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Sport, Gott & die Welt (gw-Blog 1. – 15. Mai)

 

 

Sonntag, 15. Mai, 9.45 Uhr.

 

Schon ist die erste schöne Post da, von zwei guten, alten Kolumnen-Bekannten.

 

 Hallo gw;
Typo im Blog: der letzte Sporter (sic!)… Korrigieren oder stehenlassen? Der frühe Morgen entschuldigt vieles :-)
Ich bewundere Ihre Energie, so früh am Sonntag den Fuchs zu begrüßen… eigentlich sagen sich doch Fuchs und Hase immer irgendwo “Gute Nacht!”. Das sind die Regionen, in denen Eintracht Frankfurt in der nächsten Saison spielen wird. War aber klar, dass nach der Frankfurter Führung der Abstieg folgen musste, denn Dortmund konnte sich von seinen Fans nicht mit einer Niederlage verabschieden.
Zugegebenermaßen hoffe ich, dass MG es nicht zulassen wird dass BO aufsteigt; was würde sonst aus Marco Reus? Hat Ralf Fährmann eigentlich einen Vertrag, der auch für die 2. Liga gilt? Ohne ihn wäre Frankfurt noch ganz anders unter die Räder gekommen…
Aserbeidschan also, toll! Die Mischung aus Teletubbies, Muppets-Show und Gymnastik ist nur noch dadurch zu übertreffen, dass Stefan Raab sich dorthin begibt und denen mal zeigt, wie man Fernsehen macht. Vielleicht kann Berti Vogts ihn über die Lage und Ausstattung der Fussballstadien vorab Informationen geben. Raab wäre dort mit einem Einweg-Ticket gut aufgehoben…
Ich glaube zu wissen, warum Vader Arthur Abraham verloren hat: Gestern wurde ein französisches Buch über die Schlümpfe rezensiert, dessen Kern darauf beruht, dass alle Schlümpfe Nazis und Schlimmeres sind. Das hat ihm bestimmt jemand vorgelesen…
Und jetzt ein bisschen Rückenschule… Nach der Meisterfeier gibt es ja dann wieder Auto-Scooter im Fernsehen :-)

Ihnen einen schönen Sonntag
Ihr Walther Roeber

PS. Kid Klappergass hat einen sehr schönen nostalgischen Blog geschrieben…

 
 
 

Guten Morgen, lieber gw.,

der Fuchs, den Sie jetzt mehrfach gesehen haben, ist vermutlich jener, der auf unserem Grundstück hier mitten in der Stadt seine kleine Familie vorbildlich mit Fast Food Resten einschließlich Verpackung versorgt hat. Wie die Menschen, so hat auch er die Verpackung nicht weggeräumt; aber warum sollte er – der Mensch, der dazu viel eher die der Lage und auch verpflichtet ist, tut es erst recht nicht.

Da sind wir beim Drehbuch des Herrn A. Grün. All diese exzessiven Seelenversteher sind hartnäckige Subjektivisten und reden den Menschen ein, dass ihr Schicksal, Wohlergehen und ihre Zukunft nur an ihnen selbst liege. Hat man auch schon woanders gehört, nämlich von den die Zivilisation verpestenden Puritanern in Nordamerika. Man übersieht dabei, dass das Drehbuch für den durchschnittlichen Menschen in den Banketagen, Vorstandsbüros und in kleinsten Kapiteln auch bei der alternativlosen Lady in Berlin geschrieben wird, man aber die Schuld des Einzelmenschen braucht, wenn es mal schief geht mit den Banken – und das tut es ja meistens. Kurz, lieber Herr Steines, der Mensch ist mit Willensfreiheit ausgestattet, insofern ist er auch gegenüber dem HERRN (Ihre Formulierung einschl. grafischer Hervorhebung) rechenschaftspflichtig; das Drehbuch des Lebens schreibt aber in dieser komplexen Welt das System. Und unsere Aufgabe ist es, genau dieses „festen Buchstabens“ zu deuten und den Versuch zu unternehmen, diesem System wenigsten „füchsige“ Züge zu geben, will sagen: hin und wieder am Straßenrand des Systems stehend zu fragen, ob es nicht auch anders sein könnte.

Der Fuchs hat nicht über Sie gelacht, sondern Sie freundlich und ermunternd angelächelt. Das tue ich jetzt auch.

Schönen Sonntag noch.

Herzliche Grüße

Ihr

Hans-Ulrich Hauschild

 

Sonntag, 15. Mai, 6.30 Uhr.

Auf dem Weg in die Redaktion wieder den Fuchs gesehen. Habe ich ihn im Blog schon erwähnt? Letztens stand er, kurz vor der Stadtgrenze, am Straßenrand und wirkte wie ein Fußgänger, der brav und ordentlich auf “Grün” wartet. Ein ziemlich räudiger Kerl. Kein prächtiger Rotfuchs, sondern schmutzigbraun und ziemlich abgerissen. Guckt aber pfiffig. Schaut mich heute früh, wieder an der selben Stelle, direkt an, zieht die Lefzen hoch und scheint zu lachen. Über mich. Der also auch.

Same procedure as every sunday: HR 1, “Inspirationen”, von Pfarrer Anselm Grün ist die Rede und seinem  Satz: “Du alleine schreibst das Drehbuch deines Lebens.” Hab ich da, verschlafen, wie ich noch bin, etwas missverstanden? Schreibt nicht der HERR, vor allem der HERR des Pfarrers, das Drehbuch? Nur in der Bundesliga, da schreibt man selbst sein Drehbuch, es fängt im Juli an und endet am 34. Spieltag, und ob es happy endet, hat man sich (ha, buchstäblich!) drehbuchgemäß selbst zuzuschreiben.

Mir wird viel kondoliert, wobei ich mich als Hochstapler fühle, was ich mir aber selbst zuzuschreiben habe, denn als Drehbuchautor meines Kolumnen-Lebens habe ich meinem Kolumnen-Ich den Eintracht-Fan in den Charakter geschrieben. Dabei bin ich nicht traurig wie die echten Fans, wie Chr. zum Beispiel, der am Samstag kurz vor dem Spiel umgezogen ist und nun eine Etage höher wohnt als zuvor, im Gegensatz zu seinem Herzensklub. Der spielt nun auf der FSV-Etage, was auch eine Herausforderung für die Kollegen ist, die nun beweisen müssen, was ich immer behauptet habe, wenn ein Leser den zu großen Eintracht-Anteil im Blatt kritisiert: Der hessische Klub, der in der höchsten Liga spielt, erhält mehr journalistische Aufmerksamkeit als die anderen, die eine bis zwei Klassen tiefer spielen. Demnächst also: Gleiche journalistische Aufmerksamkeit für Eintracht und FSV! Quod erit demonstrandum, jedenfalls im ordentlichen nachrichtlichen Teil des Blattes. Als Kolumnist hab ich’s gut, ich schreib, was und worüber ich will.

In der Redaktion angekommen. Auch weil ich den Sängerwettstreit nicht gesehen habe, “dschegge” ich als erste sonntägliche Arbeitsmaßnahme die aktuelle Nachrichtenlage. Erste Meldung:

Strauss-Kahn in New York wegen massiver Sexvorwürfe
festgenommen  – IWF-Chef droht laut Polizei Anklage wegen versuchter
Vergewaltigung und Freiheitsberaubung  – Aus Air-France-Maschine
geholt – Wurde am Sonntag im Bundeskanzleramt erwartet.

Strauss-Kahn (62) hat sich am Samstag nach Aussage eines 32-jähriges Zimmermädchens in seiner Hotelsuite nackt auf diese gestürzt und sie zum Oralsex gezwungen haben, teilte die Polizei mit.

Wer lacht da so laut? Ich bin’s. Schäm dich! Das arme Mädchen! Stimmt. Aber diese geilen Sex-Opas! Wieviele von denen laufen noch frei rum? Vor allem in den oberen Macht-Etagen? Wann holt man endlich XYZ aus dem Flugzeug?

Nächste Meldung. Abraham verliert WM-Kampf gegen Ward. Uninteressant. Weiter. EZB-Präsident Trichet: Es gibt keine Krise des Euro. Na, dann isses ja gut. Cher wird 65. Wie isses bloß möglich?! Toastbrot-Malerei. Sachen gibt’s. Ah, endlich: Aserbaidschan gewinnt den Grand Prix – Lena auf Platz zehn. Aserbaidschan gewinnt EM-Finale? Haben wir die nicht kürzlich hoch geschlagen? Trainiert die nicht unser Berti?

Letzte Worte zur Eintracht: Wenn sie jetzt von uns gleich behandelt wird wie der FSV – ob mir dann von Eintracht-Fans zu große FSV-Nähe vorgeworfen wird? Schließlich bin ich im wahren Leben der letzte Sporter gewesen, der als FSV-Mitglied für die Leichtathleten des Klubs einen deutschen Meistertitel geholt hat. 1979! Habe ich erst kürzlich gegoogelt, hatte es total vergessen (dass ich als LG-Frankfurt-Athlet FSV-Mitglied war) .

Zu den Kondolenzen mit Tränen im Herzen kommt eine mit Lachtränen in den Augen. Zu Ehren der tollen Gladbacher Aufhol-Truppe (ich weiß, dass viele MG-Fans die Kolumne lesen, viele sogar gerne, aber stets unter der Eintracht-Lastigkeit gelitten haben) die Mail in vollem Wortlaut und zu guter Letzt.

Guten Tag Herr gw,
” … das Gehabe, die Attitüde, das Hochstaplerische, Blenderische, das Aufgesetzte.«
Sie haben damit unfreiwillig die Frage beantwortet, warum Fußball-Deutschland Trauer trägt, wenn Gladbach statt Frankfurt absteigen sollte.
Es ist »das Gehabe, die Attitüde, das Hochstaplerische, Blenderische, das Aufgesetzte«, das diesen Club über Jahr(zehnt)e kennzeichnet – natürlich nur aus Sicht von Außenstehenden.
Und auch deshalb konnte Daum natürlich nur noch bei Frankfurt landen.
Aber so wie es aussieht, muss Fußball-Deutschland nicht Trauer tragen.
Mit besten Grüßen
Horst Beisheim
Gladbach-Fan aus Gießen

 

 

Samstag, 14. Mai, 17.20 Uhr.

 

Heute lass ich den Blog wirklich ruhen. Datum und Uhrzeit müssen genügen.

 

 

 

Freitag, 13. Mai, 17.30 Uhr.

Sport-Stammtisch wieder viel zu lang geraten, diesmal muss es Kollege kus ausbaden. Da auch die Nach-Lese fürs Feuilleton schon online steht, lass ich den Blog ruhen. Obwohl ich noch viel übrig habe vom Sport-Stammtisch. Zum Beispiel Nirwana Schwesterle, als Gegenentwurf zu den kleinen, ängstlichen Buben der Kolumne. Großes Mädchen, das weiß, wie man mit geringstem Aufwand in die erste Reihe kommt. Mein Lieblings-Beispiel für Gründe der Parteienverdrossenheit, weit vor den anderen. Oder Griechenland: Von Bild heute wieder niedergemacht, aber in meiner Griechenland-Zeitung lese ich u.a. diese Überschriften: Defizit-Rückgang bei den Staatsbetrieben / Mehr Unternehmensgründungen als Schließungen / Rückgang der Inflation / Zuwachs beim Tourismus. Und, speziell für mich Alte-Ägäis-Fähren-Liebhaber: Fähren-Tickets 10-12 Prozent billiger. Die Griechenland-Zeitung ist keineswegs Partei oder Regierungs-PR-Institution.

Viele der Negativ-Beispiele stimmen, auch von Bild, aber die Positiv-Beispiele sollten nicht unter den Tisch fallen, auch wenn’s mehr Spaß macht und einfacher ist, draufzuhauen statt zu relativieren.

Zusatz zur Eintracht: Beim BVB, der in dieser Saison meine und fast ganz Deutschlands Bewunderung hat, zeigt man zum Schluss doch auch eine sehr kleingeistige Haltung, wenn man Fischers in der Not sogar taktisch richtigen Worte an die Bekloppten ernst und krumm nimmt und auf Entschuldigung besteht. Da macht der Eintracht-Präsident, dem das Etikett des bunten Frühstücksdirektors nicht zu Unrecht anhängt, mal etwas Wichtiges richtig, zeigt Mumm und steigt steil in meiner Achtung, und aus dem gleichen Grund zeigt sich der Meister verschnupft not amused. Bissi arm, ihr Watzkes!

Ui. “… lass ich den Blog ruhen.” Was kümmert mich mein Geschreibsel von vor zehn Minuten. Aber jetzt ist Schluss. Bis dann.

Mittwoch, 11. Mai, 11.30 Uhr.

Von allen Seiten stürmt es eintrachtfrankfurterisch auf mich ein, obwohl ich doch zur Zeit an andere Dinge denke (oder sollte ich etwa zugeben, dass mich die Eintracht gar nicht so sehr intere …. NEIN!). Andere Dinge: Die Feuilleton-Kolumne für Samstag, mit alten Schlagertexten, wobei mir die Gäule derart durchgehen, dass die schwierigste Aufgabe sein wird, den Text auf eine leserverträgliche Länge zu kürzen, also auf etwa ein Drittel oder sogar ein Viertel der gerade geschriebenen Rohfassung. Oder Frankreichs Fußball und der “Rassismus”: Die absurde Affäre passt mir so richtig in den Kram, dazu habe ich Notizen und Textchen zu hauf auf Halde liegen. Wann? Für morgen schreibt htr eine Senna-Geschichte, dann kommt der mi-Freitag, danach der gw-Stammtisch, die Montagsthemen, Ohne weitere Worte, Hennis Brocken  – also kommt der Rassismus-Anstoß frühestens  am Donnerstag nächster Woche ins Blatt. Wenn  überhaupt. Mal sehen, das Thema wird ja nicht “schlecht”.

Die Eintracht. Von mac (htr, mi, mac – das sind alles Kürzel, mit denen liebe Sportredaktionskollegen ihre Artikel zeichnen) auf ein langes Daum-Interview aufmerksam gemacht worden, bei HR-Online. Angeklickt, angeschaut und angehört. Bizarr. Highlight: Daum, den HR beschimpfend, lobt unsere Zeitung: Als “der Journalist aus Gießen” am Montag im “Heimspiel” gesprochen habe, sei er, Daum,  zu Hause vor dem Fernseher aufgestanden und habe applaudiert. Mit dem “Journalisten aus Gießen” meinte er unseren Hobby-Kolumnisten und Freund Henni Nachtsheim, und wenn Daum die gw-Artikel in unserer Zeitung lesen würde, er stünde nicht auf und applaudierte, sondern bisse vor Wut in den Teppich. Was hat Henni im HR gesagt, was Daum so entzückte? Muss ich auch unbedingt mal im Internet nachklicken.

In dem 23-Minuten-Interview sagt Daum sogar viel Wahres, auch über das kontraproduktive  mediale Hochpushen der bekloppten Randalierer – das war fast identisch mit dem, was immer wieder mal  in meinen Kolumnen dazu steht (wer im Fernsehen beim Randalieren erkannt wird, dem  huldigt seine Szene neidisch und versucht, dessen Aktion beim nächsten Mal zu toppen: 600 000-Euro-Kamera zerstört? Klasse. Aber dir zeig ich’s. In Dortmund hau ich vor laufender Kamera dem XY aufs Maul, dann bin ich der Größte).

Fast bizarr aber, wie Daum einfache, normale, gar nicht bös gemeinte Fragen als Affront empfindet und verbal zurückbeißt, offenbar, weil er immer noch hinter allem und jedem bösartige Anspielungen auf Kokain und Scherbenlaufen wittert. Das Problem, das viele und ich mit dem Mann haben, hat damit aber überhaupt nichts zu tun. Sondern mit … na ja, zum Beispiel mit einem ehemaligen Verteidigungsminister. Bei dem geht es mir auch nicht um gewisse Verfehlungen, sondern um … aber bevor ich im Blog rumstammele, notier ich’s mir und versuche, es im Sport-Stammtisch für Samstag kurz und verständlich zusammenzufassen. Bis dann.

Montag, 9. Mai, 12.oo Uhr.

In der OWW-Kolumne für Dienstag (steht schon online) eine schöne Anmerkung der FAS zu Daum, und in der Mailbox diese schöne Mail von Ralf Protzel:

Kompliment zur Analyse der Eintracht-Situation (dazu lässt sich als neutraler Fussballfreund nichts hinzufügen). Allerdings noch kurz noch ein Einwand zum BVB-Strohhalm der Eintracht: Klopp spielt die Partie zwar nicht alleine, aber ich hoffe (ich bin Gladbachfan und hatte meinen Strohhalm eigentlich schon zur Seite gelegt), dass er sich noch an den 25. 5. 2003 erinnert (und das wird er): Eintracht – Reutlingen 6:3 und Braunschweig – Mainz 1:4….http://www.youtube.com/watch?v=nW5jiPvsDc8

Ich hab es live im Radio gehört und auch als nichtbetroffener Gladbachfan vergisst man solche Radioübertragungen nicht. Ähnlich wie am 28. 5. 1999. Da gab es ja noch ein Happy-End (ein Strohhalm???) für die Eintracht, die ja vier Siege in Serie hinlegte (das waäre wiederum ein gutes Omen fuer die Gladbacher – scheint spannend zu werden am nächsten Samstag). Hier können Sie die letzten Minuten von 1999 nochmals hoeren:

Na ja, schaun mer mal.

Grüße aus Bonn sendet

Ralf Protzel

 

Sonntag, 8. Mai, 11.55 Uhr.

Was für ein herrlicher Tag!
Die Sonne scheint, es ist Sonntag und arbeitsfrei! Eishockey-Deutschland steht im Viertelfinale der WM; der EC Bad Nauheim hat mit Michel Maaßen einen Super-Stürmer für die kommende Saison verpflichtet; Mönchengladbach hat endlich die Abstiegsränge verlassen; Dynamo Dresden wird den Aufstieg in Liga 2 schaffen; Flensburg steht im Final 4 Finale … Was für ein herrlicher Tag!
Wen kümmert es da noch, dass die Diva Eintracht Frankfurt so tief ins Klo greift… „Always look on the bright side of life“
 
Mit breitem Grinsen
Paulchen,
(dein treuer Anstoß-Leser, der immer den Kopf schüttelt, wenn er unter deinen Sympathien für die Eintracht leiden muss)

Sonntag, 8. Mai, 10.45 Uhr.

Die Eintracht hat allen und noch mehr Platz beansprucht, die “Montagsthemen” sind viel zu lang geworden für die erste Sportseite. Würde ich die Seite heute bearbeiten, würde ich dem Schreiber seinen Text um die Ohren hauen, er möge ihn gefälligst überarbeiten und kürzen, es gäbe am Ende der Saison wichtige nachrichtliche Dinge, die unbedingt noch auf die Seite müssten. Zum Glück ist der Kolllege htr mit mir nachsichtiger, als ich es wäre.

Um den Bogen nicht zu überspannen, den Tod des Golfers rausgelassen. Ballesteros wollte, als seine Krankheit bekannt wurde, zeigen, dass er nicht nur auf dem Golfplatz, sondern auch im Kampf gegen die Krankheit “der Beste” ist, wie er wörtlich sagte. Das frühere gute Helden-Image von Armstrong beruhte auf der Erfolgsgeschichte, “den Krebs besiegt” zu haben, denn “Verlieren ist wie Sterben” (Armstrong, ebenfalls wörtlich). Ist Ballesteros Verlierer, Armstrong Sieger? Was sagen all die vielen namenlosen Kranken und ihre Angehörigen dazu, wenn der Kampf zu Ende ist?

Der Kampf gegen die Krankheit und gegen den Tod ist kein Sportwettkampf um Sieg oder Niederlage, sondern ein Ankämpfen gegen das Schicksal und endet mit Glück oder mit Trauer und in beiden Fällen mit: Demut.

Anmerkung eines Zeitungs- und Online-Lesers: Er werde von dem, was abseits der Zeitungskolumne im gw-Blog online steht, oft mehr angesprochen und angeregt. Nun sind wir online fast unter uns, in der Zeitung aber im großen Leser-Kreis. Sollte ich online aufgeben und mich wieder ganz auf den Brotberuf konzentrieren?

 

Sonntag, 8. Mai, 6.45 Uhr.

Auf der Fahrt in die Redaktion sortiert, was in die “Montagsthemen” kommen könnte: Ballesteros, Eintracht und die gleichgeschlechtliche Ehe als neue olympische Disziplin. Bei HR1 ein schönes Lied. Sehr entspannt, gefällt mir. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Auf dem Display: Wonder …. full ….World. Ach ja, klar. Wer singt? Israel … “IZ” …. und dann eine Buchstabenfolge, die ich mir nicht merken kann, aber ich glaube, es ist der dicke, längst Verblichene aus Hawaii. Jetzt läuft Eternal Flame. Ballesteros, die Eintracht, der tote Sänger, eternal flame – ganz schön morbid heute früh. Aber die Lieder bringen mich auf eine Idee für die “Nach-Lese” im Feuilleton, die Samstags-Kolumne, die ich nächste Woche schreibe (für Online-Leser: Kommt dann in die Link-Rubrik “gw-Kultur).

In der Redaktion angekommen, gleich gegoogelt: Er ist’s. Israel Kamakawiwo’ole, Hawaii, 1997 gestorben. Bei all dem Toten fällt mir das SZ-Interview mit dem extraordinären französischen Anwalt und Politiker Roland Dumas ein, von Ulrich Wickert geführt, am 8. April veröffentlicht und wegen einer Passage seitdem im Gedanken-Notizkasten liegend. Dumas über Jean Genet, einen seiner Klienten:

Nachdem er in einem kleinen Hotel in Paris gestorben war, rief mich morgens das Zimmermädchen an. Als ich zum Hotel kam, hatten sie ihn schon ins Leichenschauhaus gebracht. Und da habe ich die Nichtigkeit des menschlichen Lebens kennengelernt. Da ruft dann einer durch die Gänge: “Hast du einen Genet bei dir?” “Nein, ich habe keinen Genet. Aber frag Charles.” “Charles, hast du einen Genet?”  “Ja, Moment, ich schau mal nach. Ja, ich hab hier einen.” “Gut, dann schicke ich dir den Kunden.” Das war ich, der Kunde. Dann wartete ich eine Viertelstunde, in einem großen Raum voller Schubladen, Kühlschränke. Und dann zog man den Genet aus einer raus. Er lag da nackt.  “Was wollen Sie?” “Wissen, woran er gestorben ist.” Dann haben wir die Papiere gewälzt. Er war mir ein Freund geworden. Er war ein unendlich mutiger Kerl mit einem eisernen Willen. Und da lag er nun, zwischen fünfzig anderen Leichen. Clochards, Leute, die sich in der Seine ertränkt hatten, die bei einer Schlägerei getötet worden waren. Mit seinem Tod trat Genet in die Welt ein, in der er hatte leben wollen, die er vertreten hatte. Ich bin gegangen

Wäre mal interessant zu wissen: Liest so früh schon jemand mit?

Freitag, 6. Mai, 10.40 Uhr

Die “Christenmenschin” Merkel: Danke, Sie haben Mut. Denn der gehört dazu, mindestens zur Überschrift, bei Ihnen war es keine, aber es könnte eine sein. Warum Mut? Weil ich mir vorstellen kann, ich hoffe von Herzen, ich täusche mich, dass Ihre (und meine) Auffassung zu diesem Thema ihrerseits, um das mindeste zu sagen, auf Unverständnis stößt. Wie viel Hass wird Ihnen für Ihre wenigen, aber wohl überlegten, Zeilen entgegenschlagen? Die Grenze zwischen dem „Fastfreudentänzchen“ (und der unverhohlenen Drohung an die „Sympathisanten“) und der unkontrollierten (und verfassungswidrigen) Tat auch Andersdenkenden gegenüber wird immer fließender. Deutlicher mag ich nicht werden. Ansonsten: ich unterschreibe jedes Wort, das Sie dahin gesetzt haben.

Nachtrag zur Mail des Blog-Lesers: Es gab, zu seinem und meinem positiven Erstaunen,  keine einzige Hass-Mail, und mittlerweile hat sogar die Christenmenschin Verständnis für Kritik erkennen lassen. Auch ist die Anmerkung im letzten Blog keine außenseiterische Einzelmeinung mehr, sondern wird nun  breit diskutiert. Erfreulich.

Und nun geht’s an den “Sport-Stammtisch” für morgen. Diesmal, wenn’s mich nicht wegassoziiert, ausschließlich der Frankfurter Eintracht gewidmet. Bis dann.

Dienstag, 3. Mai, 11.45 Uhr.

Rad-Runde, Saisonbestleistung: 42:02. Die Freude darüber ist fast so rein, groß und edel wie die der Christenmenschin Angela Merkel gestern über die “Liquidierung” Osama Bin Ladens. Beinahe hätte sie sogar ein kleines Freudentänzchen hingelegt.

Klar, den Typen hätte man eigenhändig erwürgen können. Und wäre man Angehöriger eines seiner Opfer, hätte man es auch getan, wenn die Möglichkeit dazu gegeben gewesen wäre. Aber darf man als Repräsentantin der Gesellschaft und des Staates die gewaltsame, gezielte Tötung eines Menschen, zumal ohne  juristisches Urteil, so unverhohlen befriedigt preisen und feiern?

Die alte Frage um den Tyrannenmord. So was ähnliches wie ein Tyrann war Bin Laden ja. Darf Tyrannenmord nur die Tat eines einzelnen sein? Ist es Tyrannenmord, was da geschah, oder Attentat auf den Oberbefehlshaber der feindlichen Armee?

Zwiespältige Gefühle: Hass auf alle Bin Ladens dieser Welt (sie gehen uns nicht aus), Einverständnis mit allen Aktionen, die sie zur Strecke bringen, aber bitte keine staatliche und auch keine massenhafte Siegesfreude, wenn sie tot sind. Ist das heuchlerisch?

Gleich ist High Noon.

Schöne Mails bekommen, von OAB, Dr. Hauschild, Kid Klappergass und von Eintracht-Statistiker Matthias Reutzel. Danke. Einiges ist privat,  anderes kommt in den Gedanken-Topf für die Kolumnen.

Sonntag, 1. Mai, 15.55 Uhr.

Jetzt geht’s Schlag auf Schlag. Aus “Archibald schaut Welt  – vom Bären  vom Brandplatz” (ebenfalls geschrieben von einem Kenner und Könner seines künstlerischen und fußballerischen Fachs und ebenfalls “Anstoß”-Leser / wer’s nicht kennt: “Archibald” googeln!):

Ich sach mal so: Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Meista! Wennse nachzählen willst, zweiundreissich mal für jeden Spieltach , an dem dat Aussprechen vonnem verbotenen Wort vom Herrn von und zu Meistakloppo mit drei zusätzliche Übungseinheiten bestraft wurde. Und weil getz die ganze Pöhlernation am gratulieren iss, nur kurz : dat iss mit weitem Abstand dat verdienteste und angenehmste  Meistateam seit die Aufzeichnung vonne Tabellarien im Erstligagepöhle. (…) Wech mit dem Größenwahn und schöne Grüße nach Nordösterreich. Meistaabo iss nich, woll! Möge 96 noch an Euch vorbeiziehen! Und noch eine kurze Verbeugung in Sachen Dankbarkeit inne Richtung der Karnevalschaoten ausse Domstadt und deren Aluminiumgestänge inne Arena. Aber ansonsten hab ihr nich nur ein, sondern etliche Räder ab, ihr Heiopeis! Un an die Herren aus dem blauen Nachbarsdorf: Meistaschale angucken iss doch auch watt un viel Spassss im Old Trafford dann auch!So getz noch einen paar Kannen vom Meistabier und dann fall ich ab. Bis die Tage. Euren ehrenwerten Lütten Stanmeista.

 

Sonntag, 1. Mai, 15.45 Uhr.

Aller guten Dinge sind drei, aller schlechten Eintracht-Dinge ebenfalls, daher folgt nun die soeben eingetroffene Mail von Otto A. Böhmer. Der Wöllstädter Schriftsteller, »Anstoß«-Leser und ausgewiesene Eintracht-Kenner hat seine ganz eigene Sicht, temperamentvoll und fundiert formuliert. Und ich bin gespannt, wie Henni Nachtsheim und sein »Brocken« übermorgen die Dinge sehen werden – sicher auch wieder ganz anderes als OAB und gw.

Lieber Herr Steines, — eigentlich wollte ich mich ja nicht mehr zur Eintracht und ihrem Personal äußern, aber nach der gestrigen unterirdischen Darbietung in Mainz hab‹ ich als an sich maßvoller älterer Herr noch immer einen so dicken Hals, daß ich sogar die sog. Fans verstehen kann, die sich in der Arena zusammengerottet haben, um den Mannschaftsbus abzufangen, mit dem die heimische Versagertruppe aus Mainz zurückgekarrt wurde – (sie hätten alle, mit Ausnahme, sagen wir: von Ochs und Jung, nach Hause laufen müssen).
Natürlich ist es (theoretisch) noch möglich, mit zwei Siegen in die Relegation zu rutschen oder diese sogar, wenn andere mittun, knapp zu vermeiden. Wer’s glaubt …
Nach jetzigem Stand der Dinge ist das von Bruchhagen installierte Modell Eintracht gescheitert; spätestens nach dem Pokalaus in AC erwiesen sich die zuvor ausgegebenen Planspiele als Makulatur; die Mannschaft, in der das (untere) Mittelmaß überwiegt und, vielleicht auch auf Grund des übersoliden Eintracht-Geschäftsgebarens, eine fatale Beamtenmentalität Einzug gehalten hat, machte sich daran, einen auf maximal 17 Spiele gedehnten Offenbarungseid abzulegen, der, wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, letztendlich nicht mal als Bewerbungsschreiben für die Zweite Liga taugt. Wer sollte sich dort, in Liga 2 nämlich, vor dieser Eintracht fürchten (?); wer schaut, aus dem Fenster der Zweitklassigkeit, Auftritten der Herren Altintop, Meier & Co erwartungsfroh entgegen?
Sollte es wirklich zum worst case kommen, muß man im Verein den Mut haben, einen radikalen Schnitt zu machen; eine neuer Trainer muß her (möglichst keiner der noch auf dem Markt herumsitzenden üblichen Verdächtigen); dazu neue Spieler, und im alten Kader muß radikal ausgemistet werden. Fatalerweise haben aber die allermeisten Pfeifen, die bei der Eintracht beschäftigt sind, Verträge für die Zweite Liga, und wer wollte wohl, außer Jung, Schwegler u. Ochs, sonstige Kicker von Eintracht Frankfurt kaufen wollen? Wenn man’s genau nimmt, müßte auch der Vorstand gehen, da er, letztlich, das nunmehr angerichtete Desaster mit angerichtet bezw. abgesegnet hat; man kann dies aber auch anders sehen, und ich könnte mir vorstellen, daß HB das Pflichtgefühl hat, die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen. Respekt würde beides verdienen.
So, jetzt ist mir ein bißchen wohler …
Herzlich Ihr OAB
P.S.: In den Eintracht-Foren tauchen jetzt nostalgische Funkel-Bekennerschreiben auf; es dämmert den Leuten, was man an dem knorzigen Übungsleiter hatte. Skibbe erscheint im ratlosen Rückblick als lässiger Fehlgriff und Daum, nun ja, als komplettes Mißverständnis, was natürlich auch auf Gegenseitigkeit beruht …

 

 

Sonntag, 1. Mai, 10.00 Uhr.

Schon fertig. Das hat geflutscht. Schnell war’s. Aber war’s auch gut? Das weiß der Leser allein. Jedenfalls stehen die “Montagsthemen” jetzt schon online. In der Mittagspause liest die persönliche Korrektorin kritisch gegen und wird auf Streichung von eventuellen Peinlichkeiten bestehen. Aber nur für die Zeitungsausgabe. Online gilt das geschriebene erste Wort.

Auch das frühere, für das in der Kolumne kein Platz war, außerdem nervt ständige Wiederholung den dann nicht mehr geneigten Leser. Zum Beispiel die Vermutung, dass neben trainingsmethodischen Gründen auch psychologische eine Rolle spielen: Als Amanatidis, zuvor fast vergessen und nicht vermisst, die Niederlagenserie zum Verbal- und Frontalangriff auf den Trainer nutzte, was dieser sich wie jeder andere Trainer auch nicht bieten lassen durfte, es sich aber nach einem Machtwort von seinem Chef bieten lassen musste. Das änderte die Hierarchie, die labile, aber austarierte innere Gemengelage, und von nun an ging’s noch steiler bergab. Die Verpflichtung von Daum war dann nur noch ein Bruchhagenscher Verzweiflungs-Fehlgriff wider alle zuvor von ihm selbst aufgebauten und propagierten neuen Frankfurter Eintracht-Tugenden der soliden Jahre nach den Tollhaus-Zeiten.

Die Lage erinnert fatal an jene vor dem ersten Abstieg in den Neunzigern. Als  alle Frankfurter Welt nach UI-Cup-Sommerreise (statt seriöser Saisonvorbereitung), trügerischem Höhenflug und winterlicher Hallen-Königs-Kür himmelhoch jauchzte, unkte das miese, kleine Besserwisser-Herz:  Wenn im Fußball leistungssportliche Grundregeln auch nur im Ansatz gültig sind, steigt Frankfurt ab. (Montagsthemen/2. Mai 2011)

Dazu noch einmal der Griff ins Archiv der Neunziger Jahre:

Entgegen anderslautender Gerüchte gelten auch im Fußball einige Grundregeln des Leistungssports. Nach dilettantischer Saisonplanung (kein Grundlagentraining, kompletter Erstliga-Kader konzentrierte sich auf den UI-Cup) und fehlendem, dringend notwendigen Zwischenaufbau (statt dessen Hallen-Marathon in der Winterpause) kann der Geist zwar noch willig, muß das Fleisch aber schwach sein. Und so spielte die Eintracht auch am Samstag beim 1:2 gegen den FC St. Pauli am Millerntor: Ausgebrannt, der Akku ist leer, so daß man, selbst wenn man sich aufbäumen wollte, nicht mehr aufbäumen konnte. Schade um die Spieler, die seit Wochen eine Klasse schlechter spielen, als sie spielen würden, wenn sie in den letzten Monaten halbwegs vernünftig trainiert hätten. Als die Eintracht als Hallen-Matador gefeiert wurde, schwante dieser Zeitung schon am 27. Januar: »Sie hat in der bevorstehenden Rückrunde eigentlich keine Chance.« Zwar hätte man sich liebend gerne getäuscht, doch nun ist sie da, die Situation, in der selbst ein Trainerwechsel keine neuen Kräfte freimachen kann, da der zweifellos vorhandene emotionale »Stepi«-Schub in total ausgebrannten Körpern kein loderndes Feuer entfachen kann. Im Moment ähneln die Eintrachtler einem Tour-de-France-Fahrer mit Hunger-Ast: Weil er im frühen Verlauf der Etappe nichts gegessen hat, ist er am Schluß »platt« und fällt weit zurück – denn wenn der Hunger-Ast einmal da ist, hilft es nichts, schnell etwas zu essen (bzw. wie Stepanovic zweimal täglich trainieren zu lassen).

Bin selbst überrascht: Wie sich die Worte gleichen! Gibt es wirklich nichts Neues unter der Eintracht-Sonne?

 

Sonntag, 1. Mai, 6.30 Uhr.

Gab’s Randale? Klar, Ehrensache. Aber wie schlimm? Erste Sichtung der Nachrichtenlage,  Meldungen zwischen fünf und sechs Uhr:  Gaddafi-Sohn Saif ist tot, gestorben bei Nato-Luftangriffen. Der Mann war kürzlich auch “Anstoß”-Thema, weil er in München tun und lassen konnte, was er wollte und dabei offenbar unter Papas Schutz stand bzw. unter dem Schutz der Angst vor dem Papa, der ja wegen eines anderen Sohnes auch schon der Schweiz den Krieg erklärte hatte. Daran sollte man bei den Nato-Angriffen denken: Die ihn jetzt bombardieren, haben ihn jahrelang aufs unterwürfigste hofiert.

Weitere Morgenrot-Meldungen im Kurztext: “Der vor sechs Jahren verstorbene Papst Johannes Paul II. wird heute im Vatikan seliggesprochen” … “Doppelte Freude für Mariah Carey (41) und ihren Mann Nick Cannon (30): Die amerikanische Sängerin hat einem Zwillingspärchen das Leben geschenkt” … “Ein Dieb hat sich am späten Samstagabend in Marburg mit einem kaputten Feuerwehrauto aus dem Staub gemacht” … Wo bleibt die Randale? Ah, hier: “In der Nacht auf den 1. Mai hat es in Hamburg nach Angaben der Polizei mehrere Fahrzeugbrände gegeben. Ein Beamter sprach von 14 bis 15 Feuern im gesamten Stadtgebiet. Doch entgegen allen Befürchtungen bleibt die ganz große Randale
aus.”

Von Walther Roeber ein Nachtrag zur Hochzeit, gleichzeitig das “Ende der Öffentlich-Rechtlichen” (BILD; na ja, nicht das Ende, aber eine weitere Bankrotterklärung):

Habe gestern ein neues Wort bei der “Hochzeit des Jahres” gelernt: fascinator. Also diese Kopfschmuckstücke (?), die die Damen so balancierten, das war schon fast sportlich oder artistisch. Dazu eine Fehltritt von Mr. Beckham (MBE?), wie kann man ein Frackhemd zum Cut tragen? Aber wahrscheinlich durfte er keine Tätowierungen zeigen … Schließlich noch eine – zumindest in Nahaufnahmen – schlecht geschminkte Braut, früher wäre so ein Make-up-Künstler für 25 Jahre in den Tower gewandert; und gegen Harry war der Windsor-Christbaum noch bescheiden.

So, da bin ich dann ja auch auf dem laufenden. Hatte bisher nur die Schlagzeilen gelesen und mich gewundert, dass sich selbst die großen “seriösen” Blätter an Kaiser Wilhelm orientierten: Ich kenne keine Zeitungen mehr, nur noch eine große BUNTE.

Damit warm geschrieben für den BVB und die Eintracht. Die “Montagsthemen” müssen aber kurz ausfallen, um den Kollegen gebührend viel Platz für die Meisterfeier zu lassen. Dann bis später.

Baumhausbeichte - Novelle