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Ohne weitere Worte (17. Mai)

»Sportdirektor Didi Beiersdorfer konnte sich einfach nicht entscheiden. Also hatte er einen Scout losgeschickt, damit der wohl mal so guckt, wie ich ausschaue. Und dann war man überrascht, dass ich so aussehe, wie ich aussehe. Da hab ich dann bei Herrn Beiersdorfer angerufen und gesagt: ›Falls ihr noch Interesse habt – ich sage hiermit ab!’« (Jürgen Klopp in Bild am Sonntag über seinen 2008 gescheiterten Wechsel zum HSV)
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Das sogenannte Bruchhagen-Axiom darf seit dieser Saison als weitgehend widerlegt gelten. Forschergruppen aus Hannover, Mainz, Nürnberg, und Freiburg haben unabhängig voneinander den Nachweis geführt, dass die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga eben doch nicht gemäß einer strikt ökonomischen Logik zementiert sind. (Frankf. Allgem. Sonntagszeitung)
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Das ist dilettantisch. Genauso wie die Einschätzung, ich wäre unpünktlich. (…) Denn es gibt wahrscheinlich keinen pünktlicheren Menschen als mich. Und dann hieß es noch, ich sei immer nach der Mannschaft auf den Trainingsplatz gekommen, wäre schlecht rasiert und hätte Löcher in den Jeans. Also, diese Beurteilung war echt daneben. Wobei, halt! Das mit dem ›schlecht rasiert‹, das stimmte natürlich.« (Klopp/BamS)
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Kennen Sie so etwas wie Angst denn gar nicht? – »Selbstverständlich kenne ich das. Ich habe immer Angst.« – Wovor? – »Zum Beispiel, zu wenig zu trainieren.« (Felix Magath im SZ-Interview)
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»Wir sind am Anfang ein, zwei Mal im Urlaub Ski gefahren. Dann bekam mein Papa Höhenangst und konnte den Lift nicht mehr benutzen. Ich glaube, das war der entscheidende Punkt für meine Golfkarriere. Seitdem sind wir nämlich nur noch nach Portugal oder Frankreich zum Golfen gefahren.« (Sandra Gal im WamS-Interview)
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Der Minister (…) wirkt sympathisch und bescheiden. Wer ihn kennt, sagt, Rösler sei sympathisch und bescheiden. Wahrscheinlich ist er sympathisch und bescheiden. Aber er weiß auch, wie nützlich es ist, sympathisch und bescheiden zu wirken. (FAS)
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Heute dominiert der Ton frustrierter, alleinerziehender Mütter und apokalyptischer Ökopaxe. So ist aus dem Sturmgeschütz der Demokratie das Zentralorgan der politischen Korrektheit geworden. Mit einem Wort: Der Spiegel ist kastriert. (Medienwissenschaftler Prof. Bolz in Bild über das Nachrichtenmagazin)
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Schlacht am Venushügel. Vor allem in den USA wird Sexsucht zunehmend als Massenleiden angesehen, das therapiert werden muss wie Alkoholismus. Auch in Deutschland gründen sich Selbsthilfegruppen. Doch Psychologen sehen darin eine von konservativen Moralaposteln erfundene Krankheit. (Spiegel-Einleitung zu einem investigativen Artikel in dem Nachrichtenmagazin zu einem offenbar akut sehr drängenden Thema)
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Ist Ihre beste Zeit vorbei? – »Die Energie ist da, die Power ist da, alles. Ich bin heute viel besser als in der guten alten Zeit! Ich will zeigen, was ich kann.« (…) – Worauf warten Sie? – »Auf Leute mit Eiern in der Hose. Am besten quadratischen! Ja, das brauche ich: Leute mit Herz, Hirn und Eiern.« (Schlagersänger Ricky Shayne, 67, im Stern über Comeback-Pläne) (gw)

Baumhausbeichte - Novelle