiger Blödsinn sind (Interpretation in meinen Worten). Nicht von Sch., sondern nur von mir: Anderes, was Sarrazin schreibt, mag stimmen und wird wohl stimmen (ich habe das Buch aus Prinzip nicht gelesen, weil es zu lesen, sich darüber aufzuregen oder über die aufzuregen, die sich darüber aufregen, das ist ja der eigentliche Zweck der Übung, und da mache ich nicht mit), aber insgesamt halte ich mich ganz allgemein an meine Überzeugung, lange vor Sarrazin gebildet: Wenn ein Arschloch um fünf vor zwölf sagt, es ist fünf vor zwölf, hat es recht und bleibt ein Arschloch.

Auch das wär zu hart für Papier (o, schönes Wort: zu hart für Papier). Zum Arschlochsein fällt mir noch ein: Auch als albernster Kolumnist in der ganzen großen hessischen Welt finde ich es abgrundtief unwitzig, dass sich ein brasilianischer Fernsehkomiker ins Amy-Winehouse-Begräbnis einschleicht, dort den untröstlich Trauernden mimt und sich gebeugt und gebrochen interviewen lässt, um später diese Verarschung in seiner Komiksendung zum Besten zu geben. Witzischkeit kennt keine Grenzen, Hape? Doch. Nur Arschlochsein kennt keine.

Veröffentlicht von gw am 29. Juli 2011 .
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Donnerstag, 28. Juli, 17.20 Uhr.

Fast ein Rumpelstilzchen-Gefühl: Ach wie gut, dass niemand weiß … Niemand? Ich verrate nichts. Aber für Runde 8 bis 10 von „Wer bin ich?“ sind bisher kaum Lösungen eingetroffen, und die, die es jetzt schon gewagt haben, versuchen, sich in meine Gedankengänge zu versetzen und so auf die richtigen Lösungen zu kommen. Meine Gedankengänge? Sind mir doch selbst oft ein Rätsel. Am liebsten würde ich ja verraten, wer schief liegt und wer nicht, aber ich halte die zehn Tage Bedenkzeit durch, obwohl mich selbst die Kollegen löchern: Nummer neun ist doch …, oder etwa nicht?

Eine andere Frage ist womöglich beantwortet: Bei der von Ihrem Leser Siegfried Halder angesprochenen amerikanischen Hochspringerin, die wegen ihres Sprungstils bei Olympia disqualifiziert wurde, könnte es sich möglicherweise um Mildred Didrikson handeln. Allerdings hat sich deren Disqualifikation erst bei der Olympiade 1932 in Los Angeles abgespielt und bezog sich wohl nicht auf den »Fosbury-Flop«, sondern auf den von ihr angewandten »Straddle-Stil« (der zu diesem Zeitpunkt nur von den Männern praktiziert wurde – die Frauen sprangen im »Scherensprung«).  Eine etwas detailliertere Information hierzu findet man neben Wikipedia noch auf der Web-Seite eines gewissen »Dikigoros« (»Reisen durch die Vergangenheit«) unter der Thematik »Von Olympia nach Athen« (über die Geschichte der olympischen Spiele; zumindest dieser Titel sollte ja auch Ihnen nicht ganz unbekannt sein!). (Jochen Schneider)

Von Olympia nach Athen – das waren noch Zeiten! Vier-Jahres-Serie, mit Recherchen vor Ort. 2000 bis 2004 im Anstoß, Monat für Monat. Könnte man eigentlich auch online stellen. Nee, lieber nicht. Lautete nicht der letzte Satz des ersten Blogeintrags im Januar, dass man nicht online am Zeitungs-Ast sägen sollte, auf dem man sitzt?

Dikigoros: Die im Rahmen der Serie begonnenen und bis heute weitgehend erfolglosen Bemühungen um die neugriechische Sprache finden eine kleine späte Freude: Dikigoros, das heißt Rechtsanwalt (gesprochen Thikihoros, das Th wie englisch tiäitsch).

Bayern, Heynckes/Klopp, Audi-Cup, Programmänderung aus wichtigstem Anlass: ZDF-Livesendung heute abend in der Primetime – ein Hinspiel um die Qualifikation für die europäische B-Klasse (eigentlich nur was für Eurosport 2), Steffens Abgang, Lochtes Zahnspange (fällt mir „wie Schuppen  von den Augen“) …  kommen jetzt nicht dran, sondern stehen auf dem Themenzettel für den samstäglichen Sport-Stammtisch. Wird morgen geschrieben, steht morgen schon online. Wie war das noch mit dem Ast? Und meinen Gedankengängen?

Veröffentlicht von gw am 28. Juli 2011 .
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Dienstag, 26. Juli, 16.45 Uhr.

Gestern befürchtet, dass ich wie Bild-Wagner schreibe, und in der heutigen Bild-Zeitung schreibt Wagner, wie ich gestern geschrieben habe, nur kürzer, besser, prägnanter. Den Mann sollte man sowieso nicht unterschätzen. Für die eine Hälfte seiner Kolumnen würde  man ihn am liebsten einweisen, aber manche sind einfach nur gut, einige sind echte Kleinode. Heute sein Schluss in Bild:

Ich glaube, die höchste Strafe für den Attentäter wäre die Bedeutungslosigkeit. Nicht mehr über ihn zu berichten, seine Fotos nicht mehr zu zeigen, seine wirren Ideen nicht mehr im Internet zu lesen. Dieser Typ will ja, dass alle Welt über seine Morde berichtet. Die Höchststrafe für diesen Psycho ist, dass er ein kleines Arschloch ist.

Leider wird alle Welt, vor allem Bild, weiter über seine Morde und seine Motive berichten.

Nachtrag zur Notiz Hammer/Breitscheid: Nur der Genauigkeit halber und weil ich gebürtiger Westerwälder bin: Breitscheid liegt nicht im Hinterland, sondern auf dem Westerwald. Der Westerwald wird umrahmt von Rhein, Sieg Dill und Lahn. Und Breitscheid liegt in diesem umrahmten Gebiet. Ansonsten: Ich bin froh, dass Sie wieder aus dem selbst auferlegten Sabbat während des medialen Sommermärchens zurück sind, weil ich Sie einfach gerne und mit Genuss lese Freundliche Grüße aus dem Vogelsberg (Paul-Ulrich Lenz/Schotten)

Thomas Bernsdorff, einer aus der Riege der langjährigen geschätzten Kolumnen-Leser (und Sohn meines früheren Handball-Trainers), ist irritiert und kritisiert: Der Kommentar zur Loveparade hat mich doch sehr irritiert: Diese Veranstaltung hätte so nie genehmigt werden dürfen, Massenphänomene hin oder her! Wenn jetzt Angehöriger eines Opfers das Wort »Bürgermeisterlein« lesen würde, wäre er wohl sehr verletzt und entsetzt.

Bei allem Respekt und Verständnis für diese und jede andere Meinung habe ich an meiner in diesem Fall nichts zurückzunehmen. Das heißt aber nicht, dass ich Recht habe und Thomas Bernsdorff nicht.

Dass Fragen zu stellen leichter ist als sie zu beantworten (und man sich so nicht nur als Sporträtselbauer, sondern auch als Philosoph wie Sokrates das Leben einfacher machen kann), darauf werde ich morgen im nächsten „Wer bin ich?“ zurückkommen, mit einem Leser-Rätsel außer Konkurrenz, in dem Eintracht Frankfurt eine Rolle spielt, ich aber nicht die geringste Ahnung habe, wie bzw. wer dei Lösung sein könnte. Noch so ’ne Frage: Ich beziehe mich auf Ihre Anmerkungen zu den Herren Pistorius und Gill. Ist auf den Olympischen Spielen der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Hochspringerin aus den USA angetreten, die mit dem Rücken zur Latte absprang und wegen ihrer Sprungtechnik disqualifiert wurde? Da ich nicht über Ihre Möglichkeiten der Recherche verfüge, möchte ich Sie das mal fragen. (Siegfried Halder/Lich).

Erwischt. Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass Hochsprung der Frauen erst 1928 ins olympische Programm kam, eine hübsche Amerikanerin (?) mit 1,59 m gewann, dass die Damen im Scherstil sprangen – aber wurde eine disqualifiziert, weil sie eine Vorläuferin bzw. -springerin von Dick Fosbury war? Ich glaube es nicht, weiß es aber nicht.

Kaum stand Nummer eins der neuen Anstoß-Serie online, gab’s schon die ersten Randbemerkungen von Walther Roeber (dem ich für seine gemailten Gedanken immer sehr dankbar bin): Ich habe mich heute bei „Ohne weitere Worte“ SEHR amüsiert. Sehr schön, was Ihnen da wieder so in die Finger gefallen ist…
„Nachdruck“ fängt auch sehr schön an… Haben Sie vielleicht doch eine Art 2. Gesicht oder 6-7. Sinn?
Kleine Anmerkung dazu: Es wäre eventuell zu überlegen, ob es von der Struktur her „einfacher“ wäre, einen eigenen Ast für „Nachdruck“ einzurichten, unter „Anstoß“ wird es vielleicht etwas voll, aber das kann auch ein momentanes Gefühl sein…
Eintracht-Auftritt von gestern abend (25.7.2011): Sah nicht nach einem Wiederaufsteiger aus; die Abwehr ein Hühnerhaufen (kein Wunder bei all den Abgängen) und Mittelfeld und Angriff ziemlich einfalls- und drucklos, obwohl doch da noch eine ganze Reihe aus der vorigen Saison dabei sind. Bloß gut, dass St. Pauli nicht durchschlagskräftiger war…
Benefiz-Hochjubel-Vorbereitungs-Trainings-Spielchen werden zu super-tollen highlight-events hochgejubelt, weitere Möglichkeiten vor Beginn der Saison noch ein paar Gegner „auszuschalten“…
Seltsame Ausdrucksweise im dpa-Artikel zur Schwimm-WM: beim fragwürdigen Sieg des brasilianischen Olympiasiegers …Cielo…   An diesem Sieg war nichts fragwürdig, er war eindeutig vorn. Ob der Sieg mit „sauberen Mitteln“ oder „fragwürdiger Unterstützung“ (seien es jetzt Mittelchen, seien es die Funktionäre?) zustande kam… Aber immerhin ist auch ohne die Wunderanzüge keiner ertrunken.
Und Charly Steeb „managt“ Jan Ullrich… Was mag das werden?

Morgen ist letzter Termin zur Stimmabgabe für die siebte Runde von „Wer bin ich?“. Auch wenn’s (zu) leicht war: Der eine und die andere aus der Spitzengruppe hat’s verpennt, die Selektierung schreitet voran. Momentan schreibe ich am Dreierpack für die nächste Veröffentlichung, und diesmal, ich schwör’s, weiß NIEMAND alle drei Antworten! Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 26. Juli 2011 .
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